Wednesday, March 20, 2013

LAGO - Tyranny - 2 Song Demo



Amerikaner haben es in der Regel nicht so mit unscheinbaren Namen. LAGO aus Phoenix sehen das wohl nicht allzu eng und legen möglicherweise weniger Wert darauf, das nächste brutale Imagekampagnensprachrohr zu werden. Aber das zeichnet sich auch schnell in den 2 Stücken ihres aktuellen Demos ab. Die Basis bildet da doch tatsächlich in trauter Zweisamkeit amerikanischer Death Metal klassischer Prägung und Black Metal der getragenen Art aus 2. Reihe. In Kombination geht da mehr, als sich in erster Linie vermuten ließe, und um Vorurteile abzuschmettern, erwähnen sie ihre musikalische Affinität zu schwarzbeflaggten Pandakriegern erst gar nicht. Im Nachhinein zählt immer nur, ob´s funktioniert hat, oder eben nicht. Und im Falle von Lago tut´s das eben. Den Start legen die 4 aber ganz vertraut hin (The Tyranny Of Men), und semmeln mit ziemlich schwerem Mid –Tempo aus dem Bahnhof, grinsen verschmitzt auf dezenten Obertönen, und auch die Vocals lassen nichts Böses vermuten, alles mit einem zentralen Riff, das nahezu sofort Anker in Trommelfellnähe wirft. Das ändert sich dann relativ schnell, wenn die Kälte mit dunkel gefärbter Melodie ins Lager einfällt, wie Grippe in eine Grundschule. Das geht schneller rum als gestresste Mütter Sagrotan aus der Handtasche hexen können, und jeder geht mit Rotznase nach Hause, das ist die Absicht des kleinen virulenten Saukerls. Ebenso agieren LAGO, erst anlocken, dann mit der wahren Absicht aus dem Koffer springen. Wie die Nacht den Tag ablöst, löst Black Metal Death Metal ab. Der ist dann zwar nicht völlig aus dem Rennen, darf  mit dem Eröffnungsriff auch noch mal wieder kommen, und auch der Sänger bleibt seinem Stil treu, aber der Bleihagel wird dünner, die Höllenglut dafür heißer. Den breiten Mittelteil übernimmt das Gefolge des Ziegenfüßigen, macht uns glauben, dass das fingerfertige Solo klassischen Ursprungs wäre und zieht nicht gerade zurückhaltend eine Patina aus schwarzer Asche und erstarrter Lava über das unterkühlte werken der Leadgitarre. Irgendjemand von der Hinterbank beginnt zu kreischen und die Mutation ist perfekt. Schön dabei ist, dass die Tonlage der Instrumente nicht auch die schrille Flucht ergreift. Und ähnlich verhält es sich dann auch mit „Coming Cataclysm“, bei dem die Symbiose aber intensiver wirkt und nicht erst auf Ränkespiel aus ist, um uns dann mit der Wahrheit zu überfallen. Das den Satan ankrakeelen nimmt zu, echte Stahlschmelze nimmt ab und beides trifft sich sehr schnell in der Mitte um sich innig und produktiv lieb zu haben. Dass LAGO sich in beiden Lagern, die sich häufig fruchtlos ignorieren, wohl fühlt, spricht für die Band und im Ergebnis kann man sich auf das kommende Album freuen, für das das Demo vieleicht nicht mehr als ein Appetizer darstellt. Einer mit Herz und Hirn, aber auch einer, der noch ausbaufähig bleibt. Das ganze Anliegen zu komprimieren und etwas mehr Aggression drüber zu schütten, wäre für die Wirksamkeit innerhalb der fest gepressten Szene günstig. Aber sie stehen zu ihrem Konzept. Frontaler Death Metal eher roh als technisch vögelt sinistere Black Metal Melodien und kalben instangleich dem Herren einen brüllenden und blutverschmierten Bastard auf den Thron. Für die dazugehörige Soundqualität bürgt übrigens ein Studio, das schon ganz andere sägenschwingende Quälgeister aufgenommen hat, etwas Phobia und Exhumed. Jemanden mit Erfahrung zu buchen macht sich bezahlt und steht letztendlich ebenfalls für die ernsthaften Ambitionen der Band, wie die Musik selbst. Der Clash ist mehr als funktional, hat Leben und Charme und bleibt am Ende doch ein Teil amerikanischer Brutalisierung mit Allmachtfantasien und Welteroberungsabsichten.   http://lagometal.bandcamp.com/  7/10

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