Friday, March 22, 2013

EXPURGATE - Dementia Tremens - Cd / Comatose Music



Das Mahlwerk mahlt, das Rührwerk rührt, ein Kunstwerk entsteht mit Grobmotorik nicht. Expurgate folgen der ungeschriebenen Gesetzmäßigkeit des Slam – Death und kommen nicht um Haaresbreite aus der Spur, es groovt, es pfeift, es wird in die Hocke gegangen und getobt. Gehirnzellen nekrotisierende Musik wird mit den Mitteln einer zentralistisch gesteuerten Abdeckerei gemacht. Die Stimmen kommen aus dem verstopften Ablauf, der aufgrund seiner Überfüllung mit Fett und Haaren beschwerlich und stilecht  röchelt und gurgelt. Der Bass, der übrigens extrem entspannt knäckert und richtig schön grasneblige Laune vermittelt, kommt von blau angelaufenen und recht straff zum Trocknen gespannten Pferdedärmen aus Rumänien, die Drums imitieren das Trommeln schnell gerinnender Bluttropfen auf einem hygienisch nicht einwandfreien Fliesenboden, manchmal rutscht ein Wanderarbeiter in dem schmierigen Sud aus und segelt mit Tempo in eine Pyramide aus rostigen Eimern. Und der satte Gitarrensound ist das Imitat der manuellen sowie technischen Gerätschaften mit Sägezähnen, die in so einem Delikatessengeschäft in Gebrauch sind. Tageslicht raus, rotes Flackerlicht an, das Bad in allen erdenklichen Klischees beginnt. Der Pornobus fährt ab ohne den Blinker zu setzen, und die Insassen hecheln sich mit halb herunter gelassenen Hosen durch ein stattliches Debüt, das genug Schmackes hat um eine gegenseitige Genitalienschau zu rechtfertigen, das reicht womöglich noch für ein Folgealbum, bevor die Luft aus den Reifen weicht. Aber das weiß nur der Eingeweidegeier, denn die Band nimmt sich schon vor der ersten Rille eine Auszeit. Kann also auch sein, dass schon alles gesagt ist, alle Geschichten erzählt, alle Morde begangen und der letzte Drops gelutscht ist. Wenigstens hatten sie dann ihren ½ stündigen Auftritt und sind eine Zeitlang über den Death Metal Friedhof gestampft, bevor sie sich für die anonyme grüne Wiese entschieden haben. Danach vermissen, pfff, keine Ahnung, die Musik ist generell so austauschbar wie leere Autobatterien oder nervende Ehefrauen, aber solange es rumst und scheppert, bringt das ein gesteigertes Maß an Befriedigung an den heimischen Herd. Also ist den Jungs aus den Rockys kaum ein Vorwurf zu machen, wenn sie auf dem Parkett tanzen, auf dem sie zu Hause sind. EXPURGATE beheimatet im (hoffentlich) schönen Colorado machen nichts anderes als die Legion an Kollegen, die dieses Genre so intensiv abfeiern. Aber im Mutterland der überhitzten Brutalität trägt so ein Act natürlich eine gesonderte Verantwortung dem Slam – Pow – Wow gegenüber, da will man den Jüngern der Szene auch ohne Technik was bieten. Und das sind dann eben besonders rund rollende Riffs und Grooves, das muss sofort in die blutenden Ohren und den Schädel bis zur Hüfte im Kreisel drehen. Mit dieser Einstellung gelingt dann auch tatsächlich ein Beitrag zum Pussy und Serienkiller Universum, der nie langweilig wird, immer saftig matschige Kellen verteilt und letzten Endes sogar richtig anständig produziert ist. Wenn Musik irgendwann mal brutal war, dann hier, wo der Kern des Brutal Death Metal offen liegt und die Einflüsse moderner Jugendseuchen noch recht fremd scheinen. Expurgate erzeugen einen mit Sicherheit nicht prägenden und für Ewigkeiten in der Zeit verankerten Geräuscheterror zum Andenken an die wahren Werte des Lebens, nichts das den Enkeln mal als Klassiker zum Wiegenfeste an die Windel genagelt wird, aber sie präsentieren sich als kurzweiliger Exkurs in die Lande in denen Blut und Sperma im Übermaße fließen. Und für den Moment muss das reichen! Weils Freude bereitet!   
7/10

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