Wednesday, November 7, 2012

TORN THE FUCK APART - The Dissection Of Christ - Cd



Groove / Death Metal … aha…, und wann geht’s los, und wer ist diese Vorband? Ach ja, das sind die schon? Wer hat denn da Groove auf das Plakat geschrieben? … Verstehe, na gut, eine nicht unberechtigte Angst bemächtigte sich der Lokalität, dass die Bar leer bleibt. Trinken geht auch ohne Musik Leute, macht nicht so viel Spaß, aber Hauptsache es rumst irgendwann. … Mmm, gutes Argument… ihr habt befürchtet, dass ein einstmals gefüllter Tresen wie von Zauberhand verwaist. Ja Gott, so schlimm ist es doch auch nicht, und mit steigendem Pegel, egalisiert sich jede Kontaktschwierigkeit. Im Grund genommen ist das doch ganz gewöhnlicher US Death Metal mit nicht unbedingt spektakulären aber durchaus funktionellen Riffs, coolen tiefen Growls, Christenhass an jedem Zipfel und flottes Tempo. Ein Wagenzug voller Gewalt und abgebrochener Lautstärkeregler setzt sich in Richtung Nervenheilanstalt in Bewegung, zum fröhlichen therapieren. Alles ganz normal. Selbst Groove wäre zu erkennen, wenn der Mann an den Reglern im Feinschliff mehr Wert darauf gelegt hätte. Aber, und da stirbt die Raupe im Futterkohl, die Aufmerksamkeit von Soundmann und vor allem Band liegen auf der Leadgitarre. Und die fiedelt dermaßen quer auf der Soloakademie für nervige Nerds, dass es unwahrscheinlich erscheint, dass der Band irgendwann mal der vorgegaukelte Spielfluß gelingen wird. Free – Jazz – Disharmonien, das sind die bestimmenden Faktoren des beinahe kompletten Songwritings, angeklebt an zahlreiche Breaks. Ausnahme macht da „Dead Religion“, bei dem das Gequietschte ansatzweise zurück genommen wird, ja sogar als melodiöser Irrläufer punkten kann. Teilweise sind aber auch hier die Solis (am Anfang des Stücks) schwer zu ertragen. Greift der absichtlich daneben, oder ist der auf irgendwas drauf? Bei den 5 Herren aus Kansas fehlt es leider an der nötigen Brutalität und dem gewichtigen Sound, sowie der spielerischen Äquivalenz der anderen Musiker, um das Gefrikel an den leidgeprüften Thekenschlucker zu bringen. So aber werde ich den Eindruck nicht los, dass die Leadgitarre lieber neben dem Rest her spielt, als sich als homogene Masse aus Fleisch, Blut und Leidenschaft zu offenbaren. Und für wirklich progressive Stimmung ist das wiederum zu knapp gefasst, mit dem Kopf in den Wolken und dem Arsch auf dem stinkenden Eimer. Entscheidungsfragen sind wohl keine Bandfragen. Zudem dumm, dass die Scheibe ohne das Gezirpe einer waidwunden Feldgrille zwar weniger anstrengend wäre, wahrscheinlich auch nicht so mit holprigen Breaks durchsetz, dafür aber ohne das Ganze auch nicht mehr als durchschnittliches Gekloppe wäre. So gesehen ist die immer geforderte Individualität durchaus gegeben und lässt die Band im dämmrigen Schatten der Kreativität die blassen Gesichter verstecken Macht leider nicht durchgehend Freude, weil man sich davon nicht überrollen lassen kann, sondern eher an Zahnsteinentfernung und Blinddarmentzündung denken muss. Womit ich nicht sagen will, dass das Quintett von Musik nur eine dilettantische Idee hätte, das wohl kaum. Das Problem liegt eher bei der übermächtigen Selbstverliebtheit. Und wer wirklich Jazz hören will, der geht zu Helge Schneider, da gibt es Dummgequatsche gratis. … Was, die Bar schließt nun doch schon? Die Musiker sind nach dem Soundcheck wieder abgehauen, und die Besucher wollten keinen Eintritt zahlen, nur um am Tresen überteuerte Getränke zu kaufen? Ein verdammter Teufelskreis! http://www.tornthefuckapart.com/   
5/10

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