Wednesday, March 13, 2013

DESTROYED IN SECONDS - Becoming Wrath - Cd / PRC Music



DESTROYED IN SECONDS – das sind kalifornische D – Beat Punks mit einer Mission. Motörhead, Discharge und Entombed  (sicher nicht die ganz frühen Sachen) zu einem engen Paket schnüren, mit amerikanischer Crossover Mentalität abstempeln und als eigenes Produkt an den zahlenden Kunden bringen. Das natürlich nicht aus Gewinnstreben, denn damit lässt sich in der 2. Dekade eines bereits bröckelnden Jahrhunderts kein Frosch mehr aus dem Teich locken, dafür ist es zu spezifisch und die Zielgruppe notorisch klamm. Hier geht es ein weiteres mal und aufrichtig um Leidenschaft. Die transportiert das 5 – Gestirn, das sich aus illustren Ex – Mitstreitern von Phobia und Mange, sowie der partiell aktuellen Besetzung von Eat The Living zusammensetzt, sehr glaubwürdig. Mit den selbstgewählten Vorgaben wäre zwar zu erwarten gewesen, dass die Musik um ein oder zwei Quäntchen dreckiger und rockiger aus der Gütekontrolle rollt, das Grundmuster , bestimmt durch die damit einhergehende Erfahrung der Musiker, zeichnet sich aber mit scharfen Konturen eines echten Krawallpunx ab. Chaotische Stimmbandbeslatungseskapaden schreien ihre Wut auf alles und jeden heraus und das Instrumentarium gibt sich redlich Mühe, getreu dem Bandmotto in kürzester Zeit so viel wie möglich zu pulverisieren. Und das mit allen Mitteln des Rock ‘n Roll Geschäfts, mit primitiven Riffs, einfachen Akkorden, Melodien, viel Geschwindigkeit, Eingängigkeit und unter Ausbremsung komplexer Strukturen, die die wahre Botschaft verschleiern würden. Die Solis sind von der klassischen Sorte und zweifelsohne dem Kilmister – Bootcamp zuzuschreiben. Die Melodien haben eher schwedischen Ursprung und würden manch Göteborger Death Metal Kapelle gut zu Gesichte stehen, nur sind sie so wie DIS sie vortragen, wesentlich kantiger und in ihrer Struktur weniger ausgefeilt als Schweden das tun würden. Den offensivsten Anteil haben aber wirklich Discharge, wenn auch in etwas zahmerer Variante. Aber das ist schon die Basis, auf die all die anderen Elemente aufgezapft werden. Von mitreißend bis bewegend decken die Amis die ganze Palette ab, konzentrieren sich dann doch nicht nur darauf, mit bloßem Geplärre und Stücken im Hyperspeedbereich den kürzesten Song der Welt zu verbrechen. Da kommt dann die regionale Crossovergeschichte zum Tragen, die den sturen Pogo gern auch mal in einen fröhlichen Mosh – Ringelpietz verwandelt. Ein Hauch von Sonnenscheinstaat schimmert da durch, aber auch nur ein klitzekleiner. Mit den anfänglich erwähnten Bands hat der Stil von DESTROYED IN SECONDS übrigens reichlich wenig zu tun, dafür sind Phobia wohl doch etwas tiefer aufgestellt, und den Sludge von Mange bekommt das strapazierte Ohr mit dieser Veröffentlichung wenn überhaupt, dann nur rudimentär zu spüren (Scarabs Nest). Dafür windet sich der komplette Set in schmerverzerrter Aggression, bewegt sich gern von Anfang bis Ende ohne Umschweife frontal auf seine Höher zu, variiert das Tempo an den entsprechenden Stellen und bleibt meist erfreulich berechenbar. Nicht dass es zu billig wäre, wie erwähnt, die Einflüsse der Akteure sind dafür wohl zu mannigfaltig, als dass Scheuklappen nur einen Weg vorgegeben hätten. DIS bestehen darauf, dass Metal und Punk zusammen gehören, oder sich zumindest nicht ausgrenzen müssten, und der Großvater der verfilzten und langhaarigen Horden weltweit ist und bleibt doch Elvis, basta! Und das ist wahrlich kein Grund, zornig zu werden! 
7/10

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