Friday, January 25, 2013

NEBULOUS - The Quantum Transcendence Of Death - Cd / Blast Head Records



NEBULOUS, das sind Alex Pitts  (Vocals) und Matt Rogers (Gitarre) und das war Schlagzeuger Justin Beasley. Diesen hat der Große Geist in seiner unendlichen Weisheit 2011 zu sich gerufen und uns somit einen großartigen Drummer genommen, dieses Arschloch. Die erste Hälfte des Debütalbums gehört ihm. Und das klaut keiner mehr. Verewigt hat er sich mit einem sehr variablen, technischen Wirbelsturm, der allen Ansprüchen des technischen Death Metals voraus ist. Er flickt die Löcher in den Breaks, als hätte er sonst nichts zu tun, schiebt das Tempo bei diversen Wechseln an und pflastert allzu unharmonische Gitarrenexkurse mit wirbelnden Stakkatos zu. Ein wahre Schande, dass so ein Talent nicht mit Stolz auf sein erstes Album blicken darf. Dafür machen das seine Kollegen, die die Aufnahmen sicher auch in seinem Sinne beendet haben, und den menschlichen Verlust mit 4 weiteren Songs nicht so arg nach außen sichtbar machen. Freuen könnt ihr euch auf Death Metal mit gehobenem Anspruch, in etwa orientiert an Origin und Cryptopsy. Death Metal in dem die Leadgitarre gut zu tun hat mit all den Richtungswechseln und einem nicht unbedingt leicht zu schluckenden, hakeligen Songwriting. Etwas kompliziert zusammen gebaut eben, aber das in voller Absicht, denn währen sie um Eingängigkeit bemüht, hätten sie so einiges anders gemacht. Was uns erspart bleibt, oder vorenthalten wird, je nach Geschmack, sind ausufernde  Tanzeinlagen auf den hohen Seiten. Nicht dass die nicht auch eine Rolle im Konzept der Band spielen würden, aber hier geht es demokratisch ausgeglichen zur Sache, nichts wird über Gebühr in den Fokus gedrängt. Und dann brennt eben ein atemraubendes fett qualmendes Buschfeuer, dass sich mit zunehmender Rasanz durch die Prärie frisst, kurze windstille Momente nutzt, um die Flammen mal etwas höher und die Rauchsäule noch fetter wüten lässt. Die von der Band ins kollektive Bewusstsein ausgelagerten Hc und Punkwurzeln, die das Infoblatt als so wichtig erachtet, müssen dabei verbrannt sein. Um sich damit wirklich auseinander setzen zu können, müsste der Aufbau der Stücke wesentlich primitiver und entspannt sein, tatsächlich aber bemüht sich das Duo mit Erfolg um ein gesteigertes Maß an Komplexität. Schön auch, dass sie dabei einen wichtigen Fakt nicht aus den blauen Augen verlieren. Ein Death Metal Fan will in seinem Inneren immer eine brutale Keule über den hölzernen Schädel gezogen bekommen. Und bevor Nebulous sich in selbstgestrickten Jacken uns massivem Schulterklopfen und entrückter Verspieltheit hüllen, hohlen sie oft genug den Knüppel aus dem Verschlag, um genau dieses Bedürfnis zu befriedigen. Dann passiert es, dass zwischen Geschwindigkeitsvariablen und Rhythmusbrüchen kreissägenförmige Riffs den Nacken massieren. Dem Album ist anzuhören, dass die Musiker keinen Moment an sich zweifeln, auch nicht nachdem ihr Schlagzeuger so plötzlich gegangen ist, dass hier Selbstbewusstsein das Zepter schwingt und jeder Anschlag genug Energie erzeugt, um das Lebenslicht des Erbes eines begnadeten Stöckchenschwingers noch verdammt lange am Glühen zu halten. Nebulous ist eine Band, die im Verlauf einer Cd ihr Spiel immer noch mal zu forcieren weiß und nach jeder Kurve den Fuß wieder durchs Bodenblech tritt. Sie nehmen jede Steigung und jede Windung mit allergrößter Selbstverständlichkeit und scheißen bei jeder Bremse einen riesen Haufen Death Metal auf die Rückbank! Wer es tricky aber nicht zu progressiv mag, wer mitgehen und gleichzeitig beeindruckt werden will, der kauft sich „The Quantum Transcendence Of Death“! 
8/10

No comments:

Post a Comment