Wednesday, December 19, 2012

MANTICORE - Behold The Ascension Of The Execrated - Cd / Deathgasm Records



Der Manticore ist irgend so ein mystisches Ungetüm, ein Löwe mit Lederflügeln und scheiß Stachelschwanz. Eine gar grausam Bestie, die neben dem Hocker des Teufels Großmutter in der Küche unterm Kessel liegt und schnurrt, wenn heißer Sud auf seine Eier spritzt. Doch die beschaulichen Zeiten sind nun vorbei. Heute ist der Tag, an dem die Hölle einfriert, der Tag an dem Satan seine Taschen packt, in die Karibik zieht und beschissene Bananen züchtet. Warum er das wohl tut? Warum es dort unten letztendlich doch unerträglich kalt geworden ist? Wenn Bands wie Manticore mit ihrem Scheiß seinen Thron anhimmeln, dann kann es kaum noch schlimmer werden, dann hat er weder etwas zu gewinnen, noch zu verlieren. „Sollen die Spinner doch alle machen was sie wollen, aber nicht mehr mit mir, die glauben doch tatsächlich, dass man mir mit jedem Scheiß einen Gefallen tut, aber das ist ein Irrtum und in gleichem Atemzug eine Beleidigung, nee ihr Scheißer, da bin ich mal weg.“ Und wen wundert es auch, kommen doch solche selbsternannten Musiker wie die von Manticore ernsthaft auf die Idee, ihre scheppernde und grausam primitive Proberaumwemse würde irgendeinen interessieren, wäre das Fanal, dass die Armee des Gehörnten unbedingt bräuchte, um die letzte Schlacht aufrecht zu verlassen. Wie soll das gehen? Mit schnarrenden Riffs, die so poplig leer sind, das sie dem König des Nichts die beschissene Schamesröte ins Gesicht treiben würden. So wahrhaft billig, dass sie den Mount Everest des totalen Inspirationsverlustes darstellen. Mit einem Drummer, der sein Kindergeburtstagstrauma immer noch nicht überwunden hat, als er sich beim Verstecken spielen unbeabsichtigt für 66 Stunden im Topfschrank eingeschlossen hat. Mit einem Sänger, dessen Stimme vage vermuten lässt, die Flucht von einer Kohorte scheißefressender Salatschnecken aus einem mittelfranzösischen Gourmettempel hätte in seinem Rachen ein jähes Ende gefunden. Das ist einfach ekelhaft. Dazu gesellt sich passend ein Sound, der übersteuert und unterbelichtet ist, der schnarrt und stolpert wie Radiowelleninterferenzen. Pseudosatanisten auf dem Vormarsch, Scheiße auch, die sollten sich zwingend Hinweisschilder auf die Kutte pappen, um nicht bei den anstehenden Karnevalsumzügen mit Kamelle gesteinigt zu werden. Lass die bei ihrer Parade ruhig Venom covern, können die Hirnis strampeln wie sie wollen, die klingen immer noch beschissener als das Original von „In Nomine Satanas“ ohnehin schon. Das komplette Album ist wahrscheinlich nur ein Witz, um die Belastbarkeit der Pandamaskenfraktion zu testen, das Nervenkostüm schwarzgewandter Finstergucker zu strapazieren. Und übertrieben haben sie den Scheiß mannigfaltig. Selbst bei abgedrehter Lautstärke entschlüpft den Boxen weiterhin unheilvolle Übelkeit, denn auch nur der Gedanke an das Gehörte, stülpt den Magen um und schickt die Speisekarte in die umgekehrte Richtung an den Absender zurück. Manticore sind der Papst des Gehirnficks, mit schlaffen Klöten und eingeknicktem Pimmel. Die Scheiße ist tatsächlich noch weniger zu ertragen, als Nachmittagsfernsehen und Kaffee trinken in Fußgängerzonen. Der dafür benötigte Stumpfsinnausweis reicht für so eine Grütze wie „Behold The Ascension Of The Execrated“ bei weitem nicht mehr. Der Leibhaftige ergreift zu Tode erschrocken die Flucht, lässt die Gabel liegen und die Großmutter ohne Aufgabe in der Küche hocken, verschwindet ohne Nachsendeadresse. Scheiße auch, ich kann ihn verstehen. In diesem Review, oder was auch immer daraus geworden ist, taucht über ein Dutzend mal das Wort Scheiße in variabler Schreibform auf, ihr könnt mir glauben, ich habe mich zurück gehalten, denn Manticore verdienen noch viel mehr davon. Ich verteile willkürlich 2 Punkte für die Chuzpe, dass die tatsächlich glauben, irgendjemand würde für flockiges Hirnejakulat Geld verschwenden. 
2/10

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