Friday, March 1, 2013

INTO DARKNESS - Into Darkness - EP / Hellthrasher Productions

INTO DARKNESS, oh welch populistische Versprechung. Nimmt uns wer mit auf die süß bittere Reise ins Reich der Finsternis, wo wir vor Verlockung die Qualen der Hölle, dürstend nach ranzigem Honig und schalem Met mit offenen Armen empfangen? Oder reißt einfach jemand einen Gullideckel auf und schmeißt uns ins finstere Loch, wo wir dann in Strömen aus Scheiße mit dem Strom treiben?  Die Wahrheit ist irgendwo da draußen, jedoch nicht in den Extremen zu finden. Das ist wie beim Frisör, entweder schneidet der mit Wasserwaage oder nach Gehör, beides wäre unvereinbar mit gewöhnlichen Vorstellungen, denen die meisten von uns unterliegen. Und wie der Wowi einst charmant wusste, dass es gut so sei, so stimme ich dem in dieser Beziehung durchaus zu. Das obere Ende künstlerischen Talentdranges ist häufig viel zu anstrengend und überkandidelt, das untere Ende so brauchbar wie Hundedreck unter der Schuhsohle. Lieber in der Mitte des Pools baden und Kreise drehen, an die man sich gern besinnt. Nun denn; INTO DARKNESS kommen aus Italien und ihr Gewölle aus Death und Doom, mit Hang zu Incantation ( was schon der Schriftzug klar macht) bröckelt latent schwerfällig aus den Erinnerungen der frühen 90er. Sie strampeln mit aller Macht, um Beachtung im Planschbecken zu erheischen. Tritte und Züge verpuffen ohne erkennbaren Raumgewinn im Leeren, dann wieder holen sie kraftvoll aus, und machen reichlich Meter gut. Durchwachsen also, tendenziell aber mit genug Auftreibe, um die Sonne am Horizont aufgehen zu sehen. Mit so einem wirklich klassischen Werk, vielmehr konzentriert an solchen orientiert, gehört es sich intensiver beschäftigt, Hefeteig geht auch nicht gleich auf, wenn man ihn in die Molle klatscht. Alles benötigt seine Geschwindigkeit. Und die ist bei INTO DARKNESS eben keine Gleichmäßige, das hat gewissermaßen so was wie  morbiden Charme und braucht das eine oder andere Äon um die Nietenhose über den Arsch zu kriegen. Kann sein, dass genau darin der Anspruch der Band liegt, und das wird nicht flächendeckend positiv aufgenommen werden. Original als Demo erschienen, erleben jetzt 4 Songs, gerade mal ein halbes Jahr später, ihren 2. verregneten und nasskalten Frühling. Im Grunde genommen ist nicht wirklich spektakuläre Musik zu erwarten, auch nicht wenn der 4er mit halbem Pussy – Bonus punktet (wenn denn die Besetzung noch stimmt, bin mir nicht sicher). Die Vocals übernimmt eindeutig eine Frau, die ihr Geschlecht aber sehr gezielt zu verbergen sucht. Rein akustisch versteht sich. Die Optik würde dem Bunga Gigolo mit Sicherheit zusagen. Aber irgendwie will das nicht reichen, um sich genügend Platz im Gerangel um dauerhafte Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Doom –Anteil ist viel zu inhaltslos. Gut, kann man leicht dagegen halten, ist doch Doom, was denn noch? Aber der Grad an Wiederholungen und drohender Inhaltslosigkeit übersteigt doch etwas das Maß des Machbaren. Bereits das Eröffnungsstück geht über 9 Minuten (bleibt auch das längste), und fordert ein Stückchen weit Durchhaltevermögen, selbst wenn es wirklich nicht durchgängig oberflächlich und belanglos geschrieben und gespielt ist. Na ja, direkt auf den Punkt zu kommen, liegt halt nicht in der Absicht der Musiker, das lässt sich akzeptieren. So wirklich den Stein der Begeisterung vom Hang treten, das gelingt den Italienern damit nun aber nicht. Die düster melodische Seite der Band hat dagegen durchaus was reizvolles. Für Anhänger von rostigen Reißzwecken in altmodischen Pulswärmern. INTO DARKNESS transportieren, ob gewollt oder nicht, in gewisser Weise etwas Selbstzerstörerisches, und die schwarze Seite der Band lässt kaum Raum für unbeschwerte Heiterkeit, fröhliches Kinderlachen, gesundes Furzen, irgendwas positives eben. Bier mit Schirmchen, Metal bei Tageslicht oder was in dieser Richtung. Überlassen wir die Ep also den Schattengängern? Nö, soweit würde ich nicht gehen, auch wenn es unbeabsichtigt sein mag, aus nihilistischem Blickwinkel bereitet die Ep sehr wohl Vergnügen! Widerspruch? – Na klar! 
6/10

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