Tuesday, November 20, 2012

POSTMORTEM - Bloodground Messiah - Cd / War Anthem Records



Postmortem hat een Neuen, een  janz flotten Dampfer, wie machen die das nur immer? Das ist die Berliner Luft, mit ihrem holden Duft … vermutlich. Und die grüne Plakette hat dagegen nüscht machen können, mit Feinstaub hat das nämlich nüscht zu tun. Die Luft ist voller Schwermetalle, scharfkantige, gratige Schrapnelle und heiße, glühende Eisen. Und das ohne die wohl als promotionwirksam erachtete Vergleiche zu Bolt Thrower und Slayer. Immer wieder und immer unpassender. Und überhaupt, die Berliner Feueranfachzentrale braucht nach so vielen Jahren kein Namedroping mehr, Postmortem steht ja wohl für sich. Das untermauert der Vierer auf „Bloodground Messiah“ mit eigenem Blut, Schweiß und Leidenschaft ganz deutlich. 2 Jahre nach „Seeds Of Devestation“, fast genau sogar – ein Rhythmus mit Zwanghaftigkeit, blickt man weiter zurück, können wir uns drauf verlassen, packt die Truppe noch mal ein paar Pfunde drauf, verschlankt sich aber auch an anderen Stellen. Die Neue klingt weitläufig um einiges Moderner, was wohl vor allem am beängstigend klaren Sound liegen mag. Aber auch an den Arrangements und der groovigen Gitarre, gebunden an Zitteraalrhythmen, und somit ist das Album ein Stück direkter als sein Vorgänger. Dann müsst ihr aber zwangsläufig auch auf  die episch angepustete Nummer verzichten, kein „Nocturnal Prayer“ mehr. Auch finde ich den Ausnahmesong, der den schwieligen Zeigefinger immer wieder über den Repeatknopf kreisen lässt, nicht mehr, kein dominantes Riff wie in „Ghost Of The Warship“ mehr. Was es dafür gibt, und das kommt mit Macht, ist ein Lehrstück, wie man die Essenz solcher besonderen Songs auf die komplette Scheibe verteilt. Selbstverständlich gibt es Riffs, schärfer als gerade geklaute Rasierklingen aus dem Drogenmarkt, punktgenauer gesägt als ein Holzfällerwettbewerb im Harz die Kiefer zu Boden schickt. Und vor allem mit so einer Entspanntheit groovend, nach der die Rotzer von heute mit Verzweiflung unter Mutters Kittelschürze suchen und nur Spinnenweben finden. Und ebenso gibt es Momente, die mit Melancholie eine halbe Träne ins Knopfloch zaubern. Im Gegensatz dazu scheint der Putz seine Stimme mit noch mehr Qual aus der Kehle zu quetschen, die tieferen Parts klingen ebenfalls ganz nach „Füße hoch und lass rollen“, die höheren aber, die auch prägnant sind, machen mir langsam Angst. Die würgt der sich nahezu sichtbar mit geschlossenen Augen und geschwollenen Halsschlagadern heraus. Wenn da mal nichts in die Hose geht. Aber das ist eine Rampensau, der treibt den Pulk schon immer an, als hätte er eine Menge lockere Stellen unter der Fleischmütze und erwartet das auch von allen anderen. Der wirkliche Motor ist aber Max, der Doublebase – Oktopus , der ein weiteres mal mit seinen Extremitätenspasmen die Triebfeder ist, unbeirrt Druck macht, ungemein präzise und hart spielt. Da können sich die Herren, die er da vor sich hertreibt nirgendwo mehr verstecken, ihre arthritischen Knochen in Sicherheit bringen, die müssen da einfach mitzappeln. Und so geschieht es, dass im Jahre 2012 erneut geprügelt wird, das Knochen bricht und Blut fließt, so geschieht es, dass Brutalität, Melodie, Groove und metallischer Diensteifer ein weiteres Postmortem Album zu Tage bringen. Eines das sich keine Sorgen um Stagnation machen muss, dass vielschichtig sein will und trotzdem eine klare Linie vertritt. Stellt euch uns in den Weg und wir bügeln euch mit Nachbrenner weg. Die Erfahrung von 20 Jahren und junges Blut, das ist die geheime Rezeptur, nach der die Berliner immer noch funktionieren. Lieber nicht so an den alten Zeiten kleben, honorieren und in guter Erinnerung behalten, die besten Teile einpacken, aber den zornigen Blick mit Realismus immer Richtung Sonnenaufgang.  Also, dreht euch verdammt noch mal gen Osten! 
9/10

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