Wednesday, January 16, 2013

DEKREPITATION - Demo 2012



Die Maus die brüllte, ist modern geworden. Heute hat sie keine Fantasieheimat mehr, sondern kommt aus Leipzig. Aber die Kriegserklärung rotzt sie genau so frech und idealistisch in die Welt, wie Tully und seine 20 Bogenschützen. Dekrepitation beschreiten den klassischen Weg, das Schlachtfeld zu erreichen. Um einen Platz in vorderster Reihe zu erlangen und dort wahrscheinlich am heftigsten in die Fresse zu bekommen, platzieren sie zuerst ein Demo an der Anschlagtafel für zukünftige Kriegshelden. Schnell wird klar, dass alles noch nicht so rund läuft, das Schlagzeug nach strammem Militärmarsch klingt und bei den Vocals unbeabsichtigt (hoffentlich) vereinzelt mehr Manos drin steckt als gut ist. Was singen die da eigentlich, „I don´t wanna die“, oder doch, „Einer geht noch rein“? Und dass der Sound auch eher suboptimal wie ein schlotternder Komet die Erdumlaufbahn streift, ist nun mal Fakt. Aber das ist letztendlich gar nicht so wild, dafür ist es ein Demo geworden. Ein Demo das 2 wirklich potente Stücke ins Schummerlicht schiebt, die nahezu alles haben, was das Metzgerhirn verarbeiten kann. Brutaler, technischer Death Metal, mit diversen vokalen Verrenkungen, dem Leipziger Zoo bei der Fütterung zahlreicher Raubgreifer entlockt. Eine fixe Gitarre mit Stromanschluss scheißt schartige und durchschnittliche Riffs auf den kalten Boden, aber flotte Finger wühlen im Brei, und ziehen die hohen Seiten immer wieder zum tollkühnen Feixen daraus hervor. Ohne die hätte das Gekloppe ganz sicher nicht funktioniert, oder wäre zumindest langweilig. Maxime bei den Knaben scheint zu sein; mit so viel Spaß wie möglich, nicht zu viel gewöhnliches an sich heran kommen zu lassen, fettärschige Langeweile auf Abstand zu halten. Es ist kein geradliniges, stets transparentes Songwriting, das sich den spastischen Hirnen künftiger Weltenverderber entwindet, das liegt nicht in der Sammelschale der großen Absichten. Na ja Absicht oder nicht, vielleicht sähe die Welt nach ein  oder zwei Schachteln Pils ganz anders aus. Dann wären die Breaks woanders hingefallen und die Schießbude hätte einen anderen Salvenrhythmus vorgegeben. Wer weiß das schon so genau. Dem zugrunde liegt eher der recht interessante Versuch, nicht immer berechenbar zu sein, und das zeichnet dann auch verantwortlich dafür, dass der rote Faden gern mal dünner wird.  Kann also sein, dass es noch etwas chaotisch klingt, die Sortierung der eigenen Irrungen und Wirrungen einer Revision unterzogen gehören. Aber prinzipiell ist schon alles da, bisschen dicker auftragen, ruhig das Selbstvertrauen an den Eiern packen und kräftig quetschen. Wenn  nur 2 Songs zeigen, dass der Hammer zum Knochenbrechen da ist, dann müsst ihr euch nicht zurück halten. Macht ihr beim Bleifußkontest ja auch nicht. Es ist eine über weite Strecken schweißtreibende Hatz. Das können die sich gerade leisten, die kachektischen Pimpfe, Gummi geben bis der Dummy kotzt, und mein Bierschwamm kriegt Seitenstechen. Das fordert tatsächlich Anstrengung, und ich sehe jetzt schon eine Schaar depperter Saufkollegen mit winkendem Honeckergruß planlos im Kreise laufen. Nee, in eure Pit begebe ich mich nicht, das wird zu viel für arthritische Knien, und klassisches Headbangen mit ohne Haare fällt da ganz raus. Nun gut, ziehe ich mal einen Strich drunter.  Der ganz große Wurf ist das Demo bestimmt noch nicht, steht wohl auch für die Musiker außer Frage, aber der Mast ist schon mal angepisst, und die feuchte Urinlache hinterlässt ausreichend Gestank, um sich als verewigt betrachten zu dürfen. Also lass die Maus mal brüllen, kann sein, dass sie auch einen fetten Fisch in die Fänge kriegen und das Schicksal Kopfstand macht, wie einst bei der Armee von Fenwick. Den Radau gibt es hier für umme: http://www.facebook.com/dekrepitation  
6/10

No comments:

Post a Comment