Thursday, March 21, 2013

LECHEROUS NOCTURNE - Behold Almighty Doctrine - Cd / Unique Leader



Pff, na da ist den Brüdern aus Greenville / South Carolina mal ein sperriger Brocken rausgerutscht.  Die Band um ex - Nile Member Christian Lofgren und sein stets an Schlagseite leidendes Besetzungsschiff schippert in tiefen  kanadischen Gewässern immer den akuten Havariefall vor Augen. Sie zählen sicher Cryptopsy und Gorguts zu den bedeutendsten Einflüssen, schießen aber offensichtlich übermotiviert und recht weit daneben. Hakelig, peinvoll progressiv, völlig wirr und alles andere als eingängig, so ließe sich das Tohuwabohu mit Ambitionen in Sachen klassischer Musik am treffendsten umschreiben. Das Album scheint einen übertechnisierten Kollaps zu provozieren, dessen einzige Struktur das ungeordnete Chaos sein Eigen nennt, eine Struktur die auf Struktur verzichtet. Wenn das perfide Auf und Ab durchaus fähiger Protagonisten Klangfolgen entfesselt, die lieber einen auf Konzertflügel meets besoffene Jazzmusiker auf Freigang machen, dann geht das am breiten Publikum vorbei. Diesen Fakt muss die Band wohl eingeplant haben, als sie ihr nunmehr 3. Album quergetrieben und kielgeholt haben, denn echte Songs sind da gar nicht drauf. Das was drauf ist, ist ein künstlich kompliziertes Durcheinander an realitätsfremdem Irrsinn, kakophonischer Hingabe an eine aus dem Ruder gelaufenes Gefühlgrippe und strapazierendes Gewichse auf viel zu innig beanspruchten Instrumenten. Bei solch schwerem Stoff klemmt sich der Fuß schlecht in die Brandschutztür. Aber warum schreibt jemand solch beinahe rifffreies Gespindel, warum will jemand derart unfreundliches Schüttgut in der Öffentlichkeit verteilen? Wahrscheinlich bin ich noch nicht bereit für die ultimative Wahrheit über … alles, aber mir geht derart neben der Spur sabberndes Strebertum am Arsch vorbei, weil ich damit keinen Spaß haben kann und ich kein Musiker bin, der womöglich fasziniert lauscht, wie sich die Finger in Disharmonie verknoten. So was geht alles bis zu einem gewissen Maße, aber irgendwann ist mal Sense. Wenn sich das ungute Gefühl breit macht, ein russischer Feldscher hätte in der defekten Kühlkammer einer ortsansässigen Kolchose am offenen Hirn operiert und seine Kippe wäre ihm aus dem Mundwinkel gerutscht, es zischt irgendwo, gutturales und unverständliches Fluchen setzt ein und beim ersten Tageslicht erscheinen alle Tiere viereckig, dann hämmert der Specht eindeutig verkehrt herum an die Tanne. Mir ist schon bewusst, dass die Mannen auf dem aufpolierten Vordeck keine stümperhaften Dilettanten sind, aber sie geben einen Scheiß darauf, was Metalfans vielleicht hören wollen. LECHEROUS NOCTURNE gehören aufrichtig zu den Formnationen, die Musik nur für sich machen, viele behaupten das ja ständig, weil sie so ein bisschen vor der öffentlichen Meinung bibbern, bei denen hier wird das aber wohl bitterer Ernst sein. Aber es soll sie ja immer noch geben, die Spezies die absichtlich ein kompliziertes Leben führt, und für die kommt ein Death Metal der sich um sich selbst knotet sicher genau richtig. Einfache Küche war gestern, irgendwas aufbraten schickt sich nicht und Kochbücher sind für Pussies. LECHEROUS NOCTURNE komponieren Töne, die nach stumpfen Schädelhirntrauma immer bei Sonnenaufgang im Kopf hallen, die sie nicht erklären können und die für Außenstehende auf Immerdar unbegreiflich bleiben werden. Sehr komplex, sehr technisch, sehr hochgestochen, selbstverliebt, viel zu abstrakt, frei von Groove, Melodie oder Chance auf Wiedererkennung, so ein Album ist das, eines das  ohne irgendeinem Unterhaltungswert als Blindgänger im Boden verrosten. Davon gibt’s nur Schädelbrummen, gleich einer Wasserboarding – Kur in der Dunkelkammer. Echt schwieriges Terrain und massiv an Eigensinn krankend, nur zu empfehlen nur jenen die frei von lange gepflegten Gewohnheiten und Vorurteilen sind.   
4/10

No comments:

Post a Comment