Monday, January 21, 2013

VEX - Memorious - Cd / HPGD Productions



Mhm, nur Schwule und Stiere kommen aus Texas, und wie ein Stier siehst du mir nicht gerade aus! Aus dem Staat  der waffenstarrenden Reaktionäre sind wir meist anderes gewohnt, als halbherziges Dünnbrettbohren, so wie VEX es anbieten. Aber die Einflüsse der Band, liegen auch weit jenseits der lokalen Verantwortung. Auf ihrem neuen Album stehen die Musiker, ob beabsichtigt oder nicht, eher Bathory nahe. Allerdings ohne deren, im übertragenen Sinne opulenten Bildgewaltigkeit. Rhythmus und Aufbau der Stücke lassen der Vermutung Raum, dass sie lieber mit den Söhnen Odins ins Feld ziehen würden, als in Texas Bullen zuzureiten. Es gibt viel episches Geplänkel, reichlich Heldenatmosphäre, Black Metal ist deren Zuhause. Das limitiert sich jedoch nicht nur auf dunkelgefärbtes Schattenwandeln und böse Blicke unter bleichen Fratzen. Die Vocals lässt meist ein Shouter fahren, der eher Blei im Hals hat. Gitarren pfeifen und leiern ohne echte Akzente. Ist irgendwie schrammelig und ungelenk, alles trippelt in gesittetem Tempo, blanke Raserei überlassen sie denen, die was davon verstehen. Und nach der Hälfte des Albums sind alle Geschichten erzählt, dann wird es etwas trocken und fad. Die Augenlider fügen sich der Schwerkraft und das Gehirn stellt auf weißes Rauschen. Kein Wunder auch, wenn die Stücke so vor Gewöhnlichem und Verzichtbarem strotzen. Wenn Melancholie wie Honig vom Himmel tropft, und immer wer dicht am Wasser gebaut hat, dann kommt dabei viel mehr Selbstbeweihräucherung ans Tageslicht, als gut sein dürfte.  Die cleanen Vocals sind besonders arg, Trauer an allen feuchten Stellen. Melodie ist das Kredo der Akteure, die Axt schwingt man so aber nicht, blecherner Schlachtentaumel lässt alles an Kriegswerkzeug verrosten, und der allgegenwärtige Quorthon würde erstaunt mit dem Kopf schütteln. Wie wenig die doch vom Meister und seinen Visionen verstanden haben. VEX vermischen mehrere Genres, lassen den schwarzen Kram als Hauptquelle ihrer Untaten stehen und scheinen seltsamerweise keine tiefere Beziehung zu irgendeinem Stil aufbauen zu wollen. Harmonie im Staubmantel, mit Akustik auf Kuschelkurs, dargeboten in einem Sound, der eher nach Bretterbude als nach Hölle klingt. Ist sicher live aufgenommen. Machen andere auch, muss aber nicht so ranzig klingen. Es gibt mit größter Wahrscheinlichkeit einige Bands, denen so ein gruftiger Sound, billig wie rissiges Einwickelpapier, gut tun würde, deren Authentizität unterstreichen würde.  Bei VEX, die so krampfhaft auf metallischen Schöngeistigkeit setzen, verkehrt sich das ins Gegenteil. Der Proberaumcharakter hinterlässt einen gänzlich falschen Eindruck von deren eigentlichen Absichten. Wenn das Schlagzeug wie vom Kindergarten geklaut rumort und die instrumentalen Feinheiten in einem wesentlich zu hellen und leisen Sound verloren gehen, dann hat niemand was davon. Denn Melodien bauen, können sie mehr als nur passabel, wenn es aber klingt, als hätte der Zahnarzt Sprechstunde beim Schlachter, dann sind Schmerzen in Reichweite. Die Texaner haben ganz offensichtlich nicht die Eier ihrer zahlreichen auf brutal und blutig getrimmten Landsmänner, da fehlt der unbedingte Wille, aus großartigen Vorgaben etwas gänzlich eigenes oder zumindest glaubhaftes zu machen. Mittelmäßigkeit ist das rote Band, auf dem VEX balancieren, dünn ist es und verwaschen. Wenn Musik zögerlich voranschreitet, wo sie laut ihrem ursprünglichen Charakter brüllend stürmen sollte, dann bleibt der Sieg verwehrt und der unrühmliche Tod auf dem Sterbebett nimmt die Umrisse der Wahrscheinlichkeit an. Walhalla ist in diesem verzweifelten Falle genauso weit entfernt wie die Eckkneipe, wenn der Hausdrachen in der Küche Wache hält! 
4/10

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