Friday, November 23, 2012

INQUISITOR - Dark Ages Of Witchery - Ep / Helldprod



Ganz traditionell im Zeichen des Thrash entlässt das kleine, schwarze Gold 2 Songs einer portugiesischen Band, die Anhänger der metallischen Gerechtigkeitsliga sein müssen. Kutte und Patrone sind wieder Bestandteil der Uniform, der Metaller als solcher ist in der Masse wieder auszumachen, die Anonymität vieler in ihrer grauen Alltagskleidung ist nicht Bestandteil eines Quartetts, das Arbeit an der Wurzel betreibt. Da ist nur Platz für seltsame Namen, heroische Songs, heldenhaften Kampf, all jene Elemente halt, die Metal in den 80ern für uns als Ausnahmemusik manifestierten. Und so ist es nur gerecht, dass immer mehr Bands daran erinnern und den Metal leben. Inquisitor erfüllt nun nicht das Maß an Qualität, dass zahlreiche moderne Recken in ihre Arbeit einbauen und schon voraussetzen, wenn sie sich die erste Blechtrommel kaufen. Inquisitor steht eher für die ursprüngliche Idee, als die Luftgitarre in den Metal eingeführt wurde. Und zu den Jungs hier lassen sich traumhafte Solos in den Äther tippen und die Matte bei schartigen Riffs in den Pseudosaiten verfangen lassen. Die auf 300 Stück limitierte 7er enthält leider nur 2 Stücke, aber die sind beide mit ihrem melodischen Grundthema und ihrer beschwingten Aggressivität am Zahn einer Zeit, die noch durchschaubar war. Gitarrist und zweite Stimme im Platoon, Rock Hard, (ich sag’s ja, die Namen ts, ts) klingt gern wie Schmier auf der hohen Tonleiter, wenn das rostige Gitarrenmesser in die Eier sticht. Mainman Iron Preacher übernimmt lieber die knarzigen Parts und hechelt sich hinter der Klampfe durch den Set. Also immer fein im Wechsel heisere Screams und himmelhochjauchzende Kastrateneinlagen. Dem zum Opfer fallen Hexen, brennen Scheiterhaufen, wird an den Okkultismus als einzig wahres Thema im Metal erinnert. Untermauert von einer gewissen Verspieltheit und melodiösem Eifer hat das leicht etwas von fanatischer Zwanghaftigkeit. Zumindest werden Abweichler von diesem Sound nicht toleriert. Ach ja, Sound an sich; Ich denke bei den 2 Songs handelt es sich um live im Studio eingetrommeltes Material, klingt jedenfalls so. Das Schlagzeug, das ein Typ namens Hellcruster beackert, scheppert viel zu sehr im blechernen Sektor und wirkt zu defensiv. Generell kann man den Hall von den Wänden beinahe mitnehmen. Freundlich betrachtet geht das aber in Ordnung. Den Solis höre ich ungeachtet dessen gern zu, flitzen die doch mit hohem Tempo und harmonischer Ausstrahlung von den Saiten, dass sich jeder echte Metaller beflissen fühlen sollte, sofort mit luftigen Griffen eine Eigeninterpretation auf die Diele zu legen. Inquisitor hinterlassen einen authentischen Eindruck, mit viel Eifer und lockerer Attitüde, aber auch unbeirrtem Instrumente polieren, ganz im klassischen Sinne. Kuttenfetischistenmucke, kauft mal den Kram! 
7/10

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