Saturday, November 24, 2012

EXCIDIUM - Infecting The Graves Vol. 1 - Compilation / Despise The Sun Records



Als wäre der Dschungel nicht schon dicht und verwirrend genug, als würden wir nicht schon lange um Orientierung kämpfen, bei all den Neuerscheinungen, dem Kommen und Gehen Namhafter und Namenloser Death / Grind / Black… Metal Kapellen, jetzt scheint auch noch die passende Zeit, die alte Leichen aus dem Keller zu holen. Manchmal denke ich, die liegen da nicht umsonst. Ein gutes Beispiel sind Excidium aus Italien, tapfere Recken in den 80ern, gestorben in den 90ern, als sie die Richtung wechselten. Kaum jemand wird sich noch an die Band erinnern (mich einbegriffen), und das hat vielleicht auch einen Grund. Neben zahlreichen Demos haben die nämlich nur eine Ep veröffentlicht, niemals ein Album auf die Schnur gefädelt. Dieses Schmuckstück nun enthält die ersten Demos von 87 und 88 und dazu die erwähnte Mini von 93. Die Phase dazwischen bleibt erst mal unbeachtet. Angefangen hat alles mit typischem Thrash Metal der Bay Area Phase, etwas Slayer und ersten Death Metal Elementen a la Mantas. Etwas unbeholfener Sprechgesang, wie zu der Zeit häufig zu hören, die Stimme noch unsicher, klare Bässe, nicht wirklich ungewöhnliche Riffs und klassische Solis, das ist der Dreh und Angelpunkt der Band. Es rumpelt im Karton. Heute blicken wir auf so was nostalgisch zurück und mancher mag es auch belächeln, schon angesichts des schrammigen Sounds. Nun, wo wir durch das Fenster der computergesteuerten Überproduktion auf das Winden und Strampeln unsrer Vorfahren / Wurzeln (je nachdem) schauen können, nehmen wir eine ganz andere Perspektive wahr. Damals war der rohe 4 Spur Sound ein legitimes Mittel, um der Musik das passende Gewand zu geben. Die 93er 2 Song Ep geht dann plötzlich ganz andere Wege, beeinflusst von der Entwicklung im Metal generell. Die Stücke sind primitiver Death Metal in seiner reinsten und hässlichsten Form. Alles hat sich scheinbar geändert, im Gefüge der Band. Die Riffs sind trockener und düsterer, der Gesang tief und rau, das ganze Gespinst wird ungleich brutaler. Da klingen dann alte Pestilence, Asphyx und solch Sachen durch. Die Solis werden kürzer, auch etwas anspruchsloser. Ob die Band zu dem Zeitpunkt wirklich voll hinter diesem Umschwung stand, darf vielleicht sogar bezweifelt werden, denn kurz darauf, nach einer Beteiligung an einer 4 . Way Spilt war Schluss. Schade eigentlich, denn dieser stumpfe Mid Tempo Death Metal stand ihnen recht gut, und wäre damals ausbaufähig gewesen. Kann sein, dass da irgendwann die Orientierung verloren ging. Ein Teil der Musiker hat sich dann anderen Projekten zugewandt, die sich auch im Sande verliefen. Ob es also wirklich nötig ist, so was aus der Mottenkiste wieder hervor zu holen, bleibt fraglich. Erscheinen wird / oder ist die Cd mit neuem Cover, fein in stilechtem Schwarz/Weiß und eigentlich nur passend zu den letzten 2 Songs. Excidium sind ein gutes Beispiel dafür, welche Wellen damals mit dem frisch gedruckten Death Metal Boom durch die Szene gingen. Und dass nur die mit Potential überleben konnten. Na ja und die, die zur richtigen Zeit ein finanzstarkes Label hatten. Nun gut, jetzt nach einem gefühlten Menschenleben ist ein Teil italienischer Umtriebigkeit eben wieder verfügbar und ihr entscheidet, ob ihr das auch braucht.

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