Monday, February 11, 2013

CAUSE OF DIVORCE - INTESTINAL DISEASE - Split Lp



Ein herzliches Willkommen in der  3 – Akkorde Hölle, wollen wir sie rein lassen? ... na klar doch! Ein bisschen Zeit für Gepöbel nehmen wir uns doch immer gern. „In Grind We Crust“ steht als hörbares Motto auf dem Banner der Scheibe, und darunter treffen sich 2 gleichgesinnte Kumpanaien, mit demselben Anspruch. Und zwar den Punk mit seinem ziellosen Revolutionsgedanken, seiner „gegen jeden“ Einstellung mit der Drahtbürste wenigstens musikalisch ein raues Äußeres zu modellieren. Dass beide Bands das Chaos begrüßen und sich geradezu durch ihre Sets hetzen, liegt dabei auf der Hand und darf nicht anders sein. Bässe kollidieren, Klampfen schottern, Drums wackeln und Kehlen krächzen. Den etwas cooleren, weil zu Ende gedachten Part haben CAUSE OF DIVORCE, nicht weil deren Stücke länger gehen würden, sondern weil echtes Songwriting Struktur durchblicken lässt, und das Gepelze nicht einfach anfängt und aufhört. Da rollt der Bass eben doch mal offensiver und es sind echte Asselriffs am  revolutionieren, und dergleichen Dinge. Alles Sachen, die den um Minimalismus bettelnden Stücken Fleisch auf die Rippen geben. Für einen Speckgürtel reicht es natürlich nicht. Um den müssen sich  INTESTINAL DISEASE keine Sorgen machen, bei deren „Arme Ritter“, kommt es nur auf eins an, die Seele des Punx nähren, dafür versuchen sie sich erst gar nicht in der Kunst des Musizierens. Für das belgische Aktionsbündnis reichen einfach geschnittene Minuteneier, und die klatschen sie mit Schmackes dem metaphorischen Feindbild an den Kopp. Und das seit über 20  Jahren und jeder Menge Veröffentlichungen. Das erweckt den berechtigten Anschein, die Herren + Dame wissen genau wo sie ihre Nägel hin hämmern. Spaß macht das Vinyl nicht nur weil sich beide Bands musikalisch doch recht nah stehen, sondern auch, weil sich mit so runtergebremsten „krawallieren statt musizieren“ viel mehr Vergnügen an Klischees erzeugen lässt, weil das angepisst sein, das die Stücke vermitteln, echt wirkt. Funktioniert auf jeden Fall da wo die Keller nur Schummerlicht und schmale Fenster haben, die Revolution nicht vor Mitternacht beginnt und Haustiere eine Frage des Standpunktes sind. Da, wo Anerkennung immer noch Kopfschütteln Platz macht und der ergrauende Mob dem Nachwuchs den Modepunk austreibt. Das funktioniert da, wo politisch Übermotivierte manchmal das Realitätsbewusstsein verlieren, die eigentliche Absicht aber immer unterstützenswert bleibt. Da wo Texte wohl immer noch die wahre Einstellung wiederspiegeln und die daraus resultierende Musik so viel berechtigten Zorn auskotzt, wie kaum anderswo. Und um dem Alltag in die faule Schnauze zu blicken, braucht niemand die hohe Schule des Instrumentenquälens, da sollte ein gesundes Quäntchen an Rhythmusgefühl und gegenseitiges, blindes Erkennen genügen.  Zumindest verstehe ich das so, und untern krakeligen Strich ist dieses Splitalbum ein ganz guter Beweisführer für eine solche These. Warum muss die Gitarre nur 6 Saiten haben, braucht doch kein Mensch!
Wer Angst hat, dass die Postfrau die Scheibe mit Gewalt in den Briefkasten flanscht, bekommt auch gern eine Version auf Tape, passt bequemer durch den Schlitz.  http://www.causeofdivorce.com/ 
6/10

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