Thursday, February 7, 2013

TERMINATE - Ascending To Red Heavens - Cd / Selfmadegod Records



Illinois based Death Metal, da ist beinahe klar, was man bekommt, primitives, brutales und antiquiertes Geknatter. TERMINATE verharren in Tradition und terminieren sich selbst, indem sie mit lokalen und internationalen Vorlagen spielen, und dabei die eigene Kreativität vergessen. Klingen tut es so, als würde der Gottvater von Chicago höchst selbst sein heiseres Hundegebell einer skandinavischen Variante seiner eigenen Band Master zur Verfügung stellen. Unterm Strich ist das aber gar nicht cool, vielmehr langweilig und frei von Innovationen. Das ist durchschnittlicher End80er Death Metal aus der 3. Reihe. Was einst funktionierte, muss heute trotz anhaltender Rückbesinnung auf die guten alten Zeiten mit Stretch – Jeans, grimmigen Blicken und  wehendem Haupthaar, nicht zwingend das wiederentdeckte Eldorado bedeuten. Die Riffs sind ein paar Nummern zu billig, und wenn die Leadgitarre ihre Solis fiedelt, scheinen dem Gitarristen die Finger eingefroren. Im Winter soll es dort ja auch sehr zugig sein, und wenn die Putzfrau zum Lüften die Fenster offen lässt … der Alltag hinterlässt seinen Begleitern mitunter viel Unbill. Wahrscheinlich hat jemand trotz Kälte noch versucht, die hohen Einlagen mit Pattex an die Songs zu kleben. Weder  will das passen, noch macht das einen homogenen Eindruck. Außerdem ist vielleicht Käse auf Roggenbrot  homogen, aber nicht die etwas ungelenke x-te Auflage absichtlich vergrabenen Gefahrgutes.  Old School bedeutet eben nicht nur auf dem alten Piano zu klimpern, sondern es zu nutzen um sich selbst unter Beweis zu stellen, den Spirit aufzugreifen und die Geschichte der Ahnen neu zu interpretieren. Nicht einfach abschreiben, so was kann sogar Ärger mit sich bringen. TERMINATE definieren sich lediglich durch einfache und tröge Riffs, raues Soundgeplenkel und wenig ausgereiftes Gepolter, etwas das nur eingefleischten Graubartfetischisten zu passe kommen wird. Für den großen Sprung sind die Musiker noch nicht bereit, selbst wenn sie anderenorts Lorbeeren ernten, als hätten sie irgendwas gepflanzt. Haben sie nicht, und die Verknüpfung nordeuropäischer und US – amerikanischer Einflüsse ist so alt wie die Szene selbst. Der Möglichkeiten sich auf diesem Feld auszutoben gibt es zahlreiche, ungenutztes Brachland inmitten blühender Äcker ist eine Schande und zeugt von Betriebsblindheit. Denn ich will nicht daran glauben müssen, dass TERMINATE es nicht wirklich drauf haben. Vielleicht haben sie nur noch nicht registriert, was sie da verschenken. Bis es so weit ist, dass das taube Geschwür platzt, und jemand aufwacht, muss ein halb zu Ende gedachtes Album reichen, um das steigende Hochwasser zu ignorieren. Auf der Habenseite schmücken sich 9 Songs mit flottem Tempo und sturer Ellenbogenmentalität. Egal wie holprig der Weg und stürmisch der Gegenwind sein mag, die holzen sich mit rostigem Equipment die Passage zum nicht so genau abgesteckten Etappenziel frei. Für einen neuerlichen Antritt im Rennen um das bleierne Band im Schwergewichtstestosteronwuchten sollten allerdings alle Uhren noch mal frisch justiert werden, dann sollte ein Songwriting aus der Lava kalben, das in der Lage ist mitzureißen, das sich nicht blind auf angetrocknete und schimmlige Küchenrester verlässt. Ausgeleierte Arrangements und ein fragwürdiger (wahrscheinlich um Authentizität bemühter) Sound sind nicht immer hilfreich, wenn stramm Männchen machende Selbstüberzeugung ein Podium außerhalb des eigenen Dunstkreises sucht. Euch reicht es, wenn die Revolution im Wohnzimmer vergilbt und verklebt, abgegriffen und verklärt ist, ebenso wie die eingerissenen und 100-mal umgeblätterten Seiten alter Pornohefte aus dem Familienerbe? Bitte schön, ist ja auch eine Form von Nostalgie. 
4/10

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