Thursday, January 3, 2013

MEGASCAVENGER - Descent Of Yuggoth - Cd / Selfmadegod Records



Und es rollt immer noch, das Egokarussell mit nur einem Insassen auf der Suche nach den eigenen Leistungsgrenzen. Und bevor der amtsärztlich bestellte Bunte Pillen Doktor seinen Befugnissen nachkommt, den Herren R. Johansson von seiner ungesunden und selbstzerstörerischen Umtriebigkeit befreit, lassen wir dieses Album erst mal auf uns wirken. Klar doch, auch MEGASCAVANGER ist ein Projekt, das dem Irren scheinbar zwischen Tür und Angel aus dem mittleren Hosenbein gerutscht ist und, wen erstaunt´s, mal wieder nicht so klingt. Halbgar sind höchstens die angegammelten Heringe im Kühlschrank der Familie J. Für den 2. Auftritt nach der letztjährigen Ep hat er sich jedoch prominente Unterstützung in die skandinavische Metzgerei geholt, und ein riesiges Aasfresser - Schlachtfest daraus gemacht. Da hat er wahrscheinlich gesessen, in all dem Blut auf Boden und Wänden, hat seine Erektion gefragt, was er denn noch nicht ausprobiert hat und der südlich verlagerte Durchblutungsstau hat geantwortet;  „Hol die alte Säcke, dann ist der unter mir nicht mehr ganz so schrumpelig einsam.“. Und das hat er dann gemacht, und heraus kam ein überhaupt nicht überflüssiger All Star Mitmischpoker, der Spaß macht, kernig röhrt, düster sein darf, aber auch direkt oder leicht verspielt in der Bauchgegend strampelt. Die ran gekarrten Mitmusiker geben dem Album, respektive den Songs an denen die jeweiligen Herren immer unverwechselbar beteiligt sind, eine besondere Note, empfangen, quasi einen Hauch demokratischen Gestaltungsrechtes im gewöhnlichen Universum der gelebten Einzelentscheidungsberechtigung. Speckmann mit seinem räudigen und bösartigen „Würg mich nicht – Kehlkopfkrebs“ ist hochgradig markant und gewiss noch in Lichtjahren auf antiken Aufnahmen sofort zu erkennen. Sind das Worte oder der rektale Hauch vorzeitig verstorbener Schlittenhunde? Auch Herr Grewe quetscht sein Organ mit Erfolg zwischen einen Rogga Song, zieht unvermeidlich schwarze Materie an und überlädt das Getöse mit reichlich negativer Energie. Patrick Mameli zaubert ihm ein Solo hin, das dem in der Regel stumpf wippenden und morbiden Song beinahe eine erschreckend progressive Ader verleiht. Zumindest zu Beginn, das relativiert sich wieder und der Angstschweiß darf in Ruhe trocknen. Zuzüglich dieser anwesenden Inspirationszombies geben sich auch noch andere Gestalten zum Büchsenbier und Trockenfleisch die abgegriffene Klinke in die Hand. Dan Swanö, von Scotty hinter den Reglern weggebeamt opfert sein Organ, genauso wie Jörgen Sandström, ebenfalls ein schwedischer Vollbeschäftigter. Jonas Lindblood und Eric Daniels füttern die bleierne Aussteuertruhe mit weiteren Solis, und alle färben ihren Part etwas bunter, als der Herr des Gerangels das von sich aus getan hätte. So geschieht es, dass zwischen Mid-,  und Downtempo, zwischen morbiden Fallstricken und finsteren Stachelgruben voller tödlicher Roggalanzen im Gräbergarten von Gamleby immer wieder fremdartige, fleischfressende Pflanzen etwas Couleur in die rauchige Gedankenwelt des dauergeschädigten Zwangsmusikers bringen. Und da ja nun klar ist, wer so alles mittut, Sippe und Heimat im Stich lässt um mit einem Süchtigen seine Sucht zu teilen, liegt es auch auf der Hand, wie sich die Musik anhören wird, noch bevor der erste Ton versehentlich aus dem Death Metal Krematorium entschwindet. Eine Produktion, fett und potent wie ein süddeutscher Zuchteber, verspricht viel Spaß und zumindest  mittelfristig gute Unterhaltung und wohliges Gänsehaut gerben. 
8/10

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