Tuesday, December 4, 2012

HUMANITY DELETE - Never Ending Nightmares - Cd / Dead Beat Media



Das schwedische Jahr beginnt mit Rogga und endet auch so. Alles andere wäre langsam auffällig, könnt man denken, der hat Schnupfen, oder sein ABBA Outing. Und nicht das der voreilige Schluss fällt, dieses Album wäre der Schlussstrich unter 2012. Da gibt es ja auch noch die CARVE Re – Releases, also quasi PAGANIZER und dann MEGASCAVENGER, das von ihm angeschobene und ursprünglich auch im Alleingang inszenierte und nun zum All Star Meeting angewachsene Projekt. Alleingang ist das Stichwort, denn HUMANITY DELETE ist auch aus seiner Feder, vor nahezu 10 Jahren scheinbar ohne ernstere Absichten geboren, nie über die Demophase hinaus gekommen, war es unbemerkt auch wieder hinterm Vorhang verschwunden. Nun rüttelt sich und schüttelt sich, was nicht mehr unter dem gummierten Mützchen versteckt sein will. Und splash, schießt ein alter Erguss mit unverschämter Spritzigkeit und überschäumendem Eifer in den skandinavischen Schnee. Unterstützung hat er sich von Lasse Pyykkö (Hooded Menace) geholt, der dem fast typischen Johansson Sound einige schwere Slayer Riffs überhilft, manchmal nahe am Plagiat, dafür ungemein tief gepflastert. Im Pressetext steht, das klingt wie Kerry King am Morgen (einem schlechten) danach, passender lässt sich das auch wirklich nicht beschreiben. Na und Herr Rogga aka 5 Finger Bleiorgasmus, schiebt seinen fast schon zu erwartenden Death Metal in die nie kalt werdende Röhre. Diesmal aber schrubbt das Brett über lange Strecken herrlich primitiv durch Dreck und Schotter, denn er entsinnt sich anderer landesverbundener Stilmittel. Das rotzig, dreckige rührt von der Inanspruchnahme von Crust und Grind her. Das gibt den Stücken einen nahezu frontalen Charakter und weicht von vielen seiner sonstigen Kreativdurchfälle ab. Manche Parts des Albums ließen sich wohl wirklich als primitiv bezeichnen, und das ist nicht negativ gemeint. Berechenbarer wird es dadurch, wenn die Anzahl der Akkorde auf punkiges an einer Hand abzählen limitiert ist. Natürlich wird HUMANITY DELETE nicht nur davon bestimmt, genauso könnt ihr euch auf schwedischen Death Metal freuen, der euch mit Mid Tempo auf die Füße steigt und Up Tempo das Genick bricht. Wirklich überraschendes und spektakuläres gibt es selbstredend nicht. Dafür einen nur geringfügig abgestandenen Cocktail aus allen musikalischen Einflüssen, die zum Pöbeln, Pogen, Bangen und Stammtischphilosophieren einladen. Die Texte stammen von Jill Girardi, spinnen sich um asiatischen Mystizismus, Geisterquatsch und andere haarsträubende Gruselgeschichten. Die ehemalige Razorback Partnerin lässt sich nun schon viele Jahre die malaysische Sonne auf den Bauch scheinen und veröffentlicht das Album mit freundlicher Zuvorkommenheit auf ihrem eigenen Label.  Somit steht einem weiteren Brecheisen, das kein Massenprodukt sein will, nichts mehr im Wege. Außer vielleicht das Cover. Das sieht so aus, als hätte der Meister im Kindesalter die Apokalypse schon durchlebt und wäre davon völlig unbeeindruckt geblieben. Vielleicht ist er ja auch wirklich verstrahlt und sein Hirn ist so was wie ein Schneller Brüter, der ohne Unterlass gefährliches Produkt rausschmeißen muss. Mit HUMANITY DELETE ist ihm dann auch tatsächlich die erfolgreiche Re Animation eines schon lange einbalsamierten Vorhabens gelungen. Ob es einer vermisst hätte, wenn keiner davon gewusst hätte, steht im Death Metal Kompendium eines unserer Paralleluniversen.  
8/10

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