Friday, December 21, 2012

CHAPEL OF DISEASE - Summoning Black Gods - Cd / FDA REKOTZ



Kurz bevor der letzte Atemzug des Alten ins Reich der Mysterien entschwinden konnte, hauchte er noch einen Satz in den fast leeren Raum. „Die Kirche der Leiden.“ Sein knochiger, gelber Zeigefinger wies zitternd durch das dunkle Kellerloch ins Herz der Stadt. Dann war es vorbei. Aber der Wanderer hatte erfahren, wonach er gesucht hatte. Dort in der kalten Mitte des Molochs würde er den Erben finden. Ohne Reue kehrte er dem Leichnam den Rücken und verließ den unwirtlichen Verschlag. Seine Füße trugen ihn durch finstere Gassen, marode Torbögen und über morsche Brücken, vorbei an den Quartieren der Hungernden, Elenden und Nackten, vorüber an den stillen Ruhestädten der Toten. Und dann lag es vor ihm, das größte Gebäude, das er jemals betrachten durfte. Sein Dach, so weit in den Himmel enthoben, war gefangen in tiefrauen Wolken, kaum sichtbar. Blitze erhellten seine Fassade, von der herab zahllose Fratzen in die Tiefe blickten, Zähne fletschten, Zungen streckten und teuflisch lachten. Sinisterer Glockenklang rief hinab von seinen Türmen, morbide hallend in unheiliger Allianz mit dem Donnern das der schrecklichen Erleuchtung immer folgt.  Ein endloser Lindwurm an Pilgern strömte durch sein Maul ins schwarze Innere. Hier also sollte er predigen, sollte er seine Stimme gegen die Oberflächlichkeit und den Neid, die Gier und den Hass des modernen Jahrtausends erheben. Der Erbe, der die Ankunft der alten Götter mit all seiner Inbrunst verkünden würde, der die Aufrechten erstarken und die Frevler in die ewige Glut werfen würde. Der Wanderer schob sich an der gesichtslosen Schlange vorbei in den Bauch der steinernen Bestie. Sofort schlug ihm eine Kakophonie aus nahezu vergessenen und verehrten Tönen entgegen. Und am anderen Ende der riesigen Kapelle, auf der Kanzel sah er ihn. Und er hatte 4 Häupter und ein jedes war Teil des Ganzen und ihre Unbill gegen die verhasste Schnelllebigkeit, gegen Machtwahn und Herrschsucht erhob sich als eins. Und er rief laut hinaus die Strafen, die all jene erwarten, welche ihre Wurzeln leugnen, und auf ewig wird jede Verfehlung im bleibeschlagenen Buch der Verdammten festgehalten. Und laut blies er in die Fanfare, die verzerrte Töne voller Harmonie und Gewalt erschallen ließ und die Reuigen sanken auf die Knie und die Gläubigen vergossen Tränen und die Märtyrer weinten Blut. Dem Wanderer wurde klar, dass er hier die Wahrheit erblickte, die Wahrheit, die vor einem viertel Jahrhundert ihren Ursprung nahm und mit der Zeit verwässert wurde. Verwässert durch Unachtsamkeit und Geltungsdrang, durch Gewinnstreben und tumorartiges Wachstum. Aber er, der Erbe stellt hier an diesem Ort die Uhren wieder auf null, ruft die alten Götter und ihre ersten Werke zurück in die Geister der Tauben und Blinden, macht sie hörend und sehend. Der Wanderer war am Ziel, wusste, dass er die Quelle gefunden hatte, aus der ein Keim namens Death Metal entsprang, sich den Klammern seines Bruders Thrash entwand und noch ohne wahres Ziel in die Welt hinaus schritt. An diesen Moment erinnerte der Erbe und ließ den Wanderer auf die Knie sinken. Er blickte hinauf zu den hehren Stehlen der Vorfahren, die im Europa der alten Zeit auferstanden und das Evangelium von Blut und Gewalt verkündeten. Und der Erbe schritt mit all seinen Häuptern vor den Wanderer und berührte seine Seele und ließ ihn sich erheben und die einzige Wahrheit erkennen … „Scheiße auch eins, das ist jetzt aber mal eine Frischzellenkur für alte Säcke gewesen. Gibt’s auf FDA Rezept, oder? Danke Kumpel jetzt muss ich mich aber erst mal besaufen!  Und bleibt mir vom Leibe mit Kölsch Dünnbier!“ 
9/10

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