Saturday, January 12, 2013

ETERNAL SOLSTICE / MOURNING - At The Dawn Of… Re- Release - Cd / VIC Records



Diese Split hat in ihrer Originalfassung irgendwann mal meinen Horizont geschnitten, ist dann aber wieder abgetaucht. Wenn ich das Split Album heute höre, weiß ich in etwa warum und vermisse nichts. Denn beide niederländische Bands spielten einst eine Variation des Death Metal, der an simplem Stumpfsinn kaum zu unterbieten war. Tatsächlich hört man ganz genau, dass die Scheibe eigentlich so alt wie der Mensch ist und wer das krustige Öhrchen spitzt, richtig aufpasst, hört noch Höhlenschotter den alten Berg hinab rieseln, wenn der Neandertalerbulle seine alte unterm Bärenfell beschnattert. Mid Tempo Death Metal mit doomigen Passagen, meist nach nordamerikanischem Vorbild, das bedeutet brummig, bassbestückte Riffs, wenig Technik und ein paar Solis oben aufgezapft. Zum Gähnen langweilig, da fällt der Kopf ohne Fremdeinwirkung mitten ins Frühstücksei. Wenn Eternal Solstice die Frühform des Totmetalls bedienen und klingen wie viele ihrer Zeit, sich über die Jahre sogar einen Namen gemacht haben, dann muss ich staunen, auf welcher Basis sie ihre Karriere geründet haben. Da stehen 4 Songs am Anfang wilder Unangepasstheit, die mit Betroffenheit scheppern und nicht so recht wissen wohin mit ihrem ungezügelten Übermut, ihrem Proberaumcharme und dem wenigen, dass sie als junge Rotzer an Talent aufzuweisen haben. Ständige Wiederholungen bestimmen reizlose Riffs, sinnlose Anschläge ohne Pfiff. Aber einst, als noch nicht alles gehört war und jeder Lichtgeschwindigkeitsgliedmaßen bis in den letzten Fingerknochen hatte, war das wahrscheinlich gottgleich. Demnächst werden für das Jahr 2020 die Zehenglieder beübt, dass man mit denen Schlagzeug spielt, und der so geschulte Drummer die Arme fürs Winken frei hat. So betrachtet wäre es nicht unmöglich, dass Eternal Solstice nicht die schlechtesten im Fach waren, und der Anfängerbonus kommt noch hinzu. Fad und tröge isses trotzdem. Mourning klingen sogar noch schartiger und vor allem thrashiger, aber auch die hatte der Doompapst bei den Eiern, nicht so arg wie ihre Kumpels, dennoch… Beeinflusst waren sie ganz deutlich noch von Bands wie Onslaught oder Possessed. Und vom Saxophon. So was gehörte schon immer auf die schwarze Liste absoluter No-Goes. Das Instrument ist dann das Einzige, was von Mourning hängen bleibt, der Rest ist semibrutal und eher bieder. Die gucken zu sehr nach den 7 Kirchen, in denen sie einen schwarzen Sabbat feiern können. Das energetische Potential beider Bands (die ihr sicher erkannt habt), geht den Niederländern leider völlig ab. Aber auch bei ihnen handelt es sich um die ersten Steptanzversuche auf dem mit glühenden Reißnadeln überzählten Tanzboden. Ihr Part der Split enthielt das erste Demo, plus 2 weiter Songs. 

Eternal Solstice sind weiter gezogen, haben bis heute so einiges an schwartigen Riffkunststücken an den Mann gebracht, Mourning ist das nicht wirklich gelungen, selbst als sie sich 97 in Rouwen umbenannten. Späte Anerkennung für unterschätztes künstlerisches Meisterschaffen wird die Neuauflage einer Jugendsünde ganz bestimmt auch nicht bringen, „At The Dawn Of…“ ist wie ein alter Penner, der in stinkenden Klamotten vor der Bierstampfe ins Koma gefallen ist. Den muss man nicht unbedingt wieder aufwecken, nur um noch mal zu erfahren, wie ranzig alte Füße stinken. Kultig ist was anderes, musikalisch wertvoll auch, selbst Nostalgiker, die ja scheinbar momentan an jedem Holunderstrauch wachsen, brauchen keinen neuen Freudentanz einstudieren. Mehr als gewöhnliches Rumpelpunpelknarzundschepper gibt es nicht.

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