Tuesday, December 11, 2012

ATARAXY - Revelations of the Ethereal - Cd / Memento Mori




Ganz im Gegensatz zu vielen der mit geläufigen spanischen Death Metal Bands, die heute dem Matador und nicht mehr dem Stier den Spieß unters Blatt jagen, beschäftigen sich ATARAXY mit einer Old School Death Metal Symbiose, die trotz der Auferstehungswelle etwas kurz gekommen ist. Deren musikalische Heimat wendet sich von Stränden, Cocktails, Touris und Wirtschaftskrise ab und richtet sich gen Norden. Das jedoch nicht im gewohnt geliebten Schweden Boom, ATARAXY haben eine nicht zu überhörende Affinität zu finnischer Morbidität nach Hausmarke. Da drängen sich zwangsläufig Vergleiche zu  Demigod, Convulse, vor allem aber Sentenced auf. Diese Band scheint das Vorbild für den zurückhaltend, entspannten Eindruck  von „Revelations…“ zu sein. Unaufgeregt, lieber doomig als mörderisch, dabei gruselig wie alte Pausenbrote, mit trockener Kruste und widerlichem Grünstich. Parallel dazu bewegt schiebt sich auch eine große Sympathie zu Van Drunen und Asphyx vor das Guckloch. Daraus resultiert ein Album, das vielleicht nicht für den größten Aufreger sorgen wird, den die Szene in letzter Zeit geboren hat, aber einen, der  in seiner Art sehr speziell ist, und den Charme des Besonderen trägt. Eher so nebenbei als direkt setzt das Album das Messer an die Kehle. Ganz groß ist „Etereal Slumber“, das sich mit Piano, Percussions und diversen Soundeffekten als was richtig Spannendes ankündigt. Die Ruhe vor dem Sturm währt 2 Minuten lang, und das im wahrsten Sinne des geschriebenen Wortes. Die Leadgitarre übernimmt darauf den Part des düster gruseligen Melodiezirkus, der sich ebenso zum Vertonen von Nosferatu geeignet hätte, besser aber auf der Scheibe der Kreativpool ist. Schon das Intro setzt auf klassische Elemente, ganz ohne erzwungen zu wirken, dem wagen Vorwurf,  nicht richtig durchdacht zu sein, aus dem Weg geht. Das sind der rote Faden und die Maxime eines frontal auf Alt getrimmten Werkes. „Etereal Slumber“ setzt da noch mal einen drauf, als zentrales Monument im Gefüge staubiger Ruinen. Bei der ständigen Songlänge von 6 – 7 Minuten können sie sich alle Zeit lassen, um an den Stücken herum zu testen, und sich nicht mit dem Tempo zu überschlagen, kommt dem Album definitiv gut. Ich vermute beinahe, die Musiker wissen bewusstseinserweiternde Substanzen zu nutzen, um der Wirkung ebenjener, gewisse krankhafte Töne zu entlocken. Sollte es mal etwas fixer zugehen, dann mit eckig, trockener Kante. Hauptaugenmerk liegt aber immer auf der melodiösen Komponente, die nie liebreizend sein will, sondern stets aus der Friedhofsecke kommt und den Moder von mindestens 20 Jahren beinahe greifbar hinter sich herzieht. Die holen die knurrigen Riffs und gelegentlichen Pacemacher immer wieder ein und beweisen, dass nur der linke Pfad zum Ziel führt. Gut möglich, dass der sieche Schneckenzug und sein Peitschenantrieb nicht überall und immer sofort einschlägt, gewiss aber hat die Band ihre Chance auf dem Spielplatz verdient. Da es an Kreativität ebenso wenig mangelt, wie an dem Wissen über die künstlerischen Wurzeln, ist „Revelations…“ wohl eines der authentischsten Alben des Jahres und sollte nicht nur von Traditionalisten geschnüffelt und inhaliert werden. 
9/10

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