Tuesday, February 26, 2013

FAXE – GRÜNT GRÜNT - Split 7 - Douchebag Records



Wir sind Franzosen, darum müffeln wir! So was zeugt ja nicht gerade von einem großen Ego, ist aber Originalaussage von FAXE, den Crustpunks, die auf Grindcore und Metal stehen. 6 Typen, die ihr Werkzeug fordern, gern rumpöbeln und einen kippen, 6 Typen die aus 3 Akkorden genau das machen, was von Crust und Gesocks erwartet wird. Und auch das was eben nicht immer gleich auf der Agenda stehen muss. Schnelles Gebretter mit zweiter Brennstufe, das geht klar und voll auf´s Konto ausgeprägter Erwartungshaltung, aber auch ein massiver Bremsanker und echte Gitarrensolis spielen mit im chaotischen Reigen. FAXE lieben hässliche Tattoos von fickenden Tieren und explizite Troma Filme, sie bringen die philosophische Debatte über Transformers ins Rollen und stehen auf Black Metal und Manowar. Sie bestreiten ihre Musik mit 2 hauptamtlichen Sängern und laden alle anderen dazu ein, ihren Senf gleich mit auszukotzen. Ach ja, kotzen und andere stören, darauf stehen sie auch. Ansonsten rockt die Bude ganz amtlich und Faxe müssen sich nicht vorwerfen, irgendwas vergessen zu haben. Bier ist ihr Lebenssaft und der traditionelle Rote erscheint nicht mal als Schweif an der Peripherie. FAXE bedeutet ein erhöhtes Maß an ungebremstem Spaß mit guten musikalischen Anlagen und unüberhörbaren Einflüssen aus anderen Genres. Womit dem Former sei Dank, nicht Black Metal und Manowar gemeint sind. Deshalb ist das was sich als Selbstironie immer gut in der Vita macht, der rote Faden der Band. Fragt sich abschließend nur, ob sie sich nach dänischem Lagerbier benannt haben, oder nach einem Comicwikinger. Und natürlich wie viele Tantiemen es für überhaupt nicht versteckte Schleichwerbung gibt.

Und dann haben wir da noch die Kumpels und Landsmänner GRUNT GRUNT, oder weil Punkte seit Lemmy rockendes Bekenntnis zu Lärm und Alkohol sind GRÜNT GRÜNT. Sie selbst sind felsenfest davon überzeugt unheileigen Grind´n Roll zu verbreiten. Für mich ist das grenzwertig zu masochistisch veranlagtem Noisecore. Fest steht, es gibt wesentlich mehr Krawall als Groove. Rocken tut nicht viel, aber der Kopf schmerzt, die Ohren klingeln und die Augen brennen. GRÜNT GRÜNT besitzen einen nicht gerade gut strukturierten Unterhaltungswert und ihre Songs haben was von Sekundenschlaf auf der Autobahn. Noch bevor der Kopf für einen nicht messbaren Moment auf das Lenkrad titscht, ist ein Lied vorüber. Es bleibt also gar keine Zeit, an den Stücken ausgewogen zu feilen, lieber wird spontaner Gedankenbrei auf die Bretter gerotzt und der Aufprall mit einem Mikro festgehalten. Nach dem Motto, fertig und jetzt den nächsten. Wer will, dem macht das auch Spaß, kommt man doch wenigstens nicht in die Verlegenheit, auf eine Ballade zu treffen und nicht zu wissen, wie man sich verhalten soll. 3 technikfreie Lärmpuristen und Grabenkrieger gegen Harmonie und Konventionen kämpfen ihren eigenen Kampf mit den unlauteren Mitteln reinsten Krawalls.

Eine solche 7er kann sich jeder Crustpunk ohne das Keimen von Zweifeln an die Nietenweste nageln, als Untersetzer für warmes Sternburger verwenden, den Hund draufscheißen lassen, auf dem Scherbelberg Frisbee spielen oder Staatsbeamten an die Köppe schleudern. Vorher aber lieber auf einem geklauten Plattenspieler anhören, um in die richtige Stimmung zu kommen! 
7/10

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