Wednesday, December 12, 2012

BÄDR VOGU - Exitium - Cd / Memento Mori



BÄDR VOGU muss ein transsilvanischer Karpatenbauer gewesen sein, dem die Fledermaus in den Arsch gebissen hat. Daraufhin ins Koma gefallen, erhebt er sich nun mit der Geschwindigkeit einer  Schneckenflucht aus einem französischen Provinzlokal. Nur nichts überstürzen, aber das Ziel verschwommen anvisiert. Kann auch sein, dass der Name von einer wenig erfolgreichen Beauty und Wellness – Serie stammt, entwickelt in einem nordkoreanischen Atomreaktor, die bei Anwendung zu Gehirnfäule und Erektionsproblemen geführt hat. Jetzt wird sie nur noch als Dichtmasse in der Schwermetallindustrie eingesetzt. Möglichkeiten, dem Ursprung des Namens mit empirischer Aussagekraft auf die Schliche zu kommen, gibt es viele. Zu BÄDR VOGU gibt es fast nur eins mit absoluter Sicherheit zu sagen, dass dem Reich der Spekulationen entfliehen konnte – EYEHATEGOD. Ein ganz relaxtes, bluesiges Sludge und Doom Album haben die Amerikaner (Kalifornien) da auf die tönernen Füße gestellt. Und das bereits im letzten Jahr in Eigenregie. Eine physikalische Kopie hat es bisher aber nie gegeben und so ist diese Neuauflage das eigentliche Debüt. Das Debüt einer Band, die Coolness als ureigene Voraussetzung empfindet, um den Spirit der 70er einzufangen, zu rocken, zäh und behäbig zu sein und mit gemischten Vocals den Sektor des Death Metal anzuschneiden. Der schwarze Sabbat growlt ohne Schweiß auf der Stirn, und schreit mit übereinander geschlagenen Beinen. Wichtig dabei ist ein alles dominierender Basssound. Einer der nicht brummend das musikalische Bild überlagert, sondern die immense Schwere der Stücke betont. Star ist meist die Bassgitarre, schnurrt die doch wie ein angeschossener Tiger im brennenden Dschungel. Die Katzendärme hängen so locker über dem Holz, dass das Klangerlebnis vibrierenden Gummibändern gleichkommt. Völlig entspannt und nicht im Sumpf eines Geräuschbreies versteckt. Das Schicksal vieler Bassisten, wurde dem Bruder offensiv erspart, indem er würdig in Szene gerückt wurde. Die Leadgitarre steht auf schwere, künstlich auf alt und senil getrimmte Riffs und schreiende Feedbacks. Da rammt einer gern seine Klampfe gegen die Monitorbox und verursacht Zahnschmerzen und Blinddarmreizung. Wenn es auch zum allergrößten Teil faszinierend groovt, dieses beknackte Album, so ist es auch in der Lage mit einem Lächeln anstrengend zu sein. Jeder Batzen ist in seiner XXL Version nicht immer ohne Beschwerden zu schlucken. Das Überlange „Extinguished“ ist der Mittelpunkt der Scheibe und gleichzeitig Zerreißprobe. In seiner unbeeindruckten Lahmarschigkeit steckt es in einem Wiederholungskreisel. Die Leadgitarre macht eigentlich ständig dasselbe, auf die nächste Runde an den Nerven zu zerren kann man mit der gleichen Gewissheit warten, wie auf den Schwellenstoß unterm Bummelzug. Natürlich ist es letztendlich so einfach auch nicht, der Song baut so einiges andere mit ein, den schleppenden Bass, schwere Riffs ohne hohen Anspruch und ein rockiges Mittelstück. An kompositorischer Intensität nimmt das Stück „step by step“zu, und doch dreht sich alles um den Stoß im Schienenstrang. Klar sollte somit sein, dass bei solchen musikalischen Absichten, der Schuh über längere Zeit im Morast steckt, das Werk natürlich nicht im entferntesten bemüht ist, mal aus dem Knick zu kommen. Wir doomen euch zu Tode, indem wir den Blues des Südens an die kahle Mauer des Punk nageln und ihn an seinen Gedärmen aufhängen, ihn einer neuen, morbiden Bedeutung zuführen. Kein Platz für Traurigkeit und Melancholie, nur noch finstere Bösartigkeit. Der Rausschmeißer „Barons Of Filth“, ein weiterer bewegungsarmer Arschtritt, bekennt sich am deutlichsten zum Blues, lässt ihn wenigstens partiell durchschimmern. Hier zeigt die Band wohl ihr wahres Gesicht, zeigt wer sie sind und wohin sie wollen. Da ihre Musik jedoch sehr speziell geformt ist, wird mit Gewissheit kein großer Exodus einsetzen um im BÄDR VOGU Sound eine neue Heimat zu finden. Trotzdem ziemlich cool, Minimalismus ist das Kredo des neuen Kalifornien! 
7/10

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