Wednesday, January 2, 2013

UNBURIED - Murder 101 - Selfmadegod Records



Als die Band in den alten Tagen, als das Gras grün und der Himmel blau waren, von meinen Aufmerksamkeitsradar erfasst wurden, sie ihr 2. Demo „Tortured Remains“ über den großen Teich schickten, war ich hellauf begeistert. Da rollte eine Walze aus brachialem Old School Death Metal heran, als man die Deklarationsphrase Old School selbstredend noch nicht kannte.  Damals wie heute gehört Mark Riddick dazu, der seine morbide Grafikkunst in Töne, Akkorde und Rhythmen verwandelt. Früher mischte noch Rebecca Hawkins mit, die der Band einen unverwechselbar brutalen Kehlkopf lieh. Die gibt es schon seit langen nicht mehr und irgendwie hat sich auch der Reiz verzogen, der der Band damals folgte. Warum eigentlich, weil in all den folgenden Jahren und mit den nach sich ziehenden weiteren Releases in musikalischer Hinsicht nicht viel passiert ist? Weil es sich vorsichtig ausgedrückt wie schleichende Stagnation im kreativen Prozess anfühlt? Mid Tempo, Up Tempo, Down Tempo, alles schon immer da gewesen, gefesselt und stranguliert durch zu viel Wiederholungen und zu wenig Aktion. Das könnte es sein. Dabei ist die Musik doch gar nicht schlecht, nur eben irgendwie zu steif und vor allem mit zu wenig Speck auf dürren Rippen. Stumpf  und brutal, Technik gehört da nicht rein, dieses Prinzip vertreten die 3 Protagonisten rigoros. Ein solcher Fakt darf natürlich kein negativer Aspekt sein, aber es fehlt an Überzeugungskraft und an der nötigen Stimmung, denn das essentiell erforderliche knarzig, düstere Feeling kann ein solches Album nicht erzeugen. Außer Meckerei gibt es eine positiv klare Basslinie, der 4 – Saiter swingt manchmal sogar mit punkiger Unangepasstheit (Witchburner). Aber das war dann schon beinahe alles an Bemerkenswertem, das auf „Murder 101“ passiert. UNBURIED hängen immer noch dem goldenen Zeitalter nach. Viele andere ja auch, aber bei den meisten herrscht mehr Leben im Gefüge, da ist echte Inspiration mit im Spiel. UNBURIED sind wie eine alte Scheune mit klappenden Toren und dem Geruch nach schimmligem Heu. Authentisch hinfällig und immer in Erwartung eines maskierten Irren, der mit Machete in den Pfoten aus dem Schatten springt. Aber die Bauerngarage ist vergleichsweise leer, das Werkzeug rostig und nur noch von hungrigen Nagern bewohnt. Das Album endet, wie es beginnt, mit leicht durchschaubaren, wenig fantasievollen Rhythmen aber äußerst brutal auf eine verschrobene Weise und voller Selbstüberzeugung. Voller Überzeugung, auch mit beschränkten Mitteln das Brecheisen genau an der richtigen Stelle anzusetzen, um die Szene etwas aus dem Gefüge zu drücken. Wenn das mal gut geht. Keine Trends, keine Kompromisse, so heißt es in der Presseinfo, und das stimmt zu 100 %. Nun gibt es aber auch Momente, in denen Kompromisse über sture Köpfe hinweg die Welt bewegen und festgefahrenes auf den Weg bringen. Aber UNBURIED ebnen sich ihren Pfad lieber mit der Gewalt eines Vorschlaghammers, hauen wütend und wie gewohnt wüst in der Gegend rum. Ganz nach dem Leitgedanken der ausgehenden 80er, als pure Gewalt alles Feinfühlige aus dem Metal verschwinden ließ, respektive rohen wie primitiven Blutbädern weichen musste, als ein neues Genre mit zornesroter Mine dem Leib der Stahlmutter entsprang. Puristen und Verfechter des musikalischen Minimalismus bekommen schon ihre Portion Spaß, keine Angst, nur zu hoch schrauben solltet ihr sie nicht, eure Erwartungen.
6/10

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