Monday, December 3, 2012

NEPENTE - Suffering Is The Seed - Cd / Metalhit



NEPENTE, das ist südamerikanischer Brechstangen – Charme, bestehend aus Blast bis zum ultimativen Kopfschmerz und strammen Riffstürmen, das ist Death Metal und Black Metal, das sind tiefe Growls, erdig , wenn auch nicht außergewöhnlich (egal) und Screams bis zum Kehlkopfkrebs. NEPENTE ist aber auch (zum Ende hin), ansatzweise episch und melodiös. Vornehmlich leiden sie ganz offensichtlich am Symptom der pathologischen Trümmerwut. Allein der Drummer, dessen Sound etwas untergeht, findet einmal von der Leine gelassen, einmal den Riemen auf die Orgel geschmissen, keinen Halt mehr und rast wilder als seine japanischen Kollegen. In diesen (häufigen) Sequenzen legt die Leadgitarre einen düsteren Teppich hin, der oft an Black Metal erinnert, aber das Terrain des Death Metal doch nicht verlassen will. Dabei halten sie sich an alle Regeln, die sie in der Szene verankern, und die es gar nicht gibt. Das aus dem Fenster lehnen, liegt den Herren nicht, sie verlassen sich auf das was sie können und zaubern einen blutig frisch geschlachtetes Kaninchen aus dem schwarzen Magierhut. Ein Kaninchen, das zu seinen Lebzeiten immer mal durch verschiedene Lager gehoppelt ist und nun eins vor den Latz bekommen hat und in der Death Metal Hölle geräuchert wird. Dem Kumpel mit den Hörnern und dem Dauerrezept für medizinische Fußpflege, dürfte es gefallen, wenn er das zarte Fleisch von den Knochen lutscht. NEPENTE haben nichts verkehrt gemacht, wenn sie sich und uns (und Ihn) in einem Affentempo schwindlig spielen, den schwarzen Hammer auspacken und bleibeladen ihre neue Kiste in die Höllenglut fahren. NEPENTE funktionieren auch, weil sie mit dem Tempo geschickt jonglieren, nie den Fuß ganz vom Pedal lassen können und weil sie zwischendurch auch zeigen, dass da noch mehr geht, als die brutale Keule auf langzottlige Schädel zu krachen. „This Shroud Is Yours“ ist ein beinahe überlanges Stück, das sich mit Geschwindigkeit über weite Strecken zurück hält, mit Melodie und verstärkter Dunkelkammeratmosphäre punktet, wahrscheinlich sogar ansatzweise nordeuropäisches Bestreben zeigt. Ganz vom Speedjunkie Image können sie aber auch dabei nicht lassen. Daraus entwickelt sich dann der vielschichtigste Song einer straff durchgewetzten Scheibe. Auf allzu viel Feinschliff achten die Kollegen in ihrem lateinamerikanischen Leichtsinn nicht, die Stellschrauben ließen sich mancherorts auch noch etwas fester anziehen, könnte sein, dass die Stücke sich dann untereinander im positiven Sinne mehr differenzieren würden. Das Ergebnis deshalb lediglich als „nur“ souverän zu bezeichnen wäre aber schon wieder beleidigend, würde dem Wert der Scheibe nicht entsprechen. Selbige ist, zwar in Eigenregie produziert, im Nachhinein jedoch im polnischen Hertz Studio gemastert. Ein Fakt, der der Band sicher zu Gute kommt. Selbst wenn das Schlagzeug nicht wirklich optimal in Stellung gebracht wurde. Nun sucht die Band nach einem Label, um das Ding in physischer Form an den Mann zu bringen. Bis dahin müssen digitale Kopien reichen. http://nepente.bandcamp.com/album/suffering-is-the-seed 
7/10

No comments:

Post a Comment