Sunday, February 3, 2013

KATALEPSY - Autopsychosis - Cd / Unique Leader / Hammerheart Records



KATALEPSY scheinen angekommen im schwer umworbenen Markt überbrutalen Gewaltmusizierens, denn sie haben einen Vertrag bei einem Spross des ehemaligen Klassenfeindes ergattert. Und sich somit einen internationalen Vertriebsweg gesichert, auf dem sie den ganzen Planet mit degenerierten Mörderorgien überschwemmen können. Noch dazu ist allen Kennern des Labels sofort klar, um welche Art Musik es sich handeln muss, selbst wenn einem der entsprechende Bandname einen gordischen Knoten in die Zunge zwirbelt und die einzelnen Buchstaben nur mit sterilem OP Besteck zu trennen sind.  Aber KATALEPSY haben sich die Aufmerksamkeit redlich verdient, füllen sie den russischen Sack doch mit allerhand Knüppeln und anderem Schlagwerkzeug, von Up – Tempo bis Down – Tempo. Und das erfreulich geschickt, nicht kopflos und sogar mit gesteigertem technischem Anspruch. Vordergründig wird geblastet, dass die Heide wackelt. bis die anwesende Fauna den ungestüm beackerten Boden durch unfreiwillige Kontraktions-, und Entspannungsphasen schubartig düngt. Das scheinbar stets instabile line up hat den 5er gut in Spur gebracht und nach diversen Jahren und Veröffentlichungen zu einer erwachsenen Band gemacht. Einer, der man beim Zuhören den Spaß und auch den eigenen Willen anhört, mehr zu sein als nur eine Kopie ihrer eigenen Faves. So geschieht es, dass Obertöne nicht nur spitz wie Zauberhut mit Felleinlage pfeifen, sondern wiederholt obskures Melodiegut bergen. Melodien durchleben im Bandalltag ansonsten eine imaginäre Daseinsform aus einer anderen Gummizelle. Der Focus von „Autopsychosis“ liegt zwar auf meterdicken Riffpanzern in variablem Tempo, tatsächlich ist da aber mehr dahinter. Vor allem die Vermeidung von Langeweile, indem die hohen Seiten ein gutes Beschäftigungsprogramm nachweisen können, der Bass durch den Raum swingt wie ein naturbreiter Löwenbändiger und die Drums allezeit allerorts wirbeln und immer treffen. Da quirlt einer in seinem Rührwerk, als suche er nach Kleinholz für den Kachelofen. Überraschenderweise steht sogar ein kurzes, melodisches Instrumental auf der Agenda, wahrscheinlich ein Zugeständnis an die schwermütige, russische Seele. Wäre nicht nötig gewesen, aber die Mamutschkas hat´s bestimmt erfreut. Auch die wenigen, wenn auch gut getimten Ausflüge in die wahre Down –Tempo _ Slamhölle sind eher so was wie Extrazucker, funktionieren werden KATAPLEXY auch ohne. Ist eben ein variables Gespann, das sich viele Möglichkeiten offen hält. Von schmettern und strampeln bis hin zu zwanghaft grooven, von den Bergen wütender Winterstürme bis hinab zu den Wüsten trockensten Staubaufwirbelns, die trauen sich an alles ran, brauchen dafür nur einen Break, und schon sind sie da. Dass sie dem Gewöhnlichen, das den Rücken der Musik bildet, nichts revolutionär Neues  abringen, muss sicher auch festgehalten werden, aber die Mittel und Vorgaben, die Acts wie Devourment der neuen Riege hinterlassen haben, sind, so wie der Moskauer Brechstangenkunstverein es beweist, immer wieder ausbaufähig, solange Kreativität nicht im Wodkanebel Kopfschmerzen bekommt. Viele der Walzenriffs sind umgehend eingängig, leicht berechenbar und somit prima Nackenfutter. Die Kapriolen der Leadgitarre sind als Gegensatz zu verstehen, da weiß man nicht immer, in welche Richtung das kommende Ejakulat fliegt, und vor allem wo es landet. Das Album jedenfalls sollte in eurem Briefkasten landen. Empfehlenswert für jene gestörten Patienten, die sich nicht dem klassischen Death Metal verpflichtet fühlen und gern mit tollwütigen Wölfen um die Blöcke heulen. 
8/10

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