Wednesday, January 9, 2013

ENSHADOWED - Magic Chaos Psychedelia - Cd / Pulverised Records



Zum diabolisch grinsenden und dem Zwangshass gegen Alles unterworfenen Pandazirkus habe ich seit Anbeginn des Facepainting ein gespaltenes Verhältnis. Ich traue den Hunden nicht über die Pinkelspur. Das werden ENSHADOWED auch nicht ändern können. Mit weit ausladenden Gitarren, viel Blast und Gekeife sowie massig hohen Tönen schmatzen unheilige Bruderküsse auf haarige Wangen, die auf Arrangements setzen, die die Schwarzen in der eigenen Szene verharren lassen, als auch dem Death Metal auf die Schulter klopfen. Sowohl als auch, denn selbst bei geschminkten Waldläufern hat es sich rumgesprochen, dass Morbid Angel (zumindest einst) und die Scharen ihrer Adepten, die peppige Teufelsideologie teilen, die den lackierten Satansanbetern so essentiell scheint. Dann  ergibt es sich eben, dass schwere, rudimentär thrashige Riffs sich einem brutalen Boxenkampf entwinden, der polnischen oder brasilianischen Death Metal Bands zur Ehre gereichen würde. Und das schließt melancholisches Rumsaften und Wehklagen nicht aus, was von düsteren, etwas zu schrillen Melodienwucherungen krank und blass gehalten wird. Warum es nun 10 Jahre gedauert hat, bis sie ein neues Album aus dem Brunnen gezogen haben, lässt sich wohl nur mit dem aufrichtigen Undergroundgebaren erklären, dass sie in der vergangenen Dekade jede Menge Split Sachen in die Versenkung gezaubert haben. Sieht jedenfalls so aus, als hätte das ihrer Übellaunigkeit nicht geschadet und das nun ausgebrochene Chaos bügelt die Falten der Vergangenheit wieder glatt. Immortal - Style, quasi, wenn’s mal nicht mehr so läuft und der Schmärbauch über den Gürtel quillt, dann greift der erfahrene Ziegenfußbeschwörer zum Beautycase. Optisch wie musikalisch. Um sich von der Masse abzuheben, wird ein Lidstrich mehr gezogen und eine Komposition neben den Rest gestellt. So entsteht dann dieses unheimliche Durcheinander, dass der Titeltrack beschreibt. Mit Akustik, orientalischen Klängen, fiesen Kehlkopflauten und einer Stimmung, die auch Friedkins´ Exorzisten gefallen hätte, genau wie Niles´ Ägyptologendeutungen. Mit klarem Blick über das Album geschaut, windet sich da wirklich ein Wurm, der an verschiedene dunkle Künste des Metal aneckt, aber grundsätzlich eine tiefschwarze Schleimspur hinterlässt, der am Ende experimentell mäandern will und doch niemals die sichere Planke verlässt, an deren Rändern er über Bord zu gehen droht. Mystisch, teils gemäßigt psychedelisch, häufig thrashig und irgendwie auch brutal, das ist es, was die griechischen Satansjünger vom Zaun brechen, wenn ihr Album den Raum beschallt. Alles auf beachtlichem Niveau und in kritiklosem Soundmantel. Letztendlich ist Enshadowed ein durchaus starkes Album entwichen, das auf Vielschichtigkeit setzt und diverse Elemente aus dem Genre für sich zu nutzen weiß. Beinahe 15 Jahre Erfahrungen spielen ihnen dabei natürlich positiv ins Blatt. „Magic Chaos Psychedelia“ funktioniert von Behemoth bis Decapitated, weil es Dampf macht, irgendwie stylisch wirkt und technisch auf gesunden Füßen steht. Auch wenn das mein Verhältnis nicht kittet, meinen Respekt für ein gut durchdachtes Album bekommen sie. 
7/10

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