Monday, February 4, 2013

RINGS OF SATURN - Dingir - Cd / Unique Leader / Hammerheart Records



„Uhura an Brücke, Käpt´n bitte kommen!“ – „Hier Blaubär, (räusper) Kirk ist gerade leichtbekleidete Jungfrauen in der Nähe von Beteigeutze retten, kann ich helfen?“ – „Empfange eine Signal von der Erde aus dem Jahr 2013 – da muss einer auf den roten Knopf gedrückt haben – das Ende steht bevor!“ – „ Fertig machen zum Zeitsprung, Phaser keinesfalls auf Betäubung stellen, und hat wer meine Mütze gesehen?“ -  „Sulu an Käpt´n Blausein – was sind unsere Zielkoordinaten?“ – „ Äh, Dublin – Kalifornien – seht ihr, die verschieben schon Hauptstädte, wir müssen uns beeilen!“ Warpantrieb – Schwarzes Loch – Bssssssphhh. Ob die viel zu viele Lichtjahre und Dimensionen entfernte Hilfe noch rechtzeitig kommt bleibt zu hoffen. Solange müssen wir uns der Tatsache stellen, dass es da eine Band gibt, die glaubt CYNIC´s „ Focus“, Devorment´s „ Molesting The Decapitated“ und GIGANTIC BRAIN´s „The Invasion Discography“ besser hinzubekommen, indem sie alles in einen Tiegel schmeißen und mit grässlichem Metalcore modernisieren. Heraus kommt ein heilloses Durcheinander aus Pseudobrutalität, progressiver, nicht mehr nachvollziehbarer Disharmonie und Spielkonsolenästhetik. Das ist so was wie der Prototyp für Rückwärtsmusizieren unter Einfluss von zu viel schulischer Strebsamkeit bei den Naturwissenschaften. Manchen Dingen sollte man einfach ihren Lauf lassen und nicht jede Gesetzmäßigkeit unüberlegt anzweifeln. Tut man das nicht, klingt das als würde ET einfingerigen Telefonsex mit seiner Heimatgalaxis haben. RINGS OF SATURN haben keinen Spielraum zwischen Gut und Böse gelassen, entweder es geht gleich oder gar nicht. Bei mir geht das gar nicht. Selbst wenn sich hinter dem Durcheinander an kakophonischer Künstlereigenwilligkeit ein gehobenes Maß an Talent verbergen sollte. Ich mag keine Drums, die so schrecklich präzise, gekünstelt und synthetisch klingen, ich mag keine Breaks die sich im Kopp breitmachen, bis mir schwindlig wird, ich mag kein zielloses Gefrickel, das Songs nicht voran bringt, sondern in Selbstverzweiflung fest hält. Im Verlauf des Martyriums kommt es zwar verstärkt zu so etwas wie melodischem Verständnis für die Bedürfnisse von nicht ganz so Bekloppten, aber eigentlich habe ich eher das Gefühl, diese Tendenz dringt aus einem parallelen Universum unbeabsichtigt ins hier und heute. Der Ursprung für Eingängigkeit liegt nicht in der moralischen Empfindungswelt der Band sondern eher da, wo kleine gelbe Fische mit den Füßen an der Decke spazieren und mit roten Bläschen vermeintlich höherintelligentes Leben manipulieren. Das Ziel der Nerds aus dem Sonnenstaat ist es, die Physik des Universums aus dem Gleichklang zu bringen, indem sie zerstörerische Akustikwaffen per Langwelle, Kurzwelle, Mikrowelle und Fönwelle in den Äther pusten und ganze Galaxien kollidieren lassen. Immer bunt durcheinander, den roten Faden ihres diabolischen Planes halten sie fest in den Händen, und für alle anderen ist der vollkommen unsichtbar. Die tonalen Vergewaltigungsvibrationen reiten wie Surfer auf den Ringen des Saturn. Als sein Speckgürtel kribbelt, denkt sich der Riesenplanet,  „Dem Schöpfer sei Dank existiert auf mir kein Leben! Sollen die doch mit ihren hohen Saiten, barbarischen Stimmbandentzündungsgeräuschen und ständigen, hakenschlagenden Strukturen anderswo Existenzen auslöschen, bei mir gibt’s nichts zu holen!“. Und somit sind wir dran, wenn deren Wüten erst mal der Sonne Stürme und Eruptionen entlockt, dann sind wir fällig! Ich bete dafür, dass die Enterprise in Bälde unsere Umlaufbahn tangiert und die Typen in die Hölle beamt! Ich will Metal und kein interstellares Hintergrundrauschen mit Super Mario Ping Pong! 
3/10

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