Sunday, January 20, 2013

EVIL SHEPHERD - Evil Through Darkness And Darkness Through Death - Cd / Empire Records



Ich bin kein buntgeflackter Experte, wenn es um neue, alte Thrash Metal Bands geht. Auf jeder Hochzeit der Braut das Strumpfband abtanzen, lohnt auch nicht, sind ja auch Schabracken dabei, wer knabbert schon gern an rohen Schweinehaxen, pfui Teufel. Aber bei EVIL SHEPHERD bin ich mir sicher, dass sie in der entsprechenden Szene sehr gut landen werden. Das haben sie wohl auch schon mit dem ersten Album, aber wie gesagt, liegt gewöhnlich nicht auf meinem Radar. Wie bittersüße Herrenschokolade rinnt der 2. Schlag der Belgier vom Plattenteller. Authentischer Thrash ohne Verfallsdatum, dicht angedockt an die Großen wie Sadus und Destruction. Besonders Zweitere scheinen nicht zu verachtende Einflußgeber zu sein, der von Schmier geprägte hohe und zornige Gesangsstil ist ohne allzu viele Abstriche in die Reihen der Belgier eingefallen. Zusätzlich unterstützt von einzelnen Growls, die aber eher lückenfüllend als aufdringlich sind, dafür aber,als positiven Nebeneffekt, der Musik eine differenziert brutale Note verpassen. Dazu gibt es die technisch nicht unbeschlagenen, aber ebenso wenig mit zwingend eigenem Mist gedüngten Leads und Solis. Ist eben der eigenen Sozialisation unterlegen, was man frisst und was man scheißt. Schlimm ist es nicht, auf sicherem Boden tritt und tanzt es sich immer besser. Die Riffs rasen wie unter Tollwutsalven über Feld und Flur, gedeckelt und gepeitscht von zahlreichen Solis. Immer schön im Wechsel, oder überlagert wie kalter Hund.  Die Basslinie sticht immer mal wieder melodisch hervor und nur der Drummer hat etwas das Nachsehen, wirkt er im Gegensatz zu den hervorragenden Saitenzupfern etwas blass und stumpf. Dass sie mit Blackened Thrash umworben werden, wollte mir auf die erste Runde nicht in den Kopf, klang das Album doch viel mehr nach gehetztem Chaos und bierseliger Spielfreude. Ja Freude tatsächlich, missgestimmte Weltenhasser habe ich nicht ausmachen können. Wer sich das Cover betrachtet und weiß, dass die Musiker lieber okkulte Texte verfassen, als sich mit anderen Belanglosigkeiten den Tag zu verhageln, der erkennt dann doch eine latent wütende, dunkel lackierte Seite. Da werden die Antennen sensibler. Und dann rückt ein Song wie „Necro Sorcery“ in ein ganz anderes Licht, da sind die Arrangements plötzlich doch schwarz. Am deutlichsten zu hören, solange der Vulkan keine Lava kotzt, solange das Tempo noch gemäßigt ist. Die Leadgitarre zieht ein durchaus sinisteres Riff wie einen roten Faden durch das Stück. Der Leibhaftige darf  über Jungfrauen onanieren und eine Heerschar Dämonen begattet alles über 13. Hauptsächlich jedoch wird gedrängelt und geschoben, mit Geschwindigkeit nicht gegeizt und Hektik zu etwas Alltäglichem. Das Motto der Instrumentenverweser lautet, Aggression anstatt Depression. Etwas, dass sich für echte Thrash Helden auch gehört. Dass sie so auf Dunkelheit und die unheilige Dreifaltigkeit fixiert sind, empfinde ich persönlich als verschwendete Zeit, oder zumindest als Albernheit einer blauäugigen Jugend. Hätten sie auch gleich Black Metal machen können, und sich die Gesichter mit Katzenstreupeeling gebleicht. Aber das ist wohl auch eine Form von Individualismus, der jedem zuzugestehen ist. Vorrangig und im vollen Sonnenlicht steht der Einfluss der Thrash Metal Heroen aus den 80ern, oder zumindest diese stilprägende Zeit. Und da hat das belgische Brudergespann und ihre Kumpels gut aufgepasst, die alten Platten von Grind und Death befreit und einen Weg gefunden, es ohne modernen Beigeschmack neu umzusetzen. Also, spürt die Peitsche des Hirten, ihr elenden Schafsköpfe!   
7/10

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