Thursday, November 15, 2012

ENGULFED - Through The Eternal Damnation - Mcd / Hellthrasher Productions



Und wiederholt rumpelt ein auf altgetrimmter Klapperkarren über ausgewaschene Hohlwege, erzittert bei jeder Bodenwelle und droht seine tote Ladung augenblicklich abzukippen, sollte das nächste Schlagloch Achsbruch ankündigen. Engulfed ist ein türkischer Ableger amerikanischen Steinzeit Death Metals´ a la Immolation und Freunde morbider, trockener Töne. In technischer Hinsicht halten sie sich eher zurück, diesbezüglich schwingt die Sense in Richtung Leichenpack der Marke Autopsy, dann schleppt sich der Kadaver mit verrottendem Genuss über nassen Friedhofsboden. Die Band setzt sich unter anderem aus Decaying Purity Mitgliedern zusammen, und verwurstet hier mal ganz gegen ihre eigentliche Gangart Einflüsse die etwas weiter zurück reichen und auch potentiell reichhaltiger sind, als das sonst der Fall ist. Getragen von düsteren Melodien, primitivem Hau Ruck, schwarz gepinselten Friedhofsarrangements, klassischen Verständnis von Riffs und einem Grabredner als Sänger, ist das 4 Song Debüt sogar sehr gelungen. Die Stücke haben etwas Überlänge, ziehen sich an einigen Stellen mehr als nötig, 4 Songs in 25 Minuten erwecken die grauenerregende Erinnerung an defensiv tötende Doom Bands. Aber die Gefahr besteht nicht, Gräber werden hier in metaphorischer Hinsicht auch aufgerissen, die Geschwindigkeit oft zu Gunsten gruseliger Schwermütigkeit geopfert, aber tendenzielles Suizidverhalten sehe ich trotzdem nicht. Engulfed ist ein weiterer Ableger allerorts aufstrebenden Old School Death Metals` und nicht besser und nicht schlechter als die Horden an sich besinnenden Untoten, die die gute alte Zeit mit ihren Verstärkern und Instrumenten verklären. Dass die Schwemme überall keimender Bands in den 90ern die Szene beinahe zu erliegen gebracht hat, daran erinnert sich niemand mehr. Aber das kann man Engulfed wohl auch kaum zum Vorwurf machen. Die ziehen ihr Ding mit größtmöglicher Souveränität durch und überzeugen auch. So schwemmt ein satter Sound mit schwerer Gitarre und satten Growls, sowie eine das Kritikerhirn vernebelnde Atmosphäre nahezu alle Widerworte über die Klippe des sterbenden menschlichen Verstandes. Ich kann zwar ständig hören, wie das Rad der Zeit im Rückwärtsgang knirscht, sich gegen Manipulation von außen sträubt, aber das ist mir gleich. Solange es kein belangloses Kopieren ist, das die Band antreibt, können die Ideengeber von mir aus an lichtem Haar und faltigen Ärschen leiden. Hauptsache sie haben einen kreativen Prozess angeschoben, der sich an die Wurzel allen Übels erinnert. Aufgrund der Länge der Stücke, „Inseminated With Demon Seed“  geht über 7 Minuten, und der puren Tatsache dass sie sich nicht in Endlosschleifen von nervigen Wiederholungen aufhängen, liegt auch auf der Hand, dass unter Verzicht von Füllmaterial sehr vielschichtige Nummern entstanden sind. Der Geist der Vergangenheit wird glaubwürdig transportiert, hätte bei strafferem Songwriting auch noch für mehr Stücke gereicht. Kurioserweise erscheint bei dieser Länge, und immer irgendwie auch bekannten Ansätzen aus Klassikern, nichts überflüssig oder erzwungen. Das ist es wohl, was die Debüt Ep so interessant macht, dass man immer noch einen drauf hauen kann, ohne das Gesamtpaket aufgesetzt wirken zu lassen. Die leisten da gute Überzeugungsarbeit in der Türkei. 
7/10

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