Saturday, February 2, 2013

RABID DOGS - Beasts With Guns - Cd




Was passiert wohl, wenn es jemand unvorsichtigerweise wagt, Doom, Malignant Tumour und Blood Duster in einen Käfig zu sperren und dann den einzigen Schlüssel versumst? Na dass hier … und zum wiederholten mal! Rabid Dogs rutsch in Fortsetzung ein vergnüglicher, kleiner Bastard aus Crust, D – Beat, Grind und vor Schweiß und Dreck starrenden Rock´n Roll raus. Passend dazu frönen sie einer offensichtlich testosterongeschuldeten Leidenschaft für 70er Action – Lonesome Wolf – Machotrash! Die wissen genau, wie man Mr. Eastwood und seiner 45er einen schönen Tag beschert, Helmut Berger, dem abgehalfterten Dschungelkrieger Mut zuspricht, wenn man ihn an Zeiten erinnert, als er als „brutales Schwein“, noch morden und vergewaltigen durfte. Etwas harmloser aber dafür vergnüglicher sind der Dicke und der Hübsche mal wieder nicht zu bremsen und zerlegen mit blanken Fäusten und freudiger Gelassenheit im Rhythmus ihrer italienischen Landsmänner diverses Interieur. Und wenn sie erst mal außer Rand und Band geraten, dann könnte es passieren, dass sich die tollwütigen Köter, die ihre Helden beinahe einzigartig hofieren, selbst blaue Uniformen anziehen und mit Harleys auf Ganovenkloppe gehen. Ihre populäreren, aber weniger coole Kollegen Tango & Cash bekommen ebenfalls ihren Anteil und dürfen als beschwingt radikale Rockschablonen ihren Dienst antreten, werden herzerfrischend für eine Musik missbraucht, von der Botoxrambo und der Andere keinen Schimmer haben. Der ewige Einzelkämpfer und einzig verblichene Held gewalttätiger Männerträume, Charles Bronson sieht standesgemäß und mit aller gebührenden Härte rot, nimmt kein Blatt vor den Mund, nur Kanonen in die Hand und lässt 3 kleine Italiener ohne Wehmut in seinen gewaltverherrlichenden Hinterlassenschaften wühlen. Mit aller Würde und Anstand, die man dabei aufbringen kann, versteht sich. Am Ende macht sich sogar noch Henry Silva auf, lässt den Teufel Regie führen und wird zum Rächer und strebsamen Mafiaboss. An all diesen Dingen haben Rabid Dogs einen Mordsspaß, wenn sie ihren Idolen mit Maschinengewehren, Ledermänteln und unzureichend bekleideten Damen den roten Teppich ausrollen. Wenn der Palazzo rockt und salzige Tränen flennt, bebt und brennt, dann ist zum destruktiven Tanz angespielt, dann sind 3 Akkorde ebenso heilig wie das Bedürfnis politisch nicht immer korrekt zu sein. Auch Berührungsängste im musikalischen Sinne sind so fremd, wie die Akzeptanz antiquierter Normen, lassen sie doch bei alldem Getöse und Gegroove, den depressiven Aussetzern und wütenden Schlägereien auch eine typische Italo – Soundtrack – Kinoorgel sich unter manche Songs schleichen. Der Charme des Antihelden haftet jedem Ton des Albums an, so authentisch wie Rabid Dogs ihre Musik zelebrieren, so authentisch waren ihre Vorlagen zu keiner Minute. Auch wenn die Gitarre genau so tief und locker hängt, wie der Colt von Dirty Harry, auch wenn die ebensolche fiesen Unwägbarkeiten ins Songwriting konstruieren, wie Paul Kersey Fallen in Apartmenthäuser. Selbst bei gleichbleibender Gewaltbereitschaft beider Parteien, Helden wie Punks, ziehen die Helden den Kürzeren. Die wurden für ihre Rollen bezahlt und erfüllten die radikaleren Wünsche ihres Zeitgeistes, Rabid Dogs hingegen leben ihre kleine Revolution mit Hingabe. Die knüppeln und brüllen aus allen Löchern, sind künstlerisch wesentlich variabler, als die Herren, die einfach nur den Abzug bedienen, oder mit der blanken Pranke auf die Kalotte zimmern. Bronson mal ausgenommen, das war schon ein echter Revenge – Künstler. Beasts With Guns, einzig ihm sollte dieses saugeile Album gewidmet sein. Doom, dD– Beat, Grind und Rock´n Roll, ran da!   http://www.facebook.com/pages/Rabid-Dogs/71147333934     
9/10

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