Tuesday, November 13, 2012

FRAGMENTS OF UNBECOMING - The Art Of Coming Apart - Cd / Cyclone Empire



Zuverlässig wie die Bahn in ihren größten Versprechungen nicht, bricht im Süddeutschen die skandinavische Melodiewut aus. Und regelmäßig steht Qualität und Vielschichtigkeit dahinter. Metal is the law!, das ist Gesetz.  Dieses Gesetz ist allerorten bekannt und wird auch befolgt. Nun ist die Schichtung der einzigen Szeneregel kunterbunt und schon immer grenzenlos. Deshalb ist es auch möglich, dass mit erwähnter Regelmäßigkeit das schwedische Göteborg  mit all seinem grimmigen Glanz und seinen harmonischen Wutausbrüchen gen südliches Teutonenreich rückt. Dann kann es passieren, dass sich Musiker befleißigt fühlen, ihrer musikalischen Muse die Unterwäsche über den Kopf zu ziehen und dem Miststück ordentlich die Gelenke dehnen. Vor lauter Glück und Freude schreibt sie dann wieder ein neues Album in die Köpfe bierbempelschwenkender Germanen. Und die können einen weitern Opus präsentieren, der den Vorgänger jedes Mal auf Augenhöhe erwischt. Vollgepfropft mit aggressiven Leads, gnadenlosen Melodien zwischen Melancholie und Wahnsinn und heiseren Kehlen, ist auch „The Art Of Coming Apart“ von FRAGMENTS OF UNBECOMING ein erneuter Beweis, dass Kontinuität und Ehrgeiz auch zwischen Bier und Kippen zu finden sind. Vermute ich leichtfertig, denn nach so vielen Jahren am Radau produzieren, muss die Produktion eines solch wetterfesten Albums doch wie ein Durchmarsch sein. Die Routine steckt jedenfalls drin, und das ist hörbar. Abgebrüht eben, aber immer noch kreativ genug, um Songs zu schreiben, die sich unauslöschlich in der humanmetallischen Datenbank eingraben können. „Four Winters“ ist so einer, der kommt mit einem recht simplen Riff daher, dass sich sofort den dominanten Part angelt, und immer wieder kehrt. Das ist so ein Ding, das erkennst du irgendwann unter Tausenden. In der 2. Hälfte des Songs variiert es dann, splittet sich auf, macht dem technischen Anspruch der Band platz, aber lässt sich bis zum Ende nicht gänzlich verdrängen. Die Basis sind dann aber doch die melodiösen Wanderouten, die die Band über den kompletten Spielzeit mit Erfolg zurücklegt. Härte ist auch nicht zu vermissen. Lediglich etwas störend finde ich die häufig zurückhaltenden Eröffnungen einiger Songs. Denn dann kommt immer erst mal was balladenhaftes, und dieses Muster ist mit doch zu transparent. Vom Outro und dem Intermezzo „ Sundown“ ganz zu schweigen. Aber die sind eben verspielt, wie junge Pitbulls, erst freudig toben, hecheln und locken, und dann zuschnappen und auch unter Prügel nicht mehr loslassen. Die Produktion des Albums steht felsenfest in den Stürmen fremder Erwartungshaltungen. Mr. Swanö hat geputzt und straffen Sound über die Songs gelegt. Aber wollen wir das nicht zu hoch bewerten, aus einem Berg Scheiße macht niemand eine Hochzeitstorte. Somit ist das Ausgangsmaterial immer das Entscheidende, und das ist wie gewohnt stimmig. Melo Death mit ausreichen Zorn, transportiert auf Tonträger, geeignet lautstürmende totmetallische Flächenbrände zu legen, den Kindern einen modernen Begriff von Kultur und Kunst zu offerieren und/oder einen ganzen Bartresen leer zu saufen, ohne einmal pinkeln zu gehen. Wer sich eines dieser Ziele in die eigene Agenda geschrieben hat, der kauft sich „The Art Of Coming Apart“ 
8/10

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