Thursday, January 24, 2013

FALSE FLAG ATTACK - Nuclear Winter - EP



Die Verstrahlten haben wieder Ausgang aus der Klapse, oder sie haben den Hausmeister mit Büchsenwurst bestochen um an den Nachschlüssel zu kommen. Ganz egal, jedenfalls sind sie wieder draußen und haben eine neue Ep eingerüttelt. Harscher Grindcore legt sich über atomar verseuchtes Brachland, inklusive doofer Weihnachtslieder und einer Xylophon Schmachterei. Ist beinahe wie bei Helge, nur harmonischer, und der Vogel überlebt. Ansonsten schält sich wieder das gleiche Bild aus der Kruste, kurze Stücke mit diversen Intros, massives Gezappel und an allem ist sowieso der Amerikaner Schuld. Wahrscheinlich war die Butter und der ganze ranzige Rest, den die damals über die Luftbrücke eingeflogen haben, schon radioaktiv belastet, und das genetische Erbe solch fadenscheiniger Experimente erlebt jetzt seine Vertonung durch direkt Betroffene in 3. Generation. Zotteln Geigerzähler in aufgelassene Bunkeranlagen und bauen sie zu Instrumenten um, entlocken ihnen Aggression und Groove, vor allem aber Lautstärke. Und keiner fühlt sich befleißigt, Hilfe zu leisten, den Wachschutz zu informieren, oder notärztliche Hilfe zu organisieren. Die dürfen einfach ihre Zwangsjacken abstreifen, brüllend wüten und grinsend rocken, ohne dass irgendjemand die Gefahr erkennt? Oder sind tickende Grindbomben in der Öffentlichkeit gar nicht wahrnehmbar, da ohnehin niemand auf Spinner achtet? Auch nicht, wenn die das Schlagzeug mit Schmackes an die Wand klatschen und hinterher im maximalen Schleudergang durch die Waschmaschine ziehen. Und dass niemand wirkliche Weihnachtsliedern fehlerfrei singen kann, die auf der Straße immer von Besoffenen oder Kamerasüchtigen gebrüllt werden, macht es auch nicht einfacher. Selbst nicht mit Gitarrenbegleitung, da werden die meisten nur kopfschüttelnd dran vorbei gehen und vielleicht ein paar Nickel in den Hut werfen. Das Intro ist übrigens putzig, wenn jemand die eigene Musik auf Englisch erklärt(was der Muttersprache aufgrund indogermanischer Verschwörungen nur rudimentär ähnelt), hakelig wie Diesteln an der Hundeschnauze durch die Vokabeln holpert, dann entschlüpft mir ein sympathiegeneigtes Lächeln. So würde ich bei ähnlichen Versuchen wohl auch klingen. Ich glaube, die Entwichenen neigen ganz gut zu Selbstironie, holen gern die Axt aus dem Verschlag und zertrümmern ganz traditionell und mit viel Spaß ihr Umfeld. Neue Akzente zu setzen, scheint ihnen genauso bedeutsam, wie Fahrradreifen aufpumpen, oder über Luftholen nachdenken. Das lässt Platz um sich über den Unterhaltungswert zu kümmern. Und den hat das spastische Gebretter auch ohne allzu hoch geschraubten musikalischen Anspruch. Ein nuklearer Winter ist ja auch nicht anspruchsvoll, nur grau und kalt. Da ringt das Duo der Schauervision noch ein paar Sonnenstrahlen ab und bringt es wahrscheinlich fertig, sich trotz ernster Thematik kringelig zu lachen. In punkto Artwork könnten sie sich ja vielleicht mal Gedanken machen, und für das nächste mal schon mit dem Buntstiften üben, aber ansonsten ist es wieder ein muggelig kurzer Stepp geworden. Ihr wollt Grindcore, der halbwegs authentisch für Krach und gute Laune sorgt, aber ihr wollt nicht den ganzen Tag damit verbringen? Der muss nur reichen, um Brötchen vom Bäcker zu holen? Dann ladet euch das 2- Output von FALSE FLAG ATTACK und mosert hinterher nicht rum, wenn euch ein drittes Auge am Arsch wächst! http://www.facebook.com/falseflagattackgrind  

7/10

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