Saturday, December 1, 2012

SPARROWS - Mark Of The Beast - Indoctrination - Mcd



Texanischer Übermut trifft auf norwegische Holzkirchenentflammer und satanischen Death Metal Pioniergeist, absolviert in der Krabbelgruppe einen Selbstfindungskurs gegen Autoaggression und lebt unglücklich bis zur Pubertät. Dann müssen religiös, fanatische Kindheitstraumata anders bewältigt werden, und aus der Idee als Musiker in der Armee des Gehörnten zu streiten, wird harte Tatsache. Plötzlich von der Kette gelassen, dem immer um Erziehung bemühten Sippentribunal entkommen und mit gewachsenem Hass auf das gesellschaftliche Leben, stehen 4 junge Männer vor der Entscheidung, wohin mit all dem aufgestauten Zorn, woran die Hörner abstoßen und ebenfalls essentiell, wo sind eigentlich all die willigen Frauen? Bevor es darauf unbefriedigende Antworten gibt, prügeln sie erst mal ihren Unmut und Frustration in Felle und Saiten, lassen Verstärker durchbrennen. In vollster Absicht, so unangepasst wie irgend möglich zu sein, deckeln sie ihre eigene Version von Death und Black Metal mit der Überzeugung, das T – Bone auch hochkant in die Barbecue – Hölle schicken zu können. Denn was sie auf ihrer Mini fabrizieren, die wohl der erste Teil einer Trilogie darstellen soll, hat nichts mit den in unseren Längengraden allgemein üblichen Black und Death Metal Verhochzeitung zu tun. Die Texanischen Heißsporne, die aussehen wie harmlose Collegekids mit scharfem Waffenarsenal im familiären Kleiderschrank, vermischen ihre Kreationen nicht in einer schwarz und nebulös nihilistischen Hölle, sondern lassen beiden Spielarten genug Raum, um nebeneinander zu existieren. Während der Sänger geifert und sabbert wie die eingepferchten Köter von Pabwlow mit Tollwut am Pillemann, spielt der Drummer durchweg ein heftiges Death Metal Brett, ohne Anpassungsschwierigkeiten an teilweise primitive nordische Black Metal Rhythmen. Der Gitarrensound ist es, der variiert, immer zwischen Black Metal und aufpoliertem amerikanischen Death Metal. Mal so, mal so, mal mit sauberem Doublebase über den Schlachthof, durch groovige und brutale Riffs in Richtung Bolzenschussgerät gelenkt, mal durch finstere Wälder und einige kompositorische Schlaglöcher, mal mit Melodie, mal mit Raserei, mal sphärisch auf einem Elch reitend. Mal kreischend mit Sägeblatt an den Hämorrhoiden, mal growlend wie ein Höhlenbär auf Schlafentzug. In dieser Mischung ist die Musik von SPARROWS nicht unbedingt gewöhnlich, so was kriegen nur Amis hin weil die seit Staatsgründung auf einem eigenen Planeten leben, und mit allem was sie vom Zaun brechen, die Welt ändern. Gott sei gedankt dafür. Vielleicht sind sich die 4 Kids ihrer Tradition gar nicht bewusst, merken nicht, dass sie mit all ihrer Auflehnung umso mehr im Strom schwimmen. Anerkennend muss gesagt werden, dass „Mark Of The Beast – Indoctrination“, das Prädikat Eigenständig mit Abstrichen zu erteilen ist. Denn wenn auch die einzelnen Komponenten zum Teil weitreichenden Bekanntheitsgrad besitzen, das eigenwillige Zusammenfügen und das Wechselspiel aus Brutalität und Kreuze verkehrt herum in den konservativen Misthaufen stopfen, wird mit Überzeugung durchgezogen. Zudem stimmt der Sound, also haben die Herren, die wenig um Objektivität bemüht sind, irgendwo eine noch unbezogene Nische entdeckt. Ihr könnt ja mal klopfen, falls ihr ab und an was anderes braucht als den täglichen Ärger. sparrowsmetal.bandcamp.com   
6/10

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