Thursday, December 6, 2012

THE DEAD GOATS - Path of the Goat - Cd / Instant Classic



Klassischer schwedischer Death Metal hat immer noch einen Lauf, ist das nicht unglaublich. Das oftmals verächtliche Retro - Gequatsche schreckt niemanden ab. So was muss den Gründervätern der Blut und Blei Nation doch vor Stolz den skandinavischen Bierbauch platzen lassen. Denen ist gelungen, woran sämtliche Politiker und Wirtschaftsexperten beständig scheitern – Globalisierung und ein nachhaltiges Europa. Die Idee verbreitet sich, zieht neue Sprösse aus dem Boden und begrüßt sich mit Handschlag über Grenzen hinweg. Kulturelle und finanzielle Barrieren müssen der gemeinsamen Attitüde weichen. Subkultur mit Vorbildwirkung! Und auch THE DEAD GOATS beteiligen sich am Streben für dieses gemeinsame Ziel. Schon als die ersten Anschläge durch die Rotunde hallen, lässt sich die lokale Geschmackstendenz ausmachen. DISMEMBER ist nicht mehr, also kann doch genauso gut jemand anderes auf deren Schimmel gen Apokalypse reiten … der stramme Gaul hat in letzter Zeit ganz schön was zu schleppen. Nur die wahre Herkunft der 3 Musiker ist an dem bevorzugten Stil nicht zwangsläufig offensichtlich. Białystok, ostpolnische Metropole und alte russische Grenzstadt, die den Landesvater öfter mal gewechselt hat, das ist die Heimat der toten Ziegen. Und von dort kommen doch eher unkaputtbare Grind & Gore Kapellen wie DEAD INFECTION, SQUAH BOWELS und NEUROPATHIA. Tatsächlich sind 2 Ziegenleichenhüter von letzterer Band und hängen hier ihrer Leidenschaft für staubige Melodien und tiefe Töne nach. Die Gitarre dockt am legendären Sunlight Sound an, Stockholm ist das Maß aller Dinge. Eine Mid Tempo Welle nach der anderen überrollt die Promenade, Rock´n Roll ist das Gesetz, massive Genickschmerzen das Resultat, alles getreu der Frühneunziger Maxime, als laut und dreckig noch nicht gesellschaftskompatibel war und den Metal jenseits der wirklich großen Vermarktung revolutioniert hat. Rocken muss der Scheiß, und das tut er. Sogar im ursprünglichen Sinne („The Pain Keeper“ – das setzt sich der Neuropathia Einfluss durch), nur der Sound ist dauerhaft DISMEMBER. Wer genau hinhört (so genau auch wieder nicht), der bemerkt zusätzlich, dass THE DEAD GOATS nicht immer ganz linientreu agieren. Eine anrüchige Crustpunk Note, bläst von der Seite einen ranzigen Odem von abgestandenem Bier und pöbelndem Aufbegehren gegen festgefahrene Normen hinein. Der setzt sich in nahezu jedem Stück fest, besonders deutlich in „Maggot´s March“ zu hören. Die eigentliche Absicht, schwedischem Death Metal mit der traditionell schnarrenden Gitarre brummige Riffs und morbide Melodien zu entlocken, den Bass offensiv rollen zu lassen und markerschütterndem Gesang ins Mikro zu röcheln, wird davon aber nicht beeinflusst. Eher sogar noch unterstützt, auch das ganz im Sinne der Altvorderen. Der Pfad der Ziege ist schon vor langer Zeit angelegt worden, über die Jahre zum Hohlweg ausgetrampelt, in den letzten Jahren mit viel Enthusiasmus neu gepflastert, führt er immer noch auf direkter Linie hinter den Horizont ins unbekannte Dunkel. Vorbei an Kneipen und Hurenhäusern, Friedhöfen und Bestattungsinstituten, langhaarigen Säufern und bärtigen Nordmännern. Und vom ersten bis zum letzten Ton wandern THE DEAD GOASTS darauf mit sicherem Schritt, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Die Ziege ist tot, lang leben die Ziegen, was sonst! 
8/10

No comments:

Post a Comment