Tuesday, December 18, 2012

CYSTIC DYSENTERY - Culture of Death Cd / Deathgasm Records



Ich bin einigermaßen überrascht, dass eine solche Hackorgie auf Deathgasm erscheint, kümmern die sich doch vornehmlich um Old School Kram wie Nominon oder Mordbrand bis hin zu düster gefärbtem Abgesang wie Blaspherian oder Manticore . Dass da plötzlich CYSTIC DYSENTERY ihren Einstieg geben, will nicht so recht ins Schwarzlicht passen, wirken die doch zwischen all diesen Friedhofsschändern und lichtscheuen Gestalten wie bunte Vögel. Kann sein, dass sich das noch als Vorteil heraus stellen wird. Klar ist nämlich auch, dass die Band aus Florida jeden Vorteil braucht, um in Schwung zu kommen und sich selbst zu profilieren. Fast 10 verdammte Jahre hat es gedauert, bis sie nach einem einzigen Demo mal wieder etwas auf die Beine gestellt haben. Das ist nun nicht gerade der Inbegriff effektiven Schaffens. Die 3 Songs des Demos haben sie übrigens gleich mal mit übernommen. Wenigstens sind die deutlich mehr als Füllmaterial. Warum nur haben die so lange gebraucht, bis eine solche Scheibe quasi an den Eiern aus dem Schatten gezottelt wurde. Eine Schande, die darbende Kommune Tod auf einen dermaßen technischen wie brutalen Overkill warten zu lassen. Der Drummer ist das federführende, respektive taktgebende Organ eines zutiefst detailstrukturierten  Klangkörpers, der seine Schläge dichter setzt, als eine Feuerwehreinheit nach dem Wochenendprobealarm aus der Kneipe fällt. Unglaubliches Gemetzel, was der Herr da abliefert, atem-,  und pausenlos auf die Felle dreschen und dabei im Takt einer bekleidungsherstellenden Industriemanufakturnähmaschinenkohorte zu bleiben, ist schon spektakulär. Dagegen kann sich der Rest der Musiker gar nicht mehr wehren, da bleibt nur die Flucht nach vorn um im Druck der Schlagzeugwelle nicht umzukippen. Na und das gelingt natürlich auch dementsprechend gut, satte Riffs, kurze melodische wie disharmonische Solis ohne echten Focus, sich gegenseitig an den Klöten spielenden Obertönen, diverse Tempovariationen und geschickt eingesetzte Breaks, alles auf der sicheren Seite. Einige Beatdowns` lassen hämisches Grinsen in Richtung modernes Metalverständnis durchblicken, wenn die Bässe über Gebühr rumsen wie ein Presslufthammer auf staubigem Asphalt. Aber das bleiben Ausnahmen, viel lieber knüppeln die auf klassischem Blut und Eiter – Terrain wie einst Disgorge und Co. Ich war sogar nah dran, Vergleiche zu Slayer ziehen zu wollen, bis mir auffiel, dass die bei dieser verdächtigen Nähe  gerade „Born Of Fire“ gecovert haben. Asche über mein Haupt. Auch ohne diesen Kniefall vor den einzig wahren Helden der Riffgewinnung funktioniert „Culture Of Death“ tadellos, nur ein paar mehr Nummern hätten gut getan. Nach 10 Jahren Bandexistenz muss doch mehr drin sein, als 8 Songs, von denen einer noch gerippt ist. Die Könige der Schöpfung sind sie wohl gerade nicht, vielleicht ist es auch der Fakt ursächlich, dass sich einige der Herren in anderen, nicht zwingend bekannten Bands verdingen und das Hauptaugenmerk nie wirklich auf CYSTIC DYSENTERY lag. Rein spekulativ natürlich, es ist halt nur schade, dass ein Album, das dermaßen auf das Zifferblatt knallt, viel zu lange in der Warteschleife fest hing, wohingegen viele drittklassige Bands ihren Müll unter das Volk geschmuggelt haben. Aber nun gehen wir mal hoffnungsvoll davon aus, dass aus CYSTIC DYSENTERY, dem bunten Vogel im dunklen Stall endlich ein flügger Beutegreifer wird, der uns noch einige frischblutige Happen auf den Plattenteller zaubert. 
8/10

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