Saturday, November 10, 2012

SIN OF GOD - Limbus - Cd / PRC Music



Vor 2 Jahren habe ich am effektiven Vorankommen der Band noch so meine Zweifel geäußert, waren sie damals doch in ihrem Songwriting sehr zerfahren und vor allem rettungslos übermotiviert. So schien es, nun aber bringt die ungarische Steppe doch mehr hervor als von Wiederkäuerscheiße gedüngte Diesteln und kurzes, gelbes Gras. Der Hunnensturm kann weiter gehen, nachdem ich ihn schon im Aus sah, noch bevor die kleinen Pferde Sättel hatten und die Bögen von den Bäumen geschnitzt waren. Heuer sind sie kriegstauglich, bereit sich dem Kampfe zu stellen. Das aktuelle Album ist wesentlich straffer geschrieben, als es der Anspruch der Band vor nicht allzu langer Zeit noch war. Zudem ist die Musik in ihrer Gesamtheit um einiges düsterer geworden, vereinen sie jetzt Einflüsse von Nile bis Behemoth. So sind der atmosphärische Hauch von antiken Herrscherhäusern und der Schmerz der Sklaven sehr deutlich zu spüren. „Endless Desert“, zum Beispiel kann seine Wurzeln nicht verbergen, mögen sie noch so tief im kargen Gestein graben. Allgemein ändert sich die Stimmung der Scheibe zum Ende hin in Richtung mystischer Gewaltakt. „Seeds Of Death & Pain“ endet mit einem sonoren, immer wiederkehrenden Chorus, Hölle ick hör die fackeln! Das ist aber nur ein Ankerpfeiler des Albums, düstere Symbolik hin und her. Vor allem knüppelt sich die Sünde Gottes durch Schrotthaufen voller durchgebrannter Verstärker und gecrashter Instrumente, blank liegenden Nervenstränge und eine rostfreie Aussicht auf kommende Untaten. Was so eine Gitarre alles anrichten kann, wenn man nur weiß, wie rum man sie richtig halten muss Die Riffs sind einfach gebaut, deswegen unglaublich prägnant, zusammen gehalten werden sie durch den technischen Anspruch und dem Wissen, wie ein Song funktionieren muss, wenn er richtig strampeln soll. In den einzelnen Stücken steckt oft immer noch mehr drin, als sich auf den ersten Hörsturz erfassen lässt, das heillose Durcheinander ist aber nur noch Randstein einer jungen Bandgeschichte. Tempowechsel, leichte Disharmonien und ein Drummer auf Methadon, das ist das Rezept eines hoffentlich zu erwartenden Erfolgs. Über die Produktion kann man streiten, kraftvoll ist sie, drückt wie eine dicke Frau in der Ballnacht auf des Partners Schuhspitze. Dagegen lässt sich aber auch argumentieren, dass sie viel zu sauber und wahrscheinlich technisch manipuliert ist. Auch wird es nicht jedem gefallen, dass das Album über weite Teile einen sehr modernen Anstrich genießt, Elemente medientauglichen Metals ´ mit einbegriffen. Wenigstens helfen sie dem dann mit einer sehr brutalen Note über. Hier und da wird eben gern mal in den Clinch gegangen  und purer klassischer Death Metal schien von vornherein nie die einzige Blickrichtung der Musiker zu sein. Pate war er allemal, das muss dann eben reichen. Sollen sie sich doch auf ihre Ponys setzen, Staub aufwirbeln und in Eigenverantwortung nach Opfern suchen. Wer sich dann niederstrecken lässt, wird schon wissen warum.  „Limbus“ ist ein ansprechendes Album, bei dem die Urheber sich nicht scheuen, ihr musikalisches Know How durch Schulterblicke aufzustocken. 
7/10

 

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