Saturday, December 22, 2012

SAGRADO - Mass Suffering Of A Human Being - Cd / Morbid Generation



Die spinnen doch die Philippinos, diese dürren, kleinen Hobbits. Haben die nicht größere Probleme, so was wie Pseudodemokratien mit ihrem Blut am Leben halten, Bürgerkriege gegen Ethnien ohne Lobby führen, und sich touristenfeindlichen Wasserwänden entgegenstemmen? Brutal – Slam – Gore – Kopp ab, geht’s noch? Und das Phänomen dort unten im Südseesislam… von denen gibt es eine ganze Armee, seit Jahren. Da sind SAGRADO nur ein Soldat in vorderster Front. Ein Kämpfer für eine klare sexuelle Rollenverteilung im Kampf der Geschlechter,ganz traditionsverbunden, ein Krieger des Liberalismus in allen Punkten die auch nur rudimentär etwas mit Blut, Eingeweiden und pornografischen Lockstoffen zu tun haben, ein philosophischer Vordenker, wenn es um klare Artikulation geht, Flagge bekennen, wenn der String in Fetzen hängt, ein Visionär, der das Herz der Finsternis mit stoßartiger Beckenbewegung penetriert. Die spinnen wirklich! Die bunte Presse würde so was wohl schon beim Frühstück zerreißen, den musikalischen Wert in Frage stellen. Und tatsächlich ist das Geballer nahezu technikfrei. Klar, die hohen Seiten werden immer mal sporadisch bedient und Obertöne verstecken sich einem extrem basslastigen Sound, aber genau betrachtet ist die Struktur des Albums kaum als spektakulär zu betrachten. Primitives Weichteile – treten und orgiastisches kleine Schwänze kompensieren. Ja Bass übrigens, den Druck den das Album mit dem tieftönenden Gesamteindruck hinterlässt, sprengt Füllungen aus kariösen Gebissen und verschmort Herzschrittmacher. Ich sag’s ja, die sind nicht ganz beisammen auf ihrer schwabbrigen Insel zwischen Pazifik und Südchinesischem Meer. Eines jedoch ist gewiss, der Unterhaltungswert für Kreistänzer, für Retronegierer, für Brüllhälse mit Frosch im Hals und Schwein im Arsch, für bierschwangere sympathische Gore und Schnaps – Debile ist immens. Die werden die philippinische Vertonung illegaler Schweinemast vom Eiland unter der Sonne lieben. Genauso wie all die anderen Truppenteile aus der Zwergenarmee. Fettes Schulterklopfen unter Kameraden, die den Topf immer noch halb voll sehen, selbst wann am Boden ein Loch ist. Und außerdem sind die dort nicht so verwöhn wie wir, wissen wahrscheinlich noch was Improvisation ist, betrachten Metal als Religion und knien sich da flächendeckend in ihre Szene. Etwas, das uns hier im Großen verloren gegangen ist, davor ziehe ich auch meinen imaginären Zipfel. Also, ich mag das Schreddern und Hämmern, Gurgeln und Stampfen, selbst wenn SAGRADO kaum in der Lage ist, sich von anderen abzuheben. Und das weil Riffe und Tempowechsel so vertraut sind, wie die eigene, dreckige Unterwäsche, weil die Vokalbildung wie immer eine inhumane Geräuschkulisse gebiert, der Bernhard Grzimek heue noch sein Mikro vor die Schnauze halten würde, wenn er denn könnte. Organe, die selbst Kryptozoologen auf den Plan rufen. Sich bei dem Speiseröhrenbrei noch Texte zurecht zu legen, zeugt von unbedingtem Optimismus. Kein großes Kino, aber ehrliches Klischeeausleben mit allen Stilmitteln die das Rülpsbreee – Universum in seiner Weisheit zur Verfügung stellt. Das Zeugt steppt mit so einigen Mankos aber großem Enthusiasmus auf den Nerven der Anspruchsvollen und tritt erbarmungslos in die Gehänge der Überkritischen. Augen ploppen aus Denkerköpfen, Schwänze versteifen sich an impotenten Leibern und es wird ein Fest für alle, die das Vertrauen in die eigene Zurechnungsfähigkeit schon längst aufgegeben haben. Ihr spinnt doch alle! 
7/10

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