Wednesday, November 14, 2012

NOMINON - The Cleansing - Cd / Deathgasm Records



Juha Sulaslami hat mit zum Teil neuer Besetzung wieder ein Album zusammen, und mich wundert die einfache Tatsache der Existenz, bei dem weggesprengten und wieder zusammen geflickten line – up über all die Jahre. Man sollte meinen, das ließe den kreativen Prozess auf der Stelle verharren. Vielleicht ist das im Falle NOMINON auch so, nur geschadet hat es nicht. Wir hören immer noch urtypischen rumpelnden schwedischen Todeskampf in all seiner Härte und Brutalität. Durch den mottenzerfressenen Vorhang der Zeit weht ein modriger Hauch voller Düsternis und Schrecken. Ganz klar, Grenzen sind für den Meister nicht existent, jedenfalls nicht zu seinen schwarzen Kumpels. Auch wenn er Nominon ganz sicher als Death Metal Band versteht, hängen alte Black Metal Brocken wie Teer an den Schuhen. Das verleiht dem Höllenbrett einen sehr morbiden Charakter, vor allem wenn neben dem Gas geben, den bollernden Drums und vibrierenden Bässen atmosphärische Zurückhaltung verordnet wird. Aber auch so ist das Konzept der Band eine Stilvermischung, die Death Metal immer an erster Stelle stehen lässt, ihn sich aber nicht einsam fühlen lässt. Das Ergebnis solcher technikfreien Brechstangeneinstellung ist schwärzer als die Nacht und bleihaltiger als das Valentinstagmassaker, eben ganz traditionell. Denn Nominon funktionieren gleichwohl auf beiden Ebenen. Tief gelegte Riffs sägen genau so effektiv, wie aufgefächerte Leads für angekokelte Stimmung sorgen. Und das geht wahrscheinlich deshalb, weil es keine strikte Trennung gibt, sondern friedlich nebeneinander und miteinander korrespondiert wird. Gut, friedlich ist das falsche Wort. Genau genommen herrscht Krieg auf „The Cleansing“, das große Saubermachen kehrt den Schutt aus der Hölle und die Federn aus dem Himmel. Das 5. Album, unzählige Splits´ und Eps´, dazu ein Besetzungskarusell wie auf einem Rummelplatz, immer am eiern und quietschen. Und trotzdem fährt der Zug noch mit Tempo und Qualität Richtung Sonnenuntergang. Ein dicht gepackter Sound schiebt die Bahn an, Druck von Anfang bis Ende. „The Cleansing“ enthält keine übergroßen Hymnen, keine Hits zum ausschlachten, „The Cleansing“ ist dafür ein Lehrstück in Sachen „Alles an seinem Platz“, das funktioniert auch mit großem Ego als souveräne Einheit zwischen innerer Überzeugung und ehrlicher Umsetzung. Nominon stehen damit für skandinavisches Elchemorden, ohne überzogenen melodiösen Faktor, Verzicht auf Melancholie und das tränende Retroauge. Und wenn denn Melodien, dann auf mehr als sinistere und hintergründige Art, mit klebrig dicken Riffs, auf Solos und Spielerei wird komplett verzichtet. Lieber Doppelkeule als kunstvolles Eierrollen. Das aktuelle Album wählt wie immer den direkten Weg, knallt und rast lieber über die Bahn, als im Touristentempo die Landschaft zu genießen. Das ist dann über weite Strecken zwar simpel, aber äußerst ergebnisorientiert. So was kann man sich gern zum mitnehmen eintüten! 
8/10

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