Wednesday, January 9, 2013

SKULLHOG - The Evil Dead - LP / Fatass Records



3 Käseschwänze für ein Halleluja, oder; Fahrt zur Hölle, ihr Halunken. Lebensmüde Limburger mit tief hängender aber locker sitzender Bewaffnung auf dem Weg, die Köpfe dem Klischeehenker darzubieten, um ihm kurz vor Vollzug möglicherweise mit ihren strammen Pimmeln die Berufsehre aus dem schwarzen Leib zu vögeln. Nichts macht Angst und schon gar nicht peinlich, nicht die Tatsache, dass das titelgebende Thema der Lp seit 32 Lenzen rumgereicht wird wie eine bulgarische Straßennutte, noch dass die dafür verwendete Musik bereits bis in die letzte Höhlung erforscht ist. SKULLHOG geben sich davon völlig unbeeindruckt und behalten natürlich Recht. Die haben die Chuzpe, das in Menschenhaut gebundene und mit dem Blut der Verdammten geschriebene Buch aufzuschlagen und ihren eigenen Senf dazuzukrakeln. Die holen das alte Tonbandgerät aus dem Keller und spielen die Beschwörungsphrasen nochmals ab, bis der Wald erwacht und dämonische Entitäten von ihren adonitischen Leibern Besitz ergreifen, ihre Stimmbänder mit Geisterkotze spülen und so ungefähr 318 kleine Knoten reinknüppern. Dann noch Erbsbrei kotzen, bis auch der letzte Exorzist die Peepshow verlässt. Unter dem Einfluss unterirdischer Bösartigkeit, die zum Sonnenaufgang den Tod prophezeit, stöpseln die 3 nun ihre Instrumente ein und lassen den Hüttenboden erzittern, bis die genagelten Dielen sich verzweifelt an den Querbalken festkrallen und ihr letztes Harz in die Atmosphäre schwitzen. Sludge und Gore, Grind und Splatter, all das rumpelt und pumpelt, schleicht und schleppt sich. Es kracht und der Sparren bricht, es wird dick aufgetragen und nicht wieder abgeräumt, der zähe Brei läuft einfach in dicken Fäden über die Tischkante, vibriert dabei mittels primitiver und dröhnender Riffs. Blut und Eingeweide führen durch solch verfemte Einflüsse außerhalb des Körpers ein Eigenleben, Entleibung bedeutet nicht gleichzeitig Ableben, solange eine depressiv gestimmte Leadgitarre immer wieder den Reanimator gibt und das Schlagzeug so lange auf den Torso eindrischt, bis die Pumpe den Kanal voll hat und von allein weiter puckert. Tieftönend gemeuchelt bis zum Hörsturz, mit locker wippendem Bass und 2 krakeelenden Totenbeschwörern, die den Schöpfer an den Rand seiner Existenz hetzen. Dazu lachende und keifende Dämonenschnipsel, die beweisen, dass Folter in jeglicher Hinsicht einen nicht zu unterschätzenden Freizeitwert besitzt. Der Tanz der Teufel wird in einem zähen Step gestampft und von um sich tretenden Füßen blau und schwarz getrampelt. Um das Überleben der Unruhestifter, die in Feldforschung Scharen von Untoten aus fragwürdigen Dimensionen gegenüberstehen, muss man sich nicht ernsthaft Sorgen machen, haben sie doch schon Camp Blood überlebt, bis die Galle hochgekommen ist. Und wer gegen Vorhees und seine irre Mutter besteht, der wird wohl auch die eigene Besessenheit durch schwer greifbare und gut gelaunte Hässlichkeit wieder los. Nur eben nicht so bald, das bleibt zu hoffen. Denn die groovende und schmetternde Umtriebigkeit macht trotz eines bis in die letzte Darmzotte berechenbaren Planspiels unwahrscheinlich viel Spaß. Goregrinder aller Hinterhöfe, bekennt euch, feilt den Rost von euren Werkzeugen, fegt die klebrigen Überreste aus euren speckigen Badezimmern, der Schweinekopp brüllt nach seinen Mannen. Zur feierabendlichen Werkstatt-, Garagen-, oder Schuppenmeuchelei lege ich euch die Vinylversion an eure verdorrten bis adipösen Kadaver. Die Cd Version ist bei Redrum Records erschienen und unterscheidet sich meines Wissens nicht vom kleinen Schwarzen. 
8/10

No comments:

Post a Comment