Tuesday, November 27, 2012

GRIEF OF EMERALD - It All Turns To Ashes - Cd / Non Serviam Records



In ihrer Grundbesetzung schon irgendwie immer da, ab und an ein  Album  veröffentlicht, letztens in zunehmendem Jahrestakt, aber davor auch mit längerer Schaffenspause, ist Grief Of Emerald wohl nie das ganz große Ding gelungen. Seit 1990 unterwegs und immer im Schatten der nordischen Black Metal Ungötter, das muss doch deprimierend sein. Vielleicht kränkelt daran das line – up immer mal wieder, oder umgekehrt bröckelt es, weil der dicke Schein nicht in der Marie landet. Oder die endgültige Konsequenz fehlt, weil die meisten Musiker es machen, wie alle Schweden und noch in allen möglichen Combos ihren süßen Senf auf den Köttbullar schmieren. Mit Sicherheit weiß das die Band um Jonny Letho am Besten. Nur eins ist gewiss, auch mit dem neuen Output werden die Schweden nicht unbedingt Beute auf Vorrat machen. Denn dafür ist ihre Interpretation von Black Metal mit einigen kleinen Death Metal Parts zu gewöhnlich. Zweiteres nur ihrem Basser Andreas Hedström geschuldet, der mit seinen tiefen Backingvocals dem seifigen Gesamteindruck immer mal am Putz kratzt.  Dann  gelingt es zwischendurch sogar, ein gewisses dreckiges Feeling unter der wabbeligen Oberfläche hervor zu holen. Denn ansonsten bestehen Grief Of Emerald nur aus den Kreischvocals von Mainman Letho und dem alles ersäufenden und erstickenden Keyboard. Dieses hat eine so immense Präsenz, dass die eigentlichen Songs darunter zu verschwinden drohen. Es werden Melodien in variablem Tempo gestapelt, schwülstig um düstere Harmonien gebettelt und pseudosymphonisch dem eigentlichen Metal der  Rücken gekehrt. Und wenn Gitarre und Bass so gar nicht, oder nur temporär, zur Geltung kommen, lässt sich auch nur wenig Aussage zu den Songs treffen. Mit mehr Biss und weniger Geklimper wäre sicher aggressives Potential zu erkennen. Die eigentliche Basis jeder guten Metal Band unterliegt hier unverzeihlichen Repressalien, wenn die Leadgitarre nur schwache Riffs und einige melodiöse Ansätze vertreten darf, die der Tastenmann so wohl nicht hinbekommen hat. Offensichtlich legt die Band darauf aber keinen Wert, geifert lieber zum Popakkordeon, das fast pausenlos gruselige bis orchestrale Salven flächendeckend verteilt. Alles nicht zwingend spektakulär, aber wohl das, was die Musiker sich für ihren Sound so vorgestellt haben. Die Härte der Musik, die da irgendwo zweifelsfrei existiert, wandert unter solchen Bedingungen auf Umwegen durch den einsamen, schwarzen Forst. In einer Metal Band den Keyboarder zum Star zu machen, fand ich schon immer befremdlich, da quackert letztendlich zu viel Scheiße über den Beckenrand. Da kann die Band meinetwegen mit ihrem hausgemachten Gott des Gemetzels zum Kriegssturm blasen (in Anlehnung an einige Songs), das was sie damit lostreten ist eher einem Scheißesturm gleich, und überzeugt nur im Mittelmaß. Einzige Ausnahme ist „It All Turns To Ashes“, da hatten die Musiker mal einen kurzen Lichtblick, lassen tiefe Vocals ans Mikro und schieben die Klimperbude in den Hintergrund. Und siehe da, plötzlich bekommt so eine Nummer Fahrt, hat ein rohes und rudimentär brutales Farbtupferl auf einem ansonsten eher unaufgeregten Album hinterlassen. Dass es auch anders gehen kann, vergisst die Band im weiteren Verlauf der Scheibe aber genauso schnell, wie eine demente Omi ihre Handtasche im Kühlschrank. Und das war dann noch der Titeltrack, das sollte doch zu denken geben. Aber es soll ja nicht wenige Patienten geben, denen die gewöhnliche Küche gefällt. 
5/10

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