Thursday, February 21, 2013

PATHOGEN - Miscreants Of Bloodlusting Abberations - Dunkelheit Produktionen



Verfluchte  kleine Grapschfinger, Kunstkleptomanen, philippinische Diebesbande. Die haben ihre Ideenklaupipeline unter dem Pazifik ausgelegt und ziehen sich da hindurch liegengelassene Abfallprodukte von Kerry King und Kumpels, nennen das dann sogar noch Death Metal. Als ob der restliche Planet auf dem Schlauch steht und die Inselrabauken die Größten wären. Das Album hat wohl schon fast 3 Jahre auf dem Schirm und wird nun in good old Metal Mekka neu angepriesen. Es dürfte Slayer Fans tatsächlich gefallen, auch wenn das Original unerreichbar weit entfernt bleiben muss. Schon der Sound klingt nach Brechstangenarbeit und polterte mehr, als dass er standesgemäß in die Knochen geht. Ungeachtet dessen ist jedes Riff auf der Leadgitarre den berüchtigtsten Helden des Thrash Metal entliehen. Gesang wie Drums halten da leider nicht mit, tatsächlich ist das Gehämmer auf den Töpfen und Pfannen zum einen schlecht produziert und zum anderen inspirationslos langweilig. Das einzige was an Death oder eher Black Metal erinnert, ist die Stimme von Willi Desamero, Kopf und Motor der Band. Der quält und quetsch sich sein Organ blutig, reichlich variationsarm, aber ziemlich weit von dem entfernt, was Thrash Fronter sonst so produzieren. Hier drückt eine Seite durch, die wohl noch auf die Anfangstage, die Demoepoche hinweist. Da gab es gerüchteweise viel Hellhammer zu bewundern, und wer genau hinhört, findet das indirekt auch noch wieder. Einziges offensichtliches Erbstück sind ohne Zweifel die Vocals. Aber mit seinem 6 Saitengerät geht er recht geschickt um, lässt sein gequältes Geröchel nicht auf die viel zu bekannten Riffapplikationen tropfen oder sich die Solis davon schwarz färben. Die im Slayertempo runterfiedeln will nicht so wirklich gelingen, der Tanz auf den hohen Saiten ist trotz dessen perfide durchdacht und reichlich vorhanden und folgt dem klassischen Muster. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass den Philippinos bei weitem nicht so viel Mittel zur Verfügung stehen, wie den großen Vorreitern vom imperialistischen Mutterschiff. Mit dem offenbar beschränkten Börsenkapazitäten in punkto Spielgeld und Technik (reine Vermutung) haben sie aber das Maximale an machbarem geerntet. Dass sie viel lieber Thrasher als alles andere sind, zeigt sich noch an anderer Stelle. Sie covern ganz passabel „Afterlife“ von den Kanadiern Sacrifice und stellen damit endgültig klar, welchen Berg sie unter allen Umständen zu erklimmen gedenken. Somit flutscht ein Stück nach dem anderen durch wie in Butter eingelegte Reißzwecken. PATHOGEN stemmen sich halbherzig gegen Plagiatsvorwürfe und vergessen beinahe, dass sie eben keine Coverband sind und zuerst die eigene Flagge hissen sollten. In technischer Hinsicht sind sie nun nach 10 Jahren Bandgeschichte (über den Daumen) und diversen Releases leider immer noch nicht so weit, um oben mitschwimmen zu können. Das ist sicher auch ein ungerechter territorialer Nachteil, aber ins Taschentuch flennen hilft da auch nicht. Das war zumindest der Stand 2010, letztes Jahr kam bereits das Nachfolgealbum, das mir bis dato nicht bekannt ist, und auf dem die Karten neu gemischt sein könnten. Wenn denn jemand ein sonnenbestrahlter Positivaktivist ist. PATHOGEN stehen für rumpligen und knarzigen 80er Thrash mit der Absicht, deutlich zu große Schuhe tragen zu müssen, aber irgendwie auch mit der richtigen Einstellung, ihre Nummer stur durchzuboxen. Könnte in kleinem Rahmen funktionieren. 
6/10

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