Monday, January 28, 2013

UNDERNEATH - Gruesome Evolution Respawned - Cd



UNDERNEATH aus Portugal gehören wohl zu der Gattung musizierender Tagträumer, die nicht so auf Produktivität steht, hangeln die sich doch bereits durch Jahre fruchtloser Existenz, wie der Affe durch den Busch, und veröffentlichen nur sporadisch immer mal ein Häppchen. Für ein Album hat es nach 10 Jahren jetzt erst gelangt. Was als erstes vor das Zifferblatt springt und sich dort eingräbt, ist das grottenhässliche Cover, das vermutlich irgendeine Mutantenfratze in der Totalen darzustellen versucht. Mit bunten Farben und dicken Pinselstrichen schmollt ein glupschäugiges Etwas über sein deformiertes Dasein. Also das hebt sich schon mal von den gewöhnlichen Splatterorgien und Friedhofsaktivitäten der Kollegen ab. Die Musik dann leider weniger. UNDERNEATH stehen für einen leicht technischen und frontalen Death Metal amerikanischer Prägung ohne Highlights. Straffes Programm ja, überzeugendes Produkt, das eine Dekade Wartezeit rechtfertigen kann, nein! Sie versuchen sich etwas verkrampft an Cannibal Corpse, fahren aber einen nicht ganz so aggressiven und schnellen Bus, wenn auch immer noch zügig. Steht das Hauptthema einmal, windet sich der Rest des Songs wie ein zappelnder Regenwurm drum herum und lässt Variationen nur noch mit der Leadgitarre zu. Bei Solis wird das Tempo häufig gebremst und so mancher Auftakt für ein Stück ist auch ein eher düsterer Kaltstart, bevor der Motor anfängt rhythmisch zu klappern. Ist wahrscheinlich alles in allem gar keine so üble Sache, aber auch schrecklich gewöhnlich und nicht die Spur aufregend. Das langhaarige Geassel hat es trotz überzeugender Leidenschaft und mehrjährigem Probelauf nicht auf die Reihe gebracht, etwas Außergewöhnliches, nicht schon zerlatschtes, zerkautes, verdautes und in auffälliger Regelmäßigkeit ausgeschissenes Massengut auf den Weg zu bringen. Da mag es von mir aus brutal wie Faustkampf im Baumarkt um die Sonderangebote ohne Stecker sein, oder räudig wie tote Köter auf dem Wochenmarkt einer chinesischen Provinzhauptstadt, gewöhnlich bleibt es trotzdem. Was nicht bedeuten muss, dass es sich bei der Kumpanei unter südwestlicher Sonne um Musiker handelt, die nicht so recht wissen, welches Ender der Schnur in welche Buchse muss. Die machen das schon mit einer gewissen Abgebrühtheit, es ist nur bedauerlicherweise so, dass ihnen dabei keine wirklich nackenbrechenden Songs rausrutschen. Da fällt ein etwas liebloser Eindruck von der offenen Ladefläche, weil eben die Riffs schon an jeder Ecke angenagt sind, die Drums fast immer berechenbar und eigentlich weiß der erfahrene Death Metal Verbraucher zu fast jeder Zeit des intensiven Ohr an Lautsprecher Haltens, was als nächstes passieren wird. Wenn Musik zu offensichtlich transparent wird, verliert sie ihren Reiz, oder dann muss wenigstens das Feeling stimmen, auf extrem blutig oder schwärzlich morbide setzen. Aber weder gehen UNDENEATH den Weg der auffällige Kranken Patienten mit Instrumenten, noch den von Aasgestank und untoter Begeisterung zu allem was mal Begraben war. Wäre da die Leadgitarre nicht, die immer mal wieder ansetzt, um den Karren an der Deichsel aus der Sickergrube zu ziehen, und das Gespann vom Fließband flott zu kriegen, kein Schwanz würde sich nach einer Woche noch an die Band erinnern. Ob die sich nicht selbst ärgern, dass sie ihre Chance so dürftig zu nutzen wussten? Geht Discount vor Exklusiv?, in Sachen Kunst, egal welcher Couleur darf das nicht gelten. Sonst strandet das triviale Objekt in der Sanddüne des staubigen Vergessens. An Mittelmaß sind wir alle gewöhnt, wer’s denn noch kauft, bitte schön, ich mach niemanden unglücklich. https://www.facebook.com/Underneath.Prt 
5/10

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