Saturday, December 8, 2012

MAVETH - Coils Of The Black Earth - Cd / Dark Descent Records



MAVETH ist ein weiterer Frostwächter aus Finnland, kalt und düster. Die Band setzt sich größtenteils aus Mitgliedern von CRYPTBORN  zusammen, und auch die daraus resultierende Musik ist Old School bis in die Dämmerung. Nur dass es hier nicht ganz so offensichtlich (nur) schwedisch ist und zusätzlich den schwarzen Atem des Black Metal haucht. Aber im Grunde bleiben beide Bands von den bunten Bildern der Moderne verschont, die Farbe der Stunde ist uni, das Gemälde aus Death und Black gestrichen grau in grau. Etwas zäh agieren sie manchmal, fast schon zu oft, wenn das Tempo absackt, drehen sich die Riffs im Kreis, steppend wie ein Tanzbär, auf permanente Wiederholung trainiert. Wer dann nicht das nötige Faible fürs Düsterdenken mitbringt, gähnt zwischendurch schon mal. Für die Musiker selbst ist das wohl ein Stilmittel, um eine möglichst morbide und blasphemische Stimmung zu implizieren. Das gelingt mit steigender Tendenz. Mid – Tempo geht auch gern mal ein bisschen mehr ab, kann sogar passieren, dass zwischendurch mal die Luft wegbleibt. Aber generell ist die Erzählstruktur des Albums sehr gleichförmig, oder zumindest bleiben die schweren, monotonen Parts vordergründiger hängen. Dem Drummer bleibt das Bäumchen - Wechsel - Dich – Spiel im Übrigen völlig unbenommen, der bearbeitet sein Bude mit souveräner Gewalt, egal ob das Drumherum nun auf gefährlichen Treibsand und sumpfigen Untergrund setzt, oder ob der Zug auch mal einen Halt auslässt. An der Gitarre passiert im Gegensatz dazu meist nur das Nötigste, das aber mit großer Effizienz und offenbar auch mächtiger Selbstüberzeugung. Frei von Technik und störenden Solis, mit dem erfolgreichen Bemühen, Black Metal nach Death Metal klingen zu lassen (oder umgekehrt), kreiert der 6 Saiter schwere Stimmungsblocker. Der Eindruck, dass die Wolken tief hängen, und der Sturm kurz bevor steht, kommt nicht von ungefähr, mit einer schnarrenden Gitarre lässt sich Friedhofsstimmung leicht erzeugen, wenn man weiß wie´s geht. Und der Herr hier hat den Bogen wohl raus. Der Gesang dazu ist sicher auch passend, klingt aber, wohl aufgrund seiner Facettenarmut, etwas gelangweilt. Tatsächlich gibt es Schlimmeres, tiefe Growls aus der Gruft gestorbener Freuden und beerdigten Lichtes, mit ihrem mehr als entspannten Knurren, sind eigentlich der ideale Begleiter zu einer leiernden Gitarre und einem unauffällig brummenden Bass. Schiebt euch nur mal den Titeltrack durch den löchrigen Schädel, der klingt doch original nach einer verrosteten Kirchentür, mit all ihrem Quietschen und Schleifen. Und drinnen wartet der untote Prediger um vom Ende aller Tage zu brüllen. Die Adepten fallen mit arthritischen Knien in den Staub und bluten aus den Ohren. Schwarze Suppe, überall, splitternde Bleiglasfenster und beängstigende Monotonie. MAVETH ist nicht auferstanden, um der Gemeinde zu gefallen, dem großen Publikum einen Dienst zu erweisen. Die Band zehrt von altem Erbgut, ändert am Prinzip des schleppenden, manchmal doomigen, manchmal trabenden Death Metal wenig bis gar nichts, außer Incantation und Immolation mit Demigod zu verkuppeln und in einen nicht bis ins letzte Detail ausgefeilten Soundkäfig zu sperren. Das muss reichen um dem alten Ziegenfuß die Hörner zu polieren. Tut´s auch! 
7/10

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