Sunday, January 13, 2013

OVERTORTURE - At The End The Dead Await - Cd / Apostasy Records



Monogamie, hehre Tugend und gesellschaftlich verordnetes Dogma, oder nur eine Illusion, die unserem genetischem Code völlig unbekannt ist? Und bezieht sich das nur auf das komplizierte Miteinander von Liebe fabulierenden Sexualpartnern. Ist Monogamie wirklich so anstrebenswert? In Bezug auf andere Bereich sozialen Miteinanders keinesfalls, denn das würde den Artenreichtum und die künstlerische Vielfalt kreativer Kopf und Fingerarbeiter, bzw. deren Koordinationsfähigkeiten massiv behindern. Empirisch belegbar ist das in der von der breiten Masse abgeschirmten und in völliger Unkenntnis lebenden Death Metal Szene. Weltweit und speziell in Schweden. Hätte dort in den letzten 25 Jahren jeder sein Süpplein für sich anbrennen lassen, würde heute niemand mehr von einer richtungsweisenden Bewegung reden. Hätten die nicht schon immer wild untereinander ihre Hirne gegen die Wand gevögelt, wären niemals so viele Frischlingsgeburten in den bleiernen Sud geworfen wurden, hätte sich das musikalische Angebot keinesfalls so weit aufgefächert, und uns eine dermaßen bunte und kontinuierlich wachsende Schlachtplatte beschert. Und so ist es unnütz von All Star Bands zu sprechen, wenn sich erfahrene Musiker mit reichlich Blut an den Händen entschließen, noch einen Bastard  aus dem kleistrigen Mutterkuchen zu zerren. Das Ergebnis rechtfertigt jedes Mittel, zumindest in einer Kunstform, die von Brutalität genauso bestimmt wird, wie von rauchenden Köpfchen. Da wird gerammelt und gedacht, geprügelt und philosophiert und am Ende purzelt dann ein Akt wie Overtorture  ins Weidenkörbchen. Overtorture, das sind laute und fleißige Mitstreiter des schwedischen Oberhauses, die in diversen Kapellen für Stimmung sorgten, und/oder es immer noch tun (Coldworker, Grave, Demonical, Insision…). Und sie bringen ordentlich Erfahrung aus ihren anderen Bands mit, zuzüglich eines mächtigen Spielschwengels, fett und lang wie ein mumifizierter Mamutpimmel mit reanimierter Schwungkraft. Von jedem etwas und von allem das Beste. Die müssen sich nicht hinstellen und beweisen, die zocken ihr Debüt mit allergrößter Gelassenheit und der angemessenen Professionalität. Das klingt beinahe schon überheblich, aber wer sonst könnte sich so was leisten. Und schüttelt man den Bodensatz, das Wurzelgeflecht der Musiker ordentlich auf, mischt den ganzen Radau mit seinen Unterschieden in musikalischer wie lyrischer Auslegung, erhält man ein wahres Monster. Ein Monster, das sich seiner Basis, seiner schwedischen Zugehörigkeit genauso bewusst ist, wie seiner überregionalen Expansionspolitik. Wenn der Ton erschallt, jeder Anschlag marode Türme einstürzen lässt und jedes Fellvibrieren dem Kanonendonner einer russischen Flakbatterie gleichkommt, die ohne Rücksicht auf zivile Verluste gnadenlos ein Geschoss nach dem anderen in die Frontlinie jagt, dann fällt jegliche Zurückhaltung in den Staub. Fleischig, erdige Vocals brüllen zornige Parolen, die die Mannschaft erzittern lässt und das Soundpaket begrüßt den Feind mit düsterer, melodischer und brutaler Offensivwirkung. Dann haben wir Metal, der an klassischen Schlachtentaumel anknüpft, Bolt Thrower und deren Kriegspläne  innig studiert hat, den heimischen Bloodbath nahesteht, aber vielleicht auch Bands wie SFU und Jungle Rot einiges an Munition aus der Kiste geklaut hat. Das dann aber mit dem gewaltigen Vorteil, dass die Leadgitarre der Nordeuropäer um einiges fleißiger ist. Nur das Marschtempo der Truppe lässt Vergleiche zu. Vor allem sind die Herren sich aber über ihre eigenen Stärken im Klaren und treten äußerst selbstbewusst auf das Podium. Und von dort rufen sie; „Zum Teufel mit Monogamie! Wir verteidigen unsere Souveränität, indem wir jede Spalte begatten, bis zum Schallloch neue Ideen herausfliegen! Sag ich nur, richtig so! 
9/10

No comments:

Post a Comment