Thursday, December 20, 2012

ALTARS - HEAVING EARTH - Engulfed - Split Tape / Nihilistic Holocaust



Auf der roten Liste der aussterbenden Bild und Tonträger steht das Audiomagnetband gleich hinter der Videokassette und gilt somit als schützenswertes Relikt ohne Lobby. Die Schellackplatte übrigens ist schon ins Reich der Mythen abgetaucht und wird nur noch vereinzelt von unwissenschaftlichen Kryptomusikern gesichtet. Um dem Tape dieses Schicksal der Lächerlichkeit zu ersparen, machen sich immer wieder Enthusiasten auf und widmen ihre Freizeit der Nachzüchtung und des gezielten Artenschutzes. Vereinzelte Musiker wie auch mutige (oder konsequent traditionelle) Label nehmen den Faden auf und erinnern daran, wie der Metal eigentlich in der Szene zu seinem Status gekommen ist, Bands, die heute Geldberge umstapeln, populär geworden sind, das Licht erblickten, und zwar durch Tapetrading. Also ist diese Plattform unbedingt erhaltenswert. Aufgrund dessen, oder wegen starren Tunnelblicks, so genau lässt sich das nun auch nicht sagen, treffen sich nun ALTARS aus Australien und HEAVING EARTH aus Tschechien zu einem Duell A – Seite gegen B – Seite. Im direkten Vergleich ist schnell klar, dass das A, sonst überall die Führungsposition, nicht zwangsläufig tonangebend ist. ALTARS spielen einen straighten Death Metal auf ganz gesundem Niveau, aber auch ohne nun wirklich für Muskelkater und Kopfschmerzen zu sorgen. Immer ordentlich zackig auf die Trommel gekloppt, ab und an Breaks und dann das Gummiband am Hosenbund. Also um Variablen in ihrer Musik sind sie absolut bemüht, die eine zündende Idee ist aber nicht wirklich dabei. ALTARS, die schon einige Jahre durch das Outback trotten, sind auch nicht die produktivsten ihre Spezies, vielleicht fehlt ihnen etwas der Druck, um besser als die namenlose Masse zu sein. Ganz anständige Exerzierübung, ohne fühlbares Potential für den großen Schritt. HEAVING EARTH tanzen da schon auf ganz anderen Bühnen. Bereits ihr 2010er Debüt war, international möglicherweise aufgrund der Unmengen an Releases untergegangen, ein Paukenschlag in punkto Technik und Brutalität. Mit ihrem Part auf dem Band setzen sie das fort, was sie begonnen haben. Dabei werden die Stücke noch verschachtelter, blenden hinter jeder Biegung mit neuen metaphorischen Lichtorgeln. Das komplette Paket ist einfach satter und viel flexibler als das ihrer australischen Kollegen. Straff gepacktes Songwriting mit viel Inhalt sorgt dafür, dass HEAVING EARTH auf ansprechende Weise vreichlich Kurzweil garantiert. Die Produktion ist übrigens auch besser, wo ALTARS, ohne das verurteilen zu wollen, zu sehr nach „Alles In Einem“ im Studio eingetrommelt klingen, machen HEAVING EARTH einen wesentlich besseren Schnitt mit ausgewogenem und druckvollem Sound. Aber das nur als Randnotiz. Also, B hat mehr zu bieten als A, aber auch A haben nicht wirklich billig und gedankenlos  irgendwas in den Boden gestanzt. Daraus ergibt sich eine recht fruchtbare Mischung, die sich zur Seele zu führen und verderben zu lassen, kein Fehler sein dürfte. Der Fairness halber muss gesagt sein, dass die 2 Songs von HEAVIN EARTH bereits im Sommer auf einer 7er erschienen sind und hier auf anderem Medium quasi die 2. Luft kriegen. Somit besteht nicht unbedingt Handlungsbedarf, das Tape auch wirklich noch beim Schlittenlenker anzumelden. Aber als Verteidiger gefährdeter Arten, kann man das für sehr kleines Geld ruhig machen. http://nihilistic.voila.net/ 
7/10

No comments:

Post a Comment