Sunday, April 7, 2013

IMPALERS - Power Behind The Throne - Cd / HPGD Productions



“Wie der Stahl gehärtet wurde”, von Nikolai Ostrowski war eine der Geschichten aus meiner Schulzeit, die es sich in der Freizeit und auf Ansage einzutrichtern und später zu referieren galt. Es war die Geschichte eines biografischen Lebensweges vom Komsomol, über rote Armee bis zu kommunistischer Parteitreue bei Mütterchen Russland und Väterchen Frost. Die Geschichte des aufrechten Arbeiters mit patriotischem Durchhaltewillen. Die Geschichte eines idealisierten Russen, dessen hehres Weltbild, dessen Klassenkampf in die Schulräume  des real existierenden Sozialismus übertragen werden musste. Also für mich bereits in den 80ern propagandistisches Gedöns. Und warum? ...weil es durch die Mauer schwappte wie durch ein Nudelsieb. Ich wusste, wo der Stahl wirklich gehärtet wurde, im Pott! Denn von dort eroberten die ersten Thrash Bands meinen viel zu kleinen Jugendabstellraum. Dort wurde heiß geglüht und hart geformt, von dort tönte es laut, und wie es die Zeit bewies mit langer Haltbarkeit. Das ist die Quelle hervorragenden Qualitätsstahls, dessen Produktion immer noch vertrauensvoll in alten Händen liegt, bei Musikern die mitgewachsen sind, manchmal aber auch massiv die Bodenhaftung verloren haben. Aber da der Sound des Teutonenhammers so weit hallt, gehört die Musik der Väter natürlich auch den Söhnen. Und so walzen und brennen immer wieder junge Bands nach dem Rezept der Patentträger. Dazu gehören seit neustem IMPALERS aus Dänemark, die den ersten Rasierschaum gerade beim Discounter erstanden haben und noch die Anwendungsempfehlung lesen müssen. Ihr Debüt mit dem frei interpretierbaren Titel „Power Behind The Throne“ lässt trotz möglicher Bedenken alle Zweifel zerbröseln. Das was der Band vielleicht an Erfahrung fehlt, die die alten Heroen in den frühen Tagen der Szene ja ebenso wenig hatten, machen sie mit der gleichen schwer in Bahnen zu lenkenden Energie wett, die die Ergrauten vorgelebt haben. Es ist diese Energie, die in der Band fließt, die Energie die damals aus Punk, Heavy Metal und Hardcore einen noch viel aggressiveren und maximal unangepassten Bastard geformt hat. Der Riemen liegt auf der Orgel und das Rezept ist abgestempelt. IMPALERS stehen für Thrash Metal, der noch genauso frisch und unbekümmert klingt wie vor 30 Jahren, der Zahn der Zeit nagt daran nicht. Und selbst wenn sie die ungeschriebenen Regeln der alten Schule befolgen, von Musik über Outfit bis hin zum Logo, altbacken ist was ganz anderes. Ihr könnt euch auf temporeiches Riffing und aggressives Drumming einstellen. Ihr freut euch auf lange, schnelle und unglaubliches Solis. Solis die im Focus der Band stehen, sich überschlagen, vom klassischen ins melodiöse und zurück wechseln, und zu keiner Sekunde überflüssig klingen. Und warum nicht?, weil das Handwerk stimmt. Aber vor allem, weil der Leadgitarrist offensichtlich massiv Bock hat, sein Instrument zu fordern, und den Hörer nicht nerven will. Beeinflusst sind die Tänze auf den hohen Saiten aber auch von überseeischen Interessen, da blinkert gern altes Metallica Zeug durch. Etwas das auf die Riffs ebenso zutrifft, dann sogar noch mit Slayer Note. Dass es aber eine Band wie Kreator ist, die durch jedes Loch tropft, die den größten Anteil an der Formung von IMPALERS hatte, sollte außer Frage stehen. Und trotz der langen Schatten, die die Größten des Genres werfen, gelingt es den Dänen, sich einen Platz an der Sonne zu sichern. Unbekümmert und selbstsicher, ausgestattet mit dem Knowhow von 30 Jahren. Und das ist der große Vorteil, die müssen nichts neu definieren, weil alles schon ausgearbeitet vorliegt. Ein Fakt, der die Kreativität der Band erfreulicherweise nicht eingeschränkt hat. Das hat dann eine Scheibe zu Tage gebracht, die durch die Jahrzehnte rast und wenig Atempausen zulässt, die auf ein hohes spielerisches Niveau zurück greift, und trotz des Thrash Revival – Booms sehr authentisch wirkt. Ein unbedingtes Muss für die Kutte und seine Bierflasche! 
9/10

No comments:

Post a Comment