Thursday, February 14, 2013

YATTAI - Fifty Love Hymns For Grindheads + Fast Music Means Love



Der Bequemlichkeit halber werden das jetzt 2 Reviews in Einem. Müsst ihr nicht so viel lesen und ich nicht so viel schreiben. So, YATTAI kommen aus Frankreich, wüten dort in der Szene als echte Underdogs schon seit geraumer Zeit, und wäre Kreischen und Brüllen Olympisch, hätte der stolze Hahn einen sicheren Kandidaten für die Nationalmannschaft. Hier fließt alles zusammen, was sich an waschechten Grindcore anhängen darf, Power Violence, Hardcore, Crust. Beide Veröffentlichungen muss ich nicht unbedingt auseinanderpflücken, denn sowohl die Discographie, die alles Material von diversen Demos, Splits, Compilations enthält, als auch die aktuelle Mini setzten einen gleichwertig ansprechenden Standard, sowohl musikalisch (insoweit das möglich ist), als auch vom Sound. Die meisten Stücke werden an der Minutenschwelle gebrochen, was nicht zwingend bedeutet, dass die Band sich daran festmachen lässt. Selbst doomige Ansätze, denen ein progressiver Charakter anhaftet, sind gar nicht so ungewöhnlich. Das bedeutet auch, dass bei all dem ziemlich angepisst wirkenden Schweinetreiben diverse Breaks und gewöhnungsbedürftige Leads oben auf reiten. Somit ist nix mit gewöhnlichem Radau, selbst wenn es die meiste Zeit so wirken mag. Und irgendwas müssen sie ja auch lieben, so wie die Titel der Scheiben auf subtile Art anzudeuten wissen. Wahrscheinlich ist in irgendeinem Universum schnelle Musik wirklich der Inbegriff von Liebe, YATTAI haben da schon mal durchs Dimensionstor gelunscht und wollen die frohe Botschaft nun auf unserem rotten Planeten verbreiten. Viele Zeitgenossen haben ja sonst nichts zum Liebhaben außer vielleicht aufblasbaren oder elektronischen Erotika, der Kaktee im Fenster oder der Mutti in der Kittelschürze. Warum also nicht Grindcore. Danke die Herren, Nachricht ist angekommen. War letztendlich auch nicht schwierig zu verstehen, wetzen sie das Interieur doch mit solcher Inbrunst, dass Oberflächlichkeit oder halb gare Songs überhaupt keine Chance haben. Die sind aufrichtig schnuckelig wütend mit ganzem Herzen dabei. Da verzeiht es sich leicht, dass der größte Teil des Bebens etwas schrill ist, angespitzt durch permanentes Gekeife selbstverständlich. Beachtlich auch, dass bei den aneinandergereihten Discographienummern kein nennenswerter Abfall von Qualität in allen Beriechen zu bemerken ist. Und dabei erstrecken sich die Aufnahmen über einen Zeitraum von immerhin 6 Jahren. Grind mit Verstand, das beinhaltet demnach permanent stabiles Songwriting. Aber auch einen Schlagzeuger der sein Kit jede Minute neu schrottet, einen Basser, der in selbstdisziplinierter Zurückhaltung abwartet, zwei sich gegenseitig hetzende Gitarren, deren Saiten nie zum Stillstand kommen, und die im ureigenen Sinne nur Punks sein wollen. Allerdings glauben sie zu Recht, dem Publikum mehr als 3 Akkorde zumuten zu dürfen, und bei all dem plakativen Geknüppel ruhig etwas mehr Tiefgang verteidigen zu können. Disharmonisch orgiastisch geht fast immer vor Groove, aber auch das ist im Bandcamp kein Dogma. Mit experimentellen Mutproben und immer wieder unerwarteten Wendungen wird schon mal am Grenzzaun gerüttelt. Fest steht allerdings auch, dass die Musik durchweg und vorrangig ultraschnelles Wüten und Toben ist, das YATTAI im eigenen Schweiße garen und das zu jeder Sekunde höhr-, und spürbar machen. Dann wird auch der etwas mangelhafte Druck durch authentisches Aggrogebaren wettgemacht. Zu empfehlen sind beide Releases allen, die mit den zahllosen Grind-, und Crustkannonaden der Vergangenheit noch immer halbwegs bei Verstand sind, an diesem Zustand aber nicht wirklich hängen. Der Krempel erscheint bei mehreren Labeln, erkundigt euch bei der Band: https://www.facebook.com/YattaiGrind 
7/10

No comments:

Post a Comment