Friday, January 18, 2013

EASTFRISIAN TERROR - Leever Dot As Slaave - Mcd



Deutsche Volkshelden gibt es zahlreiche, echte Dösbaddel und Klauschweine, nach dem Tode verklärt und geopfert für Recht und Freiheit. Den Schinderhannes, der Robin Hood des Hunsrück, den Stülpner Karl im Erzgebirge, Deserteur und Wegelagerer, oder Klaus Störtebecker, einer der berüchtigten Vitalienbrüder, die im Mittelalter so manche Hansestadt an den Rand ihrer Existenz gebracht haben. Dieb und Mörder, aber mit eigenem Theaterstück. Volkshelden halt. Und wen haben die Friesen. Otto Waalkes, seines Zeichens plattester Untoter aus nördlichen Gefilden, beliebt, berühmt, und gemeingefährlich wegen unerlaubter  Sektenbildung. Der Blödizismus, niedergeschrieben im Buch der Friesen. Und das ist der Aufhänger für EASTFRISIAN TERROR, die Krawallcombo aus dem fernen Norden, wo der Seewind bläst und die Dünung reichlich Inseln zum Vollkacken anschwemmt. Die haben den friesischen Katholizismus doch tatsächlich vertont. Und zwar so rabiat, das dem Messias mit dem schütteren Haar der Hals seiner schrummeligen Wandergitarre bricht. Seit er sein Evangelium in unheiligen Händen weiß, hüpft der nicht mehr wie ein waidwunder Haase über die Bühne, angeblich steht hinterm Vorhang sogar ein Rollstuhl bereit. In die Verzweiflung haben sie ihn getrieben, den Ärmsten. Und dabei wollten die Jungs doch nur seine Anliegen supporten, seine treuergebenen Jünger sein. Gleiches Ziel, andere Mittel, so was führt zu Missverständnissen. Mit bierseligem Nationalstolz, im Kneipenqualm bei Lütt und Lütt geboren, fiel schon kurz nach Bandgründung ein Demo ab. Brutales Death Metal Gekloppe mit melancholischem Zwischenhoch und viel stürmischer Blasterei. Kollege Eden zwängt sein Organ durch diverse Schubladen, von Florida bis Schweinekoben und auch das musikalische Gesamtbild legt sich nicht zwingend auf irgendeine Region oder bestimmten Stil fest. Die schütteln und lassen fallen, den Rest macht das jahrelange Rumhocken in irgendwelchen verräucherten Proberäumen. Denn reichlich gezockt haben sie schon alle. Nun aber geht es ans Eingemachte, an die Verteidigung der eigenen Heimat, um die Anerkennung der friesischen Bevölkerung im Kreise des germanischen Völkerbundes, um das Plattdeutsch, das nur noch den Alten vorbehalten ist. Um auf die Probleme der sturmgeplagten Bevölkerung von der kargen Platte aufmerksam zu machen, muss Detah Metal her, müssen Vocals her, die heimische Gefühle in die Welt gurgeln und schreien, auf dass sie noch im tiefsten Bayern zu vernehmen sind. Da muss ein Schlagzeug her, das die tosenden Brecher an der zugigen Küste übertönt, und da muss Strom auf Gitarren. Am besten aus einem Offshore Windpark. Und dann werden Saiten gezupft, bis die Anschläge im Rauch von Zeit und Raum verglühen. Ob tatsächlich  Ernsthaftigkeit hinter den Ostfriesenrevoluzzern und ihren hehren Absichten steckt, bleibt dahin gestellt. Rein musikalisch kloppt das so manchen Sandsack weich, aber hat das auch Potential? Die singen wohl angeblich auch auf platt, gut fällt nicht auf, versteht ja keiner, aber normal ist das doch bestimmt nicht. Ist das dann so was wie der Bleikarneval des Nordens, so was wie die Höhner in Köln? Nur halt mit echter Musik, solcher die Dresche anbietet und auch austeilt? Spekulationen beiseite, EASTFRISIAN TERROR  steht für ein schonungsloses Allwettergemetzel mit viel Humor und vorrangiger Brutaloattitüde. Auf so eine Zusammenstellung kommt man nur, wenn der Weizen zu nah an der Autobahn steht und Köm schon zum Frühstück gehört. Dann wird zu viel gemeckert und gesoffen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, nur mit dem Meckern, da muss nun mal Schluss sein. Und dafür sorgen Micha, Daniel, Alli und Uwe. Geht mal hin und holt euch eine Kelle Selbstbewusstsein von den Friesenpriestern ab. Immer schön auf die Ohren, bis es schmerzt!  https://www.facebook.com/EastfrisianTerror
7/10

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