Sunday, March 24, 2013

CLOUD RAT - Moksha - Lp / 7 Degrees Records




CLOUD RAT sind ein wirklich außergewöhnliches Dreigestirn aus den Staaten, das einen kompletten Grindcore - Set auf Adrenalin spielt. Nebenbei aber auch mit diversen anderen Genres, teilweise gewagten und ungewöhnlichen Elementen dealt. Frontfrau Madison ist dabei diejenige, die sich am unelegantesten (und das ist bewundernd zu verstehen) ins Zeug legt, die eine Röhre hat, die Eisen rosten lässt und bis zum Platzen der Halsschlagadern gröhlt. Die muss nach jedem Auftritt Kopfschmerzen und Stimmbandversagen haben. Kriegste echt Schiss, wenn so eine Frau ihren Unmut über gesellschaftlich relevante Missstände wie sexuelle Gewalt, Drogen, Rassismus oder Homophobie freien Lauf lässt. Definitiv kein leisetretendes Hausmütterchen, dieser Derwisch. Vorrangig wird sie von ihren Begleitern mit harschen Grindsalven auf Blast unterstützt, aber es geht auch anders. Manche Parts erinnern an vernebelte Psychedelic - Happenings mit viel rauchender Pflanzenzucht, bunten Blubberblasen und Schokotorten. Es geht auch latent bluesig, manchmal jazzig, oder hängt einfach in Soundsamples mit Selbstmordtendenz fest. Also einfach ist das alles nicht, schön aber dass die 3 sich nicht auf puren Krawall aus der Konserve limitieren. Die überschäumende Wut auf alles und jeden hat halt auch leise Momente. Wenn´s dann aber ans Eingemachte geht, brodelt der Sud und die Stücke sind in null komma nix durch, hinterlassen frische Blutungen und alte Narben. Blöd nur, dass der aktuelle Set so kurz ist, denn der abschließende Titeltrack ist eigentlich nur ein waberndes Stückchen Depression mit einer Spielzeit von über 6 Minuten, und präsentiert die Band mit ihrer harten und unbeugsamen Seite nicht wirklich. Oder doch, vielleicht ist das Talent und der Mut sich zurück zu nehmen der eigentliche Kern. Vielleicht unterstreicht das die Absicht, wahrlich zu schocken. Denn  wenn die Nummern wie sonst gebräuchlich wie Schrapnellfeuer den Raum queren, bleibt häufig nicht so viel Nachhaltiges kleben? Jongliert man aber mit Erwartungshaltungen und tritt vorgefassten Meinungen mit Weitsicht und Schmackes in den Arsch, hinterlässt das wohl mehr bleibenden Eindruck, als nur drauf los zu poltern. CLOUD RAT ist ein Act, den sich der Punk und Grind – Wohnzimmerrevoluzzer von Heute jedenfalls unbedingt merken muss. Denn wer die eigentliche Musik mit progressiven Elementen und genreübergreifenden bis absolut fremden Anteilen aufpeppt, hebt sie sich von all den anderen Brüll und Krachgeschichten angenehm ab. So baut sich ein emotional ansprechendes und doch rücksichtsloses Album auf, das möglicherweise den ein oder anderen Atemzug braucht, bis es den Verstand erreicht, dessen szeneuncharakteristische Erweiterungen nicht jeden erreichen werden, dessen Präsenz aber unschlagbar scheint. Wenn aus rotglühendem Zorn niedergeschlagene Stimmungen erwachsen, und die wachsende Tendenz aufrichtig von Oberflächlichkeit angepisst zu sein in Raserei, wie auch absolutem Weltenschmerz gipfelt, ist es an der Zeit eine neue Tür im 3 Akkorde Lärmsektor mit einem wuchtigen Fußtritt zu öffnen. CLOUD RAT ist ein über die Maßen unkonventionelles Trio, das sich der Mittel des Grind / Power – Violence / Screamo Genres bedient und nicht in Mittelmäßigkeit verharrt. Und ich glaube die bedingt harmonischen Parts sollen eh nur aufs Glatteis führen, denn wenn es dann wieder schreddert, verliert man schnell den Halt auf rutschigem Untergrund, und das dürfte der Band gefallen. Die maßgeschneiderte Vinyl – Version gibt es bei 7 – Degrees und wartet darauf so lange über den Teller zu rotieren bis die Musik im Rauschen und Knistern endloser Umdrehungen verschwindet. 
8/10

No comments:

Post a Comment