Tuesday, March 26, 2013

BOVINE - The Sun Never Sets On The British Empire - Cd / FDA Rekotz



Ursprünglich in Eigenregie gestemmt, wird das Album der Briten BOVINE ganz sicher kein so leichter Einstieg in die Szene, selbst nicht auf einem der angesagtesten Undergroundlabel aus Teutonistan. FDA goes Relapse…und sichert sich alternative Spielplätze. Ob das für die Band so geschickt ist, auf einem Label zu erscheinen, das bisher mit gänzlich anderen Tonträgern dealt, muss sich noch zeigen. Das Repertoire der Musiker aus Birmingham reicht von Kyuss bis Soundgarden, deckt die ganze Stoner Palette ab und bleibt doch recht sperrig und erstaunlicherweise weniger rockig, als mit den selbstgenannten Vorgaben zu erwarten wäre. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Band einen weniger zugänglichen Weg beschreitet, der den Wiedererkennungswert einzelner Songs zugunsten eigenwilliger Musikalität verschiebt. Nicht dass „The Sun…“ keinen Drive besäße, Die Rille ist schon in der Spur und vereinigt sich mit Elementen aus Sludge und Prog, baut an fast immer den richtigen Stellen Tempowechsel ein. Auch das künstlerische Geschick, die erdachten und niedergeschriebenen Ideen umzusetzen, steht auf keiner Kritikagenda. Nur wirklich cool ist es eben nicht, da fehlt der Groove innerhalb des holprigen Pistenslaloms. Gut, werden sicher wieder einige behaupten, muss man nur die Ohren auf Empfang stellen, aber Groove, der auch mitreißt und der Wirkung hinterlässt, der geht doch anders. BOVINEs´ Album ist nur bedingt zugänglich, passionierte Musiker, ohne Frage, aber zu kalt, mit noch zu wenig Gefühl. Selbst wenn sie häufig auf emotional machen und ein großer Teil ihrer Musik aus bittersüßen Tränen und endlosem Leiden besteht, egal ob langsam und mit akustischen Mitteln, oder mit Ellenbogen zur Seite gestreckt durchs Unterholz preschend, der dabei entstehende Eindruck ist eher der, dass Traurigkeit und Verzweiflung aufgesetzt wirken, nur gebräuchlich sind, weil sie als Stilmittel dazu gehören. Aber wie erwähnt, das Album ist eigenwillig und da redet man besser niemandem ins Handwerk. Wenn die Band darauf pocht, ein Recht auf Sperrigkeit zu haben und bei der Waffenwahl Entscheidungsfreiheit genießt, dann steht ihnen das selbstredend auch zu. Und wenn talentierte Musiker sich für eine rüde Nirvana Version entscheiden, die Schrotwumme, da vertrau ich ihnen mal, gut weggeschlossen haben, dann genießen sie natürlich größtmöglichen und selbstgeschaffenen Freiraum, zu machen, was sie wollen. Die Geschichten, die sei zu erzählen haben, müssen aber so niederschlagend sein, dass sie die wenigen Momente, in denen der Postbahnhof kein Sackbahnhof ist, in denen nun doch bärtig und bierbäuchig gerockt wird, viel zu früh verpuffen. Die Parts, in denen der Rosenweg beschritten wird, sind zu offensiv und überdimensioniert. Freilich habe ich Respekt vor dem Konzept, dass sich das Quartett aus den West – Midlands zurecht geschneidert hat, aber ob es beim Hörer auch so ankommt, wie sie sich das vorstellen? Ob es trotz breiter medialer Schulterschläge den einfachen Fußsoldaten erreicht, steht wohl noch in den Sternen. Ich jedenfalls hab das Experiment gemacht und die Promo in kleinem Kreis vorgespielt, ohne Ankündigung und Warnung, und die erstaunten Ausdrücke in den Gesichtern reichten von ungläubig bis gelangweilt, und das wird kaum der erhoffte Effekt sein. Schwerer Krempel, wie gesagt, und im Metal – Genre wohl wirklich nur sehr eingeschränkt machbar. Und alternative Seitenwege erwachsen nur sehr selten aus der Mitte der Szene. Aber wer Nirvana mit Strickpulli genossen hat, der kann ja mal .. die kantigerere Variante auf den Einkaufszettel schreiben. 
6/10

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